Radlader spießt Auto auf, nur zur Übung

Ein Radlader hat ein Fahrzeug aufgespießt, gegen das alte Schulhaus gedrückt, Benzin lief in den Keller und entzündete sich. Das war die Feuerwehrübung am Samstagnachmittag in Kohlberg.

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Die Feuerwehr übt den Ernstfall, dazu wird ein Schrottauto aufgeschnitten.  Foto: 

27 Feuerwehrleute haben vergangenen Samstag im und am Kohlberger alten Schulhaus gezeigt, was sie drauf haben. Dabei sah die Ausgangslage folgendermaßen aus: "Bei Bauarbeiten ist der Fahrer einer Baumaschine mit einem Auto kollidiert", erläuterte Sven Patka. Hätte der Radlader in der Realität den Wagen so aufgespießt, wie sich die beiden Fahrzeuge am Samstag auf dem Schulhof präsentierten - die Gabel des Radladers hätte den Fahrer wohl glattweg geköpft. Wie gut, dass es sich nur um eine Übung handelte.

"So unrealistisch ist das Szenario gar nicht, wenn man sich vorstellt, dass ein Auto unter einen Laster rast", betonte der Einsatzleiter kurz nach der Übung. Und dass ein Fahrzeug mit einer Hauswand kollidiert, auslaufender Sprit durch einen Lichtschacht in den Keller dringt und sich dort entzündet - auch das habe es schon gegeben. "Wir wollten einfach mehrere Einsätze miteinander verbinden", erläuterte Patka als stellvertretender Kohlberger Feuerwehrkommandant.

"Alarmiert wurde um 16 Uhr per Funkmeldeempfänger und Sirene durch die Feuerwehrleitstelle in Esslingen", sagte Sascha Patka. Die Kohlberger Sirene wurde zusätzlich betätigt, "um wirklich jede Einsatzkraft zu erreichen", denn: Durch die Lage der Gemeinde am Steilhang des Jusi seien Funkmeldeempfänger nicht an jedem Fleck erreichbar. "Es hat alles super geklappt", zeigte sich der Einsatzleiter nach Übungsende begeistert von seiner Truppe.

Zunächst waren beide Fahrzeuge gestützt worden, damit sie sich nicht während des Einsatzes selbstständig machen und davonrollen konnten. Ein Feuerwehrmann stieg anschließend durch den Kofferraum in das Fahrzeug ein und sicherte den Verletzten. Dann kam schweres Gerät zum Einsatz: Mit einer hydraulischen Schere wurde das Fahrzeug sauber Stück für Stück zerlegt und schlussendlich das Dach abgetrennt. Danach konnte der Verletzte problemlos herausgehoben und gerettet werden. Innerhalb von 20 Minuten war der ganze Spuk vorbei, die eingeklemmte Person dem Roten Kreuz übergeben worden, der Brand im Keller des Gebäudes gelöscht sowie die Gänge und Räume in dem Haus belüftet. "Super", sagte Patka. Nach den Aufräumarbeiten ging's zurück zum Feuerwehrgerätehaus, und nachdem auch dort wieder alles verstaut war, "sitzen wir noch zum Vesper zusammen und machen die Nachbesprechung", sagte der stellvertretende Feuerwehrkommandant. Das ist wichtig. Für jedes einzelne Mitglied der Wehr. Schließlich sind solche Aktionen, wie die Rettung eines Menschen aus einem Auto kein Alltag. "Es ist gut, dass wir ein Mal im Jahr die Möglichkeit haben, auf einen Schrottplatz gehen zu können und dort die Sachen zu üben, die heute bei der Übung auch angesagt waren." Die Löscharbeiten seien hingegen für die Kohlberger Feuerwehrleute Routine. "Das klappt problemlos", so Sascha Patka.

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