Mit Knalleffekt zur Kooperation

Wie "steinreich" die Schwäbische Alb ist, möchten der Geo-Park und der Industrieverband Steine und Erden aufzeigen. Dafür vereinbarten Funktionäre beider Seiten in Grabenstetten eine Zusammenarbeit.

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Die einen empfinden Steinbrüche als „offene Wunden in der Natur“, die anderen dagegen sehen „Schaufenster in die Geologie der Erdgeschichte“ darin. Um die erste Sichtweise zu widerlegen und die zweite in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, sind der Geo-Park Schwäbische Alb und der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg (ISTE) nun eine Kooperation eingegangen.

Ziel der Zusammenarbeit, die die 6600 Quadratkilometer Fläche des Geo-Parks mit den 500 Unternehmen des ISTE verbindet, soll sein, die heimischen Bodenschätze populärer zu machen, ein Bewusstsein für die Erdgeschichte zu schaffen und die Nutzung von Steinen nachhaltig zu sichern.

„Schutz und Nutzung von heimischen Bodenschätzen ist kein Widerspruch“, sagte ISTE-Präsident Peter Röhm anlässlich der Vertragsunterzeichnung im Grabenstetter Steinbruch und Schotterwerk Moeck. „Steine werden täglich genutzt: als Baumaterial, in Zahnpasta oder im Toastbrot.“ Nur wüssten eben die wenigsten Menschen davon, was sich ändern soll.

Entsprechende Geo-Bildung für jedermann versprach Dr. Siegfried Roth, Geschäftsführer des Geo-Parks Schwäbische Alb, „einem Geo-Park von Weltrang, der Ende 2015 auch ein UNESCO Geo-Park sein wird“, so Roth. Um die gemeinsamen Ziele erreichen zu können, sollen zum Beispiel Steinbruchführer ausgebildet werden, die dann entsprechende Führungen an ausgewählten Abbaustätten leiten können. Lehrer sollen spezielle Fortbildungen besuchen können, es soll Aktionen am „Tag des Biotops“ oder an einem „Tag des offenen Steinbruchs“ geben. Mit 20 000 Euro jährlich unterstützt der ISTE den Geo-Park bei den entsprechenden Maßnahmen.

Landrat Thomas Reumann ist von der Kooperation begeistert: „Der Geo-Park hat ein unglaubliches Potenzial für Einheimische und Touristen, für Wirtschaft und Wissenschaft. Die Vertragsunterzeichnung ist ein klares Signal an die Landespolitik, diese Partnerschaft zusätzlich zu unterstützen.“ Denkbar wären dann etwa ein Geo-Mobil, also ein rollendes Klassenzimmer, oder Besucherlenkungskonzepte. „Der Geo-Park Schwäbische Alb hat das Zeug dazu, ein Aushängeschild für ganz Baden-Württemberg zu werden“, ist sich Reumann sicher.

Der Ort für die Vertragsunterzeichnung hätte nicht besser gewählt werden können. Hoch oben über dem Steinbruch und Schotterwerk Moeck in Grabenstetten, mit Blick über das gesamte Betriebsgelände, das sich von der vorbeiführenden Straße nur erahnen lässt, hatten sich die Protagonisten von Geo-Park und ISTE auf Einladung von Wolfgang Moeck getroffen. „Für mich geht heute ein Herzenswunsch in Erfüllung“, sagte der Firmenchef, der in den vergangenen Monaten einer der Motoren des Kooperationsvertrages war.

Seine Mitarbeiter hatten eine „Aussichtsplattform“ präpariert, zu deren Füßen, wie an der Perlenschnur aufgereiht, Laster mit ihrem Aushub von Stuttgart21-Baustellen den Steinbruch an einer Stelle wieder füllen, während an anderer Stelle nach einer Schausprengung wieder neues Material aus dem Weißjura-Gebiet für das Schotterwerk anfällt.

Als „steinreich“ bezeichnete dementsprechend auch Grabenstettens Bürgermeister Harald Steidl die Schwäbische Alb, die zu den geologisch abwechslungsreichsten Regionen Deutschlands zählt. Eben genau dieses einer breiten Öffentlichkeit aufzuzeigen, ist Sinn der Kooperationsvereinbarung.

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