Mit Tiefgang und Schalk

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Die Autorin Rosemai M. Schmidt hat ein neues Buch veröffentlicht, das viele Lebensweisheiten zu bieten hat.  Foto: 

Chapeau Chatte heißt  Rosemai M. Schmidts neue Erzählung.  Sie handelt, wie der Name bereits verrät, von einer Katze mit Hut. Außer ihren Pfoten, dem Schwanz und den Augen, die wissend und schelmisch durch zwei Gucklöcher schauen, sieht man nichts von ihr. Was man dafür zuhauf bekommt, sind Weisheiten und überraschende Lebensansichten. Die Katze kommt zum Schriftsteller Paul Mahron, der nach Schicksalsschlägen ein Leben in der inneren Emigration verbringt.

Philosophisch und poetisch

Abgekapselt von der Welt, holt ihn seine neue Gefährtin ins Leben zurück. Sie zieht bei ihm ein und verändert damit alles. Es entwickelt sich eine lustige, nachdenkliche, dramatische Geschichte, Pauls Werdegang und seine Schicksalsschläge werden erzählt. Rosemai M. Schmidt spannt eine Perlenschnur mit Lebensweisheiten vor dem Leser auf. „Ich bin 67“, sagt die Autorin, „ich habe Dinge aufgeschrieben, über die ich im Leben nachgedacht habe.“ So bedient das Büchlein philosophische, psychologische, poetische und therapeutische Richtungen zugleich. Und das auf eine angenehm eigene Art, der oft ein schelmisches Augenzwinkern innewohnt.

Schon die Kapitelüberschriften verraten, dass Schmidts Chapeau Chatte, diese außergewöhnliche Katze, sich mit grundlegenden Dingen befasst, wie „Schein und Sein“, der „Sehnsucht“, aber auch der „Unendlichkeit“ und der „Ewigkeit“. Der Kern der Ewigkeit ist übrigens das Jetzt, wie die Katze dem Autor erklärt: „Im Jetzt ist alles enthalten, alles Vergangene bis dahin und alles Zukünftige ab da.“ Darum zählt auch nur die Gegenwart, wie die Katze klar macht: „Du bist immer nur im Jetzt, nie in der Vergangenheit oder der Zukunft.“ Manch eigenes Erleben ist in die Geschichte geflossen, wie Schmidt erzählt, etwa, was Unendlichkeit ist. Hier hat die Autorin ein eigenes Kindheitserlebnis verarbeitet, was für eines, wird natürlich nicht verraten. Eben so wenig wie das rührende Ende der Geschichte. Wie sie auf den außergewöhnlichen Stoff gekommen ist? „Ich habe von der Katze geträumt“, erzählt die Autorin.

Voll des Lobs sind die Leser ihrer Erzählung, ihre Mutter habe es mit dem „Kleinen Prinz“ verglichen, was  an dem Glücksgefühl  nach der Lektüre liegt und darum durchaus zutreffend ist. Auch der Autorin selbst war nach dem Schreiben klar, dass sie etwas Besonderes, etwas Großes geschaffen hat. Darum hat sie auch gewartet, bis die Zeit reif war, es zu veröffentlichen. Geschrieben hat sie es nämlich schon vor vielen Jahren, damals hat sie noch in Tübingen gelebt und war Grundschullehrerin. Schon seit ihrer Kindheit schreibt sie aus Leidenschaft. „Schreiben gibt mir Halt und ist das Hobby, ohne das ich nicht sein könnte, es ist das, wofür ich brenne.“ So geht sie nie ohne Block und Stift aus dem Haus, besonders in Lebenskrisen gibt ihr das Schreiben Mut. 30 Jahre hat sie nach einer gescheiterten Ehe als überzeugter Single gelebt, bis sie vor sieben Jahren ihren Mann kennengelernt hat, „etwas Besseres hätte mir nicht passieren können“, betont sie. Sie zog der Liebe wegen nach Grafenberg und heißt nun  Rosemai Konzelmann, nur als Autorin bleibt sie bei ihrem früheren Namen. Ihr Mann ermutigt sie, zu schreiben und zu veröffentlichen. Allerdings war ihr das Werk mit der Katze zu schade, um damit bei Verlagen Klinken zu putzen. Allerdings kam auch ein „Self-Publishing“ nicht in Frage. Das änderte sich, als sie auf den Tredition-Verlag stieß. Dessen Konzept habe sie überzeugt, zudem seien dort engagierte Mitarbeiter angestellt, die das Werk professionell und ansprechend umgesetzt haben. „Es ist toll geworden“, schwärmt die Autorin, und auch dem Verlag hat das Buch zugesagt, denn es ist das Buch des Monats im Juli, eine Auszeichnung, die nur wenigen Werken zuteil wird.

Rosemai M. Konzelmann schreibt unter ihrem früheren Namen Schmidt. Sie hat zahlreiche Beiträge in diversen Anthologien veröffentlicht, teils Poesie, teils Prosa. Außerdem ist 2005 im Geest-Verlag das Jugendbuch „Wuhseli - Ein Zeitreisender strandet“ erschienen, ein Projekt, an dem Schüler als Lektoren beteiligt waren.
„Chapeau Chatte - Eine Katze kommt zu Besuch“
hat sie im Verlag Tredition veröffentlicht, www.tredition.de, ISBN 978-3-7439-3025-4.

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