Nach dem Sturz den Helm abnehmen

Tipps, Infos und nette Gespräche für und mit Bikern in Hülben. Polizei, DRK und Motorradfreunde machten am Sonntag zum Thema Sicherheit gemeinsame Sache.

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Nicht nur die zahlreichen Besucher, auch die Polizisten kamen am Sonntag in Hülben auf zwei Rädern.   Foto: 

Vor allem bei schönem Wetter schwingen sich Biker allen Alters in den Sattel und cruisen mit ihrem „besten Stück“ über die Landstraßen. Bei aller Begeisterung birgt das Lieblingshobby der Motorradfahrer doch auch einige Gefahren. Darauf wiesen das Polizeipräsidium Reutlingen, die Kreisverkehrswacht Reutlingen-Münsingen, das DRK Hülben und die Motorradfreunde bei ihrem gemeinsamen Aktionstag hin.

Denn jedes Jahr sterben in Deutschland rund 650 Zweiradfahrer bei einem Verkehrsunfall. „Die Hauptursache ist und bleibt die Geschwindigkeit“, wusste Markus Lorenz, Leiter der Verkehrsprävention, zu berichten. Dabei sind es nicht einmal die unerfahrenen Biker-Neulinge, die durch Raserei auffallen. „Die letzten schwereren Unfälle waren eher ältere Fahrer“, verriet Lorenz. Durch richtige Vorbereitung, vorausschauende Fahrweise und natürlich eine solide Ausrüstung könnten viele Unfälle vermieden werden.

Das war auch Hauptthema in Hülben. „Uns geht es heute ausschließlich um Prävention“, betonte Lorenz, „wir möchten hier einfach mit den Bikern in´s Gespräch kommen“.  Das ist den sympathischen Beamten am Sonntag auch bestens gelungen. Dienstlich und privat sind die Ansprechpartner für fachliche Diskussionen selbst auf den schweren Zweirädern unterwegs. Stolze 330 Kilogramm wiegt das Allzweckmotorrad des „Biker-Polizisten“, mit dem er bei Demonstrationen oft nur in Schrittgeschwindigkeit fährt. Das beeindruckte auch Adrian und seinen Vater, die beide mit ihren Motorrädern zum Bikertag gekommen waren. Der 17-Jährige ist erst seit März auf seinem schicken Zweirad unterwegs, was dem Vater als „alten Hasen“ schon manchmal Sorgen bereitet.

„Ich weiß halt, was das bedeutet auf dem Motorrad unterwegs zu sein“, erklärt er seine Sorgen, die sich doch ab und an bemerkbar machen, wenn der Junior mit seinem Bike unterwegs ist. Doch sein neues schickes Gefährt hat Adrian mit Bedacht gewählt. Nicht nur die edle mattschwarze Optik, sondern das Sicherheit versprechende Antiblockiersystem waren für den vernünftigen Nachwuchsbiker entscheidend. Vor allem bei Nässe oder plötzlichen Bremsmanövern ist das eben Gold wert, weiß Adrian, der sich viel mit dem Thema Sicherheit beschäftigt hat. Wie lang so ein Bremsweg schnell werden kann, konnten die Besucher am Sonntag vor Ort sehen.

Ist dann doch mal alles zu spät und der Motorradfahrer gestürzt, kommt es auf die richtige Erste Hilfe an. Wie man dabei am besten vorgeht, demonstrierte der Ortsverein Hülben des Roten Kreuzes.

Gegen überholte Meinungen, sollte man dem verunglückten Motorradfahrer tatsächlich zunächst den Helm abnehmen. Das war sogar für Willi Kullen von den Motorradfreunden Hülben neu. Dabei schließt sich Freude am Fahren, Coolness und Sicherheit längst nicht aus. „Vor allem mit Familie legt man natürlich mehr Wert auf Sicherheit“, so Willi.

Mit seinen 40 Mitgliedern geht der Club immer wieder gerne auf gemeinsame Ausfahrten. Damit sie das auch in Zukunft durch das schöne Lautertal machen können, dafür setzt sich Uli Herter mit den Motorradfreunden LILA (Leise im Lautertal) ein. Als Bindeglied zwischen Biker und Polizei nimmt Herter mit seinen Freunden oft die Vermittlerrolle ein. Immerhin fahren an einem schönen Sonntag rund 2000 Motorräder durch das verschlungene Lautertal. Damit die Strecke auch in Zukunft offen bleibt für Biker, ist LILA Ansprechpartner für beide Seiten. „Natürlich wollen die Anwohner sonntags auch mal gemütlich in ihrem Garten liegen. Man kann ja auch im vierten Gang durch die Ortschaft fahren“, gibt Herter zu bedenken.

Am Sonntag war es jedenfalls ein angenehmes Miteinander zwischen Polizei und Bikern allen Alters zu spüren. Für das leibliche Wohl der Besucher samt alkoholfreier Getränke sorgten die Motorradfreunde vor ihrem Clubheim.

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