Protest gegen Großkaliberanlage

Scharfe Geschütze werden derzeit in Kohlberg aufgefahren. Bürger wollen das vom Schützenverein geplante Angebot zum Großkaliberschießen verhindern und haben dafür treffende Argumente.

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Die Kohlberger Schützen wollen mit Großkaliber schießen - zum Ärger ihrer Mitbürger. Foto: Mara Sander

Treffsichere Argumente führen die Gegner des vom Schützenverein geplanten Großkaliberschießens ins Feld und setzen dafür ihre eigenen Waffen ein wie Unterschriftensammlung und eine Petition gegen den Antrag des Schützenvereins. Außerdem kamen sie zur Gemeinderatssitzung in noch größerer Anzahl als beim letzten Mal, so dass die Plätze im Sitzungssaal bei der Bürgerfragestunde nicht ausreichten. Ihre Fragen konnte Bürgermeister Klaus Roller nicht alle sofort beantworten, da teilweise rechtliche Aspekte zu berücksichtigen sind und das Thema als nachfolgender Punkt auf der Tagesordnung stand.

Das beruhigte die teilweise emotional geladene Stimmung vieler Bürger nicht, die vor Beschlussfassung durch den Gemeinderat ein öffentliches Probeschießen unter Realbedingungen fordern und auf eigene Kosten des neuen Vereins "Natur und Umwelt unter dem Jusi" einen Sachverständigen hinzuziehen möchten. Der Verein hat in kürzester Zeit inzwischen mehr Mitglieder als der Schützenverein.

Die in der Sitzung anwesenden Bürger wiesen auf die durch Schießlärm befürchtete Störung der Totenruhe auf dem nahegelegenen Friedhof hin und drohten mit Klagen wegen Körperverletzung durch mögliche Gehörschädigungen sowie Schadensersatzforderungen wegen Wertminderung ihrer Grundstücke. Sie wollten wissen, ob Tierschutzaspekte geprüft wurden, denn unmittelbar neben dem Schützenhaus befindet sich die Kleintierzuchtanlage. Außerdem wiesen sie auf das Vogelschutzgebiet hin und wollten einen Zeitplan für den Entscheidungsprozess haben und fragten, ob es Stellungnahmen aus den Nachbargemeinden gebe.

"Es wird heute keinen Beschluss geben", erklärte Roller, dass unter dem entsprechenden Tagesordnungspunkt nur ein Sachstandsbericht zur Kenntnis für Gemeinderat und Öffentlichkeit gegeben werden sollte, aus dem sich Antworten auf einige der Fragen ergaben.

So sei nach einem Gespräch am "Runden Tisch" mit den beteiligten Vereinen eine Reduzierung der ursprünglich beantragten Schießzeiten von 22 auf zehn Stunden in der Woche seitens des Schützenvereins erfolgt, der allerdings an dem Antrag auf Großkaliberschießen weiterhin festhalten werde, informierte Roller.

Im Verfahren selbst gebe es keine Beteiligten, aber das Landratsamt habe trotzdem um eine Stellungnahme gebeten, so Roller. Sein Fazit sei, dass eigentlich das Probeschießen dazu verhelfen solle festzustellen, ob der Schießlärm akzeptabel sei oder wirklich so groß wie befürchtet. Der Schützenverein sei bereit zum Probeschießen.

Dafür sprachen sich auch die Gemeinderäte aus. "Ich halte das für den richtigen Weg", so Jürgen Maisch, denn das Probeschießen trage dazu bei, sich ein Urteil zu bilden. Er wies darauf hin, dass das Gremium sich schon mehrfach intensiv mit dem Thema befasst und das Wohl der Bürger im Blickfeld habe. Markus Kümmerle hob hervor, dass eine für beide Seiten tragbare Lösung angestrebt werde. Dazu müssten aber alle ein Stück weit über den eigenen Schatten springen.

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