Sie sind jetzt "Spitze auf dem Land"

Die Stimmung in der Upfinger Feucht GmbH könnte dieser Tage besser kaum sein. Beim Innovationspreis belegten die Maschinenbauer Platz zwei und kamen in die Landes-Förderlinie "Spitze auf dem Land!".

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Diese Upfinger sind "Spitze auf dem Land" (von links): Die gleichberechtigten Geschäftsführer Rolf und Tim Feucht samt Silke Costanzo vor ihrer selbstentwickelten Entgratmaschine.  Foto: 

Die Ehrungsflut zu verdanken hat das mittelständische Unternehmen mit Sitz im St. Johanner Teilort Upfingen einer hauseigenen Innovation, die das Zeug hat, im Bereich des Maschinenbaus zum Verkaufsschlager zu werden.

Die professionelle Centerless-Entgratmaschine ermöglicht ein vollautomatisiertes Entgraten von Werkstücken im Durchlaufverfahren. Die Teile, ob aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff, werden auf einem Führungsschlitten selbstständig durch die Anlage gezogen und dabei mit einer Rundbürste - auf Wunsch auch in zwei Richtungen - entgratet. Die Maschine kann so konfiguriert werden, dass sie sich nahtlos in automatisierte Fertigungsstraßen einfügt. Sie erkennt auch den feinsten Verschleiß der Bürsten und justiert diese selbstständig nach, ohne das der Fertigungsprozess dazu unterbrochen werden muss.

Die Einsatzgebiete der rund 100 000 Euro teuren Anlage sind breit gestreut. Ob in der Hydraulikindustrie, im Maschinenbau, im Bereich der Medizintechnik oder in der Elektroindustrie: Überall dort sorgt sie für Sicherheit und Effizienz im Fertigungsprozess und für einen Zugewinn an Qualität und Funktionalität.

Auf die Idee einer automatischen Entgratmaschine kam Geschäftsführer Rolf Feucht bereits vor einigen Jahren. Nachdem seine ersten Prototypen großen Anklang fanden und er die Anlage in der Folge immer weiter verfeinerte, hieß es 2014: "Jetzt wollen wir es wissen. Wir gehen an den Markt!" Wir, das sind der 58-Jährige und sein 34-jähriger Sohn Tim. Seit 2012 teilen sich die beiden Maschinenbau-Techniker die Geschäftsleitung des Unternehmens mit elf festen Mitarbeitern. Das familiäre Führungsteam komplettiert Feuchts Tochter Silke Costanzo. Die Betriebswirtin ist seit 2011 für die kaufmännischen Belange des Betriebs mit einem aktuellen Umsatz von rund 3,5 Millionen Euro zuständig.

Im Jahr 1997 von Rolf Feucht gegründet, erwirtschaftet die GmbH rund 70 Prozent ihres Umsatzes durch Baugruppen und Serienfertigungen für Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet. Die steigende Nachfrage machte bereits 2004 eine räumliche Erweiterung notwendig, ehe man mit Mut und unternehmerischer Weitsicht 2008 den Bau einer neuen Produktionshalle anging und der sich anbahnenden Finanzkrise trotzte. Die Zeichen standen und stehen weiter auf Wachstum: Um Kapazitäten etwa für die Produktion der Entgratmaschinen vorhalten zu können, plant das Unternehmen für das kommende Frühjahr am Standort Upfingen den Bau einer weiteren, rund 1400 Quadratmeter großen Halle, samt Personalzuwachs.

Die Investition von rund 1,4 Millionen Euro vor Augen, kommt der Entscheid des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz wie gerufen, die Feucht GmbH als eines von landesweit neun Unternehmen im ländlichen Raum mit dem Titel "Spitze auf dem Land!" zu adeln. Mit der Auszeichnung sind Fördermittel aus dem ELR-Programm und dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) verbunden. Die Feucht Antriebstechnik GmbH kann nun mit einem Bauzuschuss über 271 000 Euro rechnen.

Mit 2500 Euro deutlich weniger hoch dotiert ist dagegen der zweite Platz, den die Upfinger Unternehmer mit ihrer Erfindung beim diesjährigen Innovationspreis der Kreissparkasse Reutlingen abräumten. Mehr noch als der finanzielle Aspekt wiegt hier aber freilich der Werbeeffekt und das Licht, das auf das bodenständige Unternehmen fällt. Zwar ist Rolf Feucht ein organisches Wachstum lieber als eines "um jeden Preis", gleichwohl soll die Fachwelt nun nach den jüngsten Auszeichnungen erst recht von seiner vielseitigen Entgratmaschine erfahren. Die Feucht GmbH will es wissen.

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