PRO: Der Frühjahrsputz: Ein Hoch aufs Wischen

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Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin alles andere als eine Trägerin des schwarzen Kehrwochengürtels. Beständig penible, in jeder freien Minute den Staubwedel schwingende Menschen sind mir ein Rätsel. Und der schwäbische Putzfuror rund um (sämtliche!) Samstage, Feiertage und Geburtstage (wo die Gäste dann eh die Bude wieder verdrecken) geht mir gewaltig auf die Nerven. Am schlimmsten sind Zeitgenossen, die die Felgen ihrer Autoreifen mit der Zahnbürste polieren. Oder die Kante des Rasens mit der Handschere nachschneiden. Ein Albtraum.

Solche Menschen kennen sie nicht? Herzlichen Glückwunsch. Aber auch ohne Diplom im Fach feuchte Bodenreinigung: Der Frühjahrsputz muss sein. Mal ehrlich, wollen Sie etwa noch im Juni durch vom Blütenstaub verdreckte, gelb gesprenkelte Fensterscheiben in die Landschaft schauen? Das geht gar nicht. Allein deswegen, weil wir dann einen Teil des Sonnenlichts aussperren, das uns diese ersten Frühlingstage so wunderbar versüßt. Licht und Sonne sind legales Doping für die Seele. Schon daher: Auf zum Frühjahrsputz!

Apropos Seele: Wer in seiner Wohnung Ordnung schafft, kann dabei auch in seinem Inneren mal richtig aufräumen. Mit jedem alten Winterpulli, der den Schrank in Richtung Caritas-Kleidersammlung verlässt, fühlt man sich ein bisschen freier. Mit jeder polierten Fliese im Bad glänzt auch das Selbstvertrauen wieder. Jawoll, putzen erdet. Auch körperlich. Oder kennen Sie etwa das Gefühl nicht, nach einem zwölfstündigen Putzmarathon müde aufs Sofa zu sinken und samstags nicht einmal mehr das "Aktuelle Sportstudio" zu erleben? Meist brennt die Haut an den Händen vom Gebrauch des Spiritus' so sehr, dass wir freiwillig auf Kartoffelchips verzichten. Und dass der VfB verloren hat, bekommen wir auch nicht mehr mit. Also: Ein Hoch aufs Frühjahrs-Putzen.

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