Platz ist nicht wichtig, aber Ideen und Witz

Eine Weihnachtsgeschichte mit einem Drachen als Hauptperson? Das hört sich nur im ersten Moment skurril an: Das Figurentheater Happy End hat daraus eine liebenswerte Inszenierung gemacht.

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Das junge Publikum amüsierte sich beim Theaterspiel köstlich. Foto: Kirsten Oechsner

Der Drache Otto ist frech und hat gleichzeitig ein großes Herz. Er ist aber auch total verfressen und nervt gerade deshalb Lore trotz seiner Liebenswürdigkeit: Fast fällt das gemeinsame Weihnachtsfest mit der Hexe Paula aus, da Otto zum einen die Plätzchen aufgegessen hat - die wären eigentlich das Geschenk für den Gast gewesen.

Dann hat er auch noch den Weihnachtsbaum umgeknickt und Lore ist sauer - verständlich, wie aus den Reaktionen der kleinen Zuschauer im Dettinger Zillenhart-Saal zu hören ist. Und dennoch hoffen sie, dass Lore den Drachen nicht aus dem Haus wirft. Immerhin hat er ja auch ein Eichhörnchen gerettet, das in der Winterruhe plötzlich ganz desorientiert war.

Eine klassische Weihnachtsgeschichte wars nicht, die das Figurentheater Happy End präsentierte. Und doch hatte sie alles, was eine Erzählung in dieser doch so anderen Zeit braucht: Herz und Schmerz, viel Verständnis und Liebe, Geschenke wurden zu guter letzt auch ausgepackt von den Hauptakteuren - drei Figuren und Susanne End als Lore und Puppenspielerin - und gelacht werden durfte ebenfalls ausgiebig.

Denn mit vielen Kleinigkeiten, die vermeintlich so ganz nebenbei geschehen, bringt Susanne End eine ganz gewisse Heiterkeit mit ins Spiel: Die Minibühne sieht alles andere als weihnachtlich aus - grün ist der Rasen, Blumen blühen. Plötzlich schnappt sie sich eine Schneewolke vom Himmel, rollt sie auf dem Rasen aus und: "Jetzt haben wir eine geschlossene Schneedecke". Das junge Publikum freut sich hörbar über den gelungenen Gag und noch lauter wird das Lachen, als es fürs Hausdach nach dem selben Prinzip eine putzige Schneemütze gibt.

Die kleine Bühne, insgesamt kaum größer als Figurentheater-Gründerin Susanne End, birgt viele Überraschungen und es wird eines deutlich: Theater braucht nicht viel Platz, die Ideen und die Umsetzung sind wichtig. Da backt Lore mit Otto Plätzchen: Puderzucker fällt sanft vom Hausdach in die Schüssel, die Butter fliegt daher und die Kinder amüsieren sich bestens.

Auf witzige Momente - wenn beispielsweise der Drache singt, was er eigentlich nicht kann - folgen besinnlich-nachdenkliche: Als das Eichhörnchen beim Streit zwischen Lore und Otto vermittelt. Klar, dass sich die beiden wieder vertragen. Und weil Hexe Paula davon weiß, gibts für ihn auch ein ganz besonderes Geschenk: Ein Fress-Wunschkästchen, Otto bekommt alles zu essen, was er will.

Nach 45 erfüllten und zu keiner Sekunde langweiligen Minuten gehen die kleinen, etwas größeren und auch die erwachsenen Zuschauer zufrieden nach Hause: Schön war sie, die Inszenierung von "Zauberhafte Weihnachten mit dem Drachen Otto".

Das von der Gemeindebücherei organisierte Kindertheater macht jetzt erst einmal Pause, Büchereileiterin Sabine Makram versprach vor der letzten Vorstellung 2013 aber eines: "Im nächsten Jahr gehts bald wieder weiter." Die Stammgäste freuts, neue Zuschauer sind stets willkommen.

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