Tanken an der Säule der Zukunft

Den ersten Ladevorgang an der neuen Elektrotankstelle setzten Bürgermeister Tobias Pokrop, Michael Donth und die Geschäftsführer der Firma Ruoff in Gang. Elektrofahrzeuge können kostenlos geladen werden.

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Bürgermeister und Abgeordneter weihen mit den Geschäftsführern Uli Ruoff (rechts) und Karsten Lindner ( 2.v. li) die neue Elektrotankstelle ein.  Foto: 

"Die intelligentere Variante wird sich irgendwann durchsetzen", ist Geschäftsführer Uli Ruoff von der Ruoff Energietechnik GmbH überzeugt. Wovon er spricht? "Unsere Vision ist es, die gesamte Energieversorgung zu Hundert Prozent regenerativ zu machen." Deshalb war für die Geschäftsführer Uli Ruoff und Karsten Lindner klar: eine Stromtankstelle muss her. Die großen Solarcarports liefern dafür nicht nur ausreichend "Sprit", sondern bieten auch noch ein geschütztes Plätzchen.

Schließlich hat sich die Branche in den letzten Jahren zu einem echten Wirtschaftsmotor entwickelt. "Die Erneuerbare Energie ist der wichtigste Baustein unserer zukünftigen Energieversorgung, weil sie Unabhängigkeit schafft, eine positive Umweltbilanz aufweist und den Einsatz fossiler Energie reduziert", erklärte Ruoff. Und da ein Drittel des gesamten Energiebedarfs in Deutschland auf den Verkehr fällt, ist ein wesentlicher Schritt die Umsetzung der erneuerbaren Energiequellen im Verkehr. "Diese Umstellung wird nur über E-Autos realisiert werden können. Doch ein schneller Umstieg auf erneuerbare Energien im Verkehr ist nur durch die Politik möglich", appellierte Uli Ruoff in Richtung des CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Donth, der auch Mitglied im Ausschuss für Verkehr ist.

"Neue Technik hat es anfangs immer schwer", gab Donth zu bedenken. Doch seien schon große Schritte in die richtige Richtung zu beobachten. "Noch vor zehn Jahren gab es keine deutschen Produkte in diesem Bereich. Das sieht heute ganz anders aus - Deutschland hat mittlerweile sogar die Technikführerschaft übernommen", wies Donth auf den Elektroflitzer i3 hin, der mittlerweile auch schon vor dem Bundestag parke oder die zahlreichen E-Bikes.

"War das E-Bike vor ein paar Jahren noch als Alte-Leute-Rad verschrien, gibt es heute einen großen Markt mit den verschiedensten Modellen, vom schicken City-Bike bis zum sportlichen Mountainbike." Auch Bürgermeister Tobias Pokrop war mit seinem "Zweirad-Stromer" gekommen. "Das ist eine feine Sache", schwärmte er von seinem E-Bike, das er vor allem für die kurzen Strecken innerhalb der Gemeinde nutzt.

Doch auch die Nutzung von Elektroautos soll in Zukunft stark zunehmen. "Die Bundesregierung hat ein ambitioniertes Ziel: Eine Million Elektroautos bis 2020", fuhr Donth fort. "Das hängt aber nicht an fehlenden Stromtankstellen oder Förderungen. Das Problem ist die Batterie, die nach einiger Zeit mit hohem Kostenfaktor ausgetauscht werden muss. Das harrt noch der Lösung."

Es gibt eben doch noch viel zu tun, doch man sei auf einem guten Weg. Deshalb machte Michael Donth Uli Ruoff und seinem Team Mut, an dem Projekt weiterzuarbeiten "als Pioniere vor Ort". Gemeinsam wurde die neue Stromtankstelle dann mit einem ersten Ladevorgang eingeweiht.

Mit der guten alten Zapfsäule hat die neue Tankstelle freilich wenig gemein. Denn statt des Zapfhahns greift der Elektroautofahrer hier zum Schnellladekabel. Mit vollem "Tank" gleitet das Elektroauto dann in der Regel gute 100 bis maximal 400 km weit geräuschlos über die Straßen. "Das ist für mich noch nicht weit genug", verriet ein interessierter Besucher, der regelmäßig auch weitere Strecken zurücklegt. "Ich warte noch. Das ist ja alles noch in der Entwicklung." Für den Stadtverkehr ist das Elektroauto schon heute erste Wahl, waren sich die Anwesenden einig. Denn in Stuttgart könne man an den zahlreichen E-Tankstellen sogar kostenlos zentral parken. Und natürlich sprechen Emission, Leistung und Verbrauch der leisen Flitzer ihre eigene Sprache. Vor allem in unseren Großstädten Stuttgart und Reutlingen, die einer aktuellen Studie zufolge Spitzenreiter der Feinstaubbelastung sind, wäre ein schneller Umstieg auf erneuerbare Energien im Verkehr wünschenswert.

Auch der Spaß kommt dabei nicht zu kurz. "Setzen Sie sich nachher einfach mal in ein Elektroauto und drehen eine Runde", ermunterte Ruoff seine Gäste. Verschiedene Autohäuser waren nämlich ebenfalls vor Ort und stellten ihre Elektromodelle vor. "Doch Vorsicht!", warnte Ruoff. "Wenn man einmal in einem Elektroauto gefahren ist und das tolle Drehmoment erlebt hat, leckt man sofort Blut."

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