Statt Eschen wachsen junge Eichen

Wie steht es um den Römersteiner Wald? Alle zwei Jahre machen sich die Gemeinderäte mit Förster Steffen Genkinger auf den Weg, um sich die aktuellen Hotspots der Römersteiner Waldentwicklung vor Ort anzuschauen.

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Revierförster Steffen Genkinger erklärt den Gemeinderäten das gewöhnungsbedürftige Bild, das sich in dem im Frühjahr angelegten Eichenhain mit den Kunststoff-Wuchshüllen zeigt. Die Hüllen indes wirken: Fast alle Eichensetzlinge sind gut angewachsen. Foto: Alexander Thomys  Foto: 

Es war ein ungewöhnlicher Anblick, der sowohl die Pferde auf ihren Koppeln als auch Jogger, Landwirte und Gassi-Gänger samt Vierbeiner irritiert dreinschauen ließ: Sieben Autos, angeführt vom Geländewagen des Revierförsters Steffen Genkinger, fuhren auf den Römersteiner Waldwegen hin und her. Um sich die aktuellen Hotspots der Waldentwicklung vor Ort anzuschauen, waren die Gemeinderäte zum „Waldumgang“ unterwegs.Nicht alles, was sie zu sehen bekamen, konnte auf Anhieb gefallen. etwa die erste Station, die Eichenkultur auf der Katzensteigebene bei Böhringen. Der Orkan Lothar hatte dem Wald in diesem Bereich 1999 extrem zugesetzt. In ganz Europa fielen damals Millionen Festmeter Holz durch die Sturmschäden an, erinnerte Förster Genkinger.

Auch auf der Katzensteigebene fielen damals viele Bäume den Sturm zum Opfer. Genkinger setzte in diesem Bereich zunächst auf eine Naturverjüngung. Nur dort, wo junge Bäume zwischen Weiden, Brombeeren und Heckenkirschen keinen Raum fanden, pflanzte Genkinger mit seinen Forstleuten und externen Firmen – auch die Jagdpächter packten mit an – schon 2007 junge Eichen. Auf der Fläche, die Genkinger nun zeigte, hatten sich dagegen Eschen erfolgreich durchgesetzt. Der Wald schien sich zu erholen. Bis das Eschentriebsterben einsetzte – und die Fläche in wenigen Jahren in ein Brachland verwandelte. Immer wieder hatte Genkinger die Eschen beobachtet, gesunde Bäume stehen lassen und gehofft, dass unter den Exemplaren in Römerstein auch jene ein bis drei Prozent der Eschen seien, von denen das Forstamt hofft, dass sie Resistenzen gegen den Pilzbefall entwickeln. „Aber ein Jahr später waren die Bäume dann auch krank“, erzählte Genkinger, der sich nun kaum noch Hoffnungen macht: „Die Esche werden wir offensichtlich nicht halten können.“

Stattdessen pflanzten die Waldarbeiter im Frühjahr dieses Jahres großflächig Eichen, die offenbar bestens mit dem Albboden zurechtkommen und schon mit saftig-grünen Blättern aus den Wuchshüllen herausgewachsen sind. Diese auffälligen Hüllen schützen die jungen Bäume vor Frostschäden und Wildtieren. „Eichen sind bei uns noch besondere Bäume, da hätten die Wildtiere einen großen Appetit“, erklärte Genkinger.

Wuchshüllen für einige Jahre

Zudem dienen die Wuchshüllen in den ersten Jahren auch als kleine Treibhäuser, die das Wachstum der Bäume beschleunigen. In einigen Jahren werden die Wuchshüllen dann entfernt und entsorgt. Die Eichen dagegen sollen 250 Jahre stehen bleiben, zusammen mit einigen Ahornen und Winterlinden sollen sie die Basis für einen neuen Mischwald stellen, der auch einen Orkan überstehen sollte. Generell sei die Eiche auf der Alb früher verbreiteter gewesen und käme mit den Bedingungen auf der Hochfläche gut zurecht. „Gebietsnamen wie Eichhalde kommen ja nicht von ungefähr“, so Genkinger. Auf der Katzensteige zog der Förster dann gleich eine erste positive Bilanz: „Die Bäume sind sensationell angewachsen.“

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