Uli Hornikel gibt nach 24 Jahren sein Amt ab

Obwohl Uli Hornikel vor vier Jahren ankündigte, dass er nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidieren werde, hat der Schützenverein keinen Nachfolger gefunden. Die Zukunft ist ungewiss.

|
Uli Hornikel (rechts) mit seiner ganz persönlichen Ehrenscheibe. Foto: Mara Sander

ie Riedericher Schützen haben spätestens bei der diesjährigen Hauptversammlung im Schützenhaus das Ziel klar verfehlt, einen Nachfolger für den bisherigen Vorsitzenden Uli Hornikel zu finden. Hornikel hatte bereits vor vier Jahren angekündigt, dass er in diesem Jahr nicht mehr kandidieren werde, aber niemand ist bisher bereit, das Amt, das Hornikel 24 Jahre lang ausübte, zu übernehmen.

Selbst als bei der Hauptversammlung deutlich gemacht wurde, dass der Verein einen Ersten Vorsitzenden braucht und schlimmstenfalls aufgelöst werden müsste, meldete sich niemand. Zwar hatten die Schützen ausreichend Zeit, sich um einen Nachfolger zu bemühen, aber nachdem ein geeigneter Kandidat gefunden schien, kam doch noch kurz vor der Hauptversammlung eine Absage.

"Jetzt ist die Chance, Verantwortung zu übernehmen und selbst etwa zu gestalten", appellierte Hornikel. Er wandte sich insbesondere an diejenigen, die etwas ändern möchten und forderte sie, auf ihre Fähigkeiten für den Verein zur Verfügung und sich der Verantwortung in einer Führungsrolle zu stellen. Auch die Anregung aus den Reihen der Mitglieder, ein Dreiführungsteam zu bilden, half nicht weiter, denn es mangelte an der Bereitschaft, diese Verantwortung zu übernehmen. Der stellvertretende Vorsitzende muss nun einspringen, mit Hornikel im Hintergrund, bis die erforderliche außerordentliche Mitgliederversammlung innerhalb der nächsten drei Monate erfolgt. Wenn auch dort kein Kandidat zur Verfügung steht, "können wir den Schlüssel rumdrehen", so Hornikel. Jetzt können die Vereinsmitglieder sich noch einmal intensiv um einen Kandidaten bemühen und jeder für sich überlegen, ob er oder sie nicht doch bereit ist, den Verein in die Zukunft zu führen.

Die Ehrung langjähriger Mitglieder war definitiv die letzte Amtshandlung Hornikels, der bei seinem lang angekündigten Entschluss bleibt. Er gibt das Amt ab, schließlich war er insgesamt schon 30 Jahre in der Führungsposition, zunächst als Schießleiter und Kassenwart, bevor er vor 24 Jahren zum Vorsitzenden gewählt wurde. Natürlich wird er weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen, aber eben nicht mehr in der Führungsfunktion.

Hornikel ehrte Silke Ott, Angelika Hornikel und Daniela Wellhäuser sowie die nicht anwesenden Stefanie Nasswetter, Thomas Stiefel, Heiko Flamm und Anja-Barbara Doster für 25 Jahre Mitgliedsschaft, Hubert Straube und Günther Laue für 50 Jahre und Theo Mayer und Walter Österle sogar für 60 Jahre Vereinstreue.

Danach würdigte Klaus Bender, dessen Amtszeit als Bürgermeister fast auf den Tag genau mit der von Hornikel als erstem Vorsitzenden der Schützen identisch ist, dessen Verdienste und die "enormen Aktivitäten". Dem schloss sich auch Tobias Pokrop an seinem ersten offiziellen Tag als Bürgermeister und Nachfolger von Bender an. Er setzte außerdem mit seiner Beitrittserklärung zum Schützenverein ein Zeichen für die Zukunft des Vereins, den er "als kleine Familie" kennen- und schätzen gelernt habe, so Pokrop. Auch die Schützen bedankten sich bei Hornikel für seine lange Amtszeit mit hohem Engagement für den Verein und darüber hinaus, und schenkten ihm eine besondere Ehrenscheibe zum Abschied.

Umbauten und Renovierungen von Schützenhaus und Schießanlage haben Hornikels Amtszeit geprägt. Darunter war 1989 die "größte Baumaßnahme in der Vereinsgeschichte", bei der mehr als 16 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden der Mitglieder dazu beitrugen "eine moderne und fortschrittliche Vereins- und Sportanlage zu schaffen", wie Hornikel bewusst machte, zu welchen Leistungen auch außerhalb sportlicher Erfolge die Mitglieder fähig sind.

Hornikel wies außerdem darauf hin, dass Eigenbewirtschaftung der Vereinsgaststätte und Sonderveranstaltungen der "finanzielle Lebensnerv unseres Vereins" seien. Auch diesbezüglich seien alle aufgefordert, sich tatkräftig einzusetzen, so dass die Arbeit auf mehrere Schultern als bisher verteilt werden könne. Zwar gab es eine lebhafte Diskussion, aber auch dabei noch keine konkrete Zusage, wer noch zusätzlich mitmachen möchte. So ruhen alle Hoffnungen auf Ergebnisse in der außerordentlichen Hauptversammlung, deren Termin noch bekannt gegeben wird.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gnadenfrist für HNO-Abteilung

Das Stuttgarter Sozialministerium hat die Betriebsgenehmigung für die HNO-Abteilung bis Ende 2018 verlängert. weiter lesen