Segelflieger im Aufwind: Erzrivale hat das Nachsehen

Waren sie in der ersten Runde noch an den Boden gefesselt, bot sich am Wochenende für die Fliegergruppe die erste Gelegenheit, ihre Schnellflug-Fähigkeiten in der Segelflug-Bundesliga unter Beweis zu stellen.

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"Am Anfang hat man noch ziemlich basteln müssen", erklärt der 20-jährige Nachwuchspilot Felix Bächle aus Lenningen und meint damit, dass die Aufwinde schwach waren und der heftige Wind in den ersten Stunden des Fluges den Fliegern schwer zu schaffen machte. Einige Male war er kurz davor, auf einer Wiese oder einem Acker außen landen zu müssen. Eigentlich kein Problem, alle Segelflieger sind dafür ausgebildet, doch mit dem schnellen Liga-Flug ist es dann vorbei und die Heimfahrt im Auto mit dem Flugzeug im Transportanhänger widerstrebt dem sportlichen Ehrgeiz jedes Segelfliegers.

Doch das Durchhaltevermögen der Alb-Flieger wurde belohnt: "Auf einmal ging es richtig los und man konnte bis auf 3000 Meter Höhe steigen", freut sich Nico Walker. Er flog in den Südschwarzwald über den Schluchsee hinweg bis zum Belchen, dann mit Rückenwind wieder auf die Schwäbische Alb. Am späten Nachmittag wagte er sogar noch einen Ausflug nach Norden in Richtung Schwäbisch Hall. "Nachdem zuvor der Himmel komplett blau gewesen war, bildeten sich hier sogar Cumulus-Wolken in geschätzten 3600 Meter Höhe." Die blumenkohlartigen Schönwetter-Wolken erleichtern den Fliegern das Finden der Aufwinde. Sie entstehen nämlich durch aufsteigende Warmluft und markieren die Position des Thermik-Schlauchs. Doch in 3000 Metern Höhe ist in Deutschland Schluss für die Segelflieger: Der Luftraum darüber ist für die kommerzielle Luftfahrt reserviert. Am Ende stand für Walker neben 450 Strecken-Kilometern ein sehr guter Durchschnitt von 99 Kilometern pro Stunde. Er war damit der schnellste der Grabenstetter Piloten. Es folgten Emanuel Ladner mit 92 und Felix Bächle mit 82 Stundenkilometern. In der zweiten Bundesliga mit 30 Teilnehmern reichte das für Rundenplatz vier. Insbesondere konnten die Erzrivalen aus Singen am Hohentwiel knapp überboten werden: Sie waren im Mittel fast fünf Stundenkilometer langsamer. Nach der Nullrunde in der Vorwoche platziert sich Grabenstetten damit auf Platz zehn in der Tabelle.

Der Rundensieg ging an den SFV Geratshof/Landsberg. Die Flieger aus Bayern konnten im Föhnwind der Alpen außerordentliche Geschwindigkeiten bis 130 Stundenkilometer erreichen. Der Start in die Bundesliga-Saison ist der Fliegergruppe Grabenstetten nun mit einer Woche Verspätung geglückt. Bis Ende August läuft an jedem Wochenende der sportliche Wettkampf um die größten Durchschnittsgeschwindigkeiten im Segelflug.

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