Nie den Glauben an ein Kind verloren

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Von ihren Weggefährten gab es zum Abschied viel Lob für die scheidende Karin-Schwab Fiedler (sitzend).  Foto: 

Einen gefühlsbetonten Abschied erlebte die Rektorin der Grundschule am Jusi in Kohlberg, Karin Schwab-Fiedler, am Donnerstag an ihrer bisherigen Wirkungsstätte.

Die Schüler stellten sich mit Rosen in der Hand zu einem Rosenbogen auf, den sie durchschreiten durfte, um von der Aula auf den Schulhof zu gehen, um dort den Tanz aller Schüler zu erleben. Zuvor hatte der Chor mit zwei eigens auf sie getexteten Strophen des Schulliedes zu überraschen gewusst.

Das musikalische Rahmenprogramm, bei dem auch die katholische Schuldekanin Carmen Trick auf Wunsch der Pädagogin ein Lied zu eigener Klavierbegleitung sang, ließ sie ebenso strahlen wie das gemeinsame Abschiedsgeschenk des Kollegiums und der Gemeinde als Schulträger. Sie kann künftig an einem Mosaiktischchen an ihre Amtszeit in Kohlberg zurückdenken.

„Ich habe Sie vor über einem Jahr als eine Pädagogin mit einem großen Herz für die Kinder kennengelernt. Seien Sie sicher, dass sie ihre Spuren hier in Kohlberg hinterlassen haben und viel Gutes bewirkt haben“, würdigte Kohlbergs Bürgermeister Rainer Taigel die künftige Ruheständlerin. Sie habe sich jederzeit „mit Leidenschaft für die Kinder eingebracht.“

Nur durch Abschiede entstehe Raum für Neues, so Taigel. Über das, was sie nun ohne die Schule machen werde, habe sie sich noch keine Gedanken gemacht, sagte Karin Schwab-Fiedler im Gespräch mit unserer Zeitung. Wer sie kennt, weiß, dass sie bis zur letzten Minute mit vollem Einsatz für ihre Kinder da war.

„Mit Ihnen haben wir viele schöne Dinge erreicht“, dankte Yvonne Weit vom Förderverein der Grundschule der Rektorin, die „treibende Kraft“ bei der  Gründung des Fördervereins und der Einführung der Schulsozialarbeit gewesen sei.

„Sie sind jemand, der immer zum Wohle der Kinder entscheidet, und zwar im Sinne innovativer Pädagogik“, sagte Schulrätin Kathrin Cottmann.

Schulleiterin Schwab-Fiedler, die auch das Montessori-Diplom erworben hat, sehe Schule als „Bildungsort im ganzheitlichen Sinne“. Sie sei allen Menschen gegenüber wertschätzend.

Sie habe nie den Glauben an ein Kind verloren und jedes Kind so angenommen, wie es ist, von Gott gewollt“, beschrieb Schuldekanin Carmen Trick die scheidende Rektorin. „Bildung wäre Makulatur ohne Herzensbildung.“

Schule solle „mehr als nur abrufbares Wissen vermitteln“, nannte  Karin Schwab-Fiedler, die seit 2009 in Kohlberg tätig war, einen ihrer Leitsätze. Sie habe ihr Amt nie so verstanden, dass alle nach ihren Vorgeben handeln müssten, sondern das Erreichte sei „das Werk aller“. Man habe immer alles kollegial entwickelt, seit 2011 zusammen mit Schulsozialarbeiter Nicolai Amann.

Sie nehme „dankbar für Vertrauen und Unterstützung“ Abschied vom Schulleben und habe immer etwas geschenkt bekommen „durch leuchtende Kinderaugen.“

Heike Wannek heißt die neue Schulleitern an der Grundschule am Jusi. Wannek ist 47 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann in Nürtingen. Ihre Lieblingsfächer sind Deutsch und Musik. Sie unterrichtet aber auch gerne Kunst und Sport.

Ihre erste Stelle als Lehrerin trat sie in Stuttgart an einer Werkrealschule an. Nach ihrem Wechsel in den Schulamtsbezirk Nürtingen hatte sie an Grund- und Hauptschulen unterrichtet, bis sie 2008 eine Schulleitungsstelle in Holzmaden übernahm.

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