Mit oder ohne Gehweg, das ist die Frage

Soll nach der Untergrund-Sanierung in der Burgstraße dort ein Gehweg gebaut werden? Oder doch lieber nicht? Der Dettinger Gemeinderat hat sich zu diesem Thema in seiner jüngsten Sitzung gespalten gezeigt.

|
Die Gemeinde Dettingen investiert in die Burgstraße. Foto: Norbert Leister

In der Burgstraße in Dettingen muss der Untergrund aufgegraben werden. Oder anders ausgedrückt: "Die alten und schadhaften Wasser- und Gasversorgungseinrichtungen im Abschnitt zwischen der Sägmühlengasse und dem Fliederweg" sind nach den Angaben der Gemeinde "dringend zu erneuern". Gleichzeitig müssten "überlastete und defekte Abwasserkanäle" ausgewechselt oder saniert werden. All das war in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend aber kein Grund für eine eingehende Diskussion.

Der springende Punkt war vielmehr die Gestaltung des Straßenraums, nachdem die Fahrbahn wieder zugeschüttet worden ist, nämlich: Soll nach den Worten von Ingenieur Frank Ludwig vom Münsinger Büro Pirker und Pfeiffer ein Gehweg installiert werden, wo bislang keiner war? Diese Frage hat eine breite Mehrheit im Gemeinderat schwer beschäftigt. "Das wäre eine neue Situation dort", gab Wolfram Beck (FWV) zu bedenken. Archibald Fritz sah gleichfalls Schwierigkeiten auf die Burgstraße zukommen: "Dort ist Gewerbe vorhanden, wenn zwei Lastwagen aneinander vorbei wollen, ginge das nur über den Gehweg." Frank Ludwig meinte daraufhin: "In der Straße ist Lastwagen-Begegnungsverkehr nicht vorgesehen." Archibald Fritz (UL) entgegnete: "Wissen das die Laster-Fahrer auch?" Das aufkommende Gelächter versuchte Bürgermeister Michael Hillert zu beschwichtigen: "Wäre das ein Argument, dass auf Grund dieses sehr seltenen Falls auf einen Gehweg zu verzichten wäre?"

Für die Begegnung von Autos und Lastern sei der Platz auf der künftigen Straßenbreite zwischen fünf und 5,90 Meter ausreichend, so Ludwig. Sollten allerdings tatsächlich mal zwei Laster sich entgegenkommen, dann müssten sie in Schritttempo aneinander vorbeirangieren - unter der Benutzung des Gehwegs.

Wolfgang Budweg (CDU) betonte, dass ein Gehweg dort in der Straße dringend vonnöten sei, gleichzeitig solle aber überlegt werden, ob Stellflächen für Autos markiert werden sollten. Zu Wort kamen während der Diskussion auch Bürger und Anwohner der Burgstraße. Albrecht Arnold etwa meinte, dass in der Straßenraumgestaltung der Gemeinde kein Konzept zu erkennen wäre. Bürgermeister Hillert entgegnete: "Wenn wir einen Dukatenscheißer hätten", dann wäre viel mehr möglich. Da dies aber nicht der Fall sei, müsse öfter "Flickwerk" betrieben werden. Ortsbauamtsleiter Erich Braun betonte, dass sich die Gemeindeverwaltung eine Vielzahl an Gedanken gemacht habe, auch über eine mögliche Einbahnstraße. Die am Donnerstagabend vorgestellte Lösung sei aber die beste, nach Abwägung aller Gesichtspunkte. Dem stimmte Budweg zu, schließlich gebe es immer mehr ältere Menschen und die seien oft überfordert, wenn sie mit Rollatoren und ohne Gehweg auf der Mitte der Straße etwa einer ganzen Reihe parkender Autos am Straßenrand ausweichen müssten.

Allerdings gab es auch andere Auffassungen. So etwa von Hans-Jürgen Frisch (UL): "Die Situation dort ist doch jetzt erträglich - mit einem Gehweg würde den Fußgängern eine Sicherheit vorgegaukelt, die sie nicht haben." Denn: Mit abgesenkten Bordsteinen sei die Versuchung für den rollenden Verkehr sehr groß, bei Gegenverkehr auf den Gehweg auszuweichen.

Wolfram Beck plädierte schließlich für eine Verschiebung der Entscheidung - was allerdings vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt wurde. Frischs Votum für die Neugestaltung der Burgstraße ohne Gehweg fand ebenfalls keine Mehrheit. Wohl aber der Vorschlag der Gemeindeverwaltung, die Straßenbreite für den motorisierten Verkehr zu begrenzen und den fußläufigen Menschen mehr Raum zu gewähren. Denn: Schließlich gehe es dabei auch um eine Richtungsentscheidung, "wo die Gemeinde hin will", wie Sabine Hiller vom Ordnungsamt hervorgehoben hatte.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Varieté: Von den biegsamen Fünf

Zur Premiere des Traumtheaters gab es zwar kein volles Haus, aber staunende, lachende und begeisterte Gesichter. Es sind solche Abende, die den Alltag farbig anpinseln. weiter lesen