Meiler und Markt zum Jubiläum

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Ein Kohlenmeiler mit Köhlermarkt zum Jubiläum der Ortsgruppe Kohlberg-Kappishäusern des Schwäbischen Albvereins war am Wochenende die große Attraktion. Der Verein hat seit 2010 auch vierbeinige Mitglieder: Die Ziegen zum Landschaftsschutz auf Jusi und Florian.

 Drei Grundsäulen

Die Ortsgruppe lebe buchstäblich die drei Grundsäulen des Schwäbischen Albvereins: Natur, Heimat und Wandern, so das Lob vom Präsidenten des Schwäbischen Albvereins, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß in seinem Grußwort. Die sehr engagierte Ortsgruppe setzte noch eine Säule dazu mit ihrem vierbeinigen Ziegenprojekt zum Landschaftsschutz. Sie scheute das Risiko nicht und wurde mit einem Anstieg der Mitgliederzahlen belohnt. Auch zum Jubiläum wagten sie Neues, indem sie neben Festabend mit Grußworten und unterhaltsamen Rahmenprogramm mit dem ersten Köhlermarkt in Kohlberg am Sonntag und einem dampfenden Kohlenmeiler Zeichen setzten.

 Den Meiler hatte Hobbyköhler Herbert „Hebbe“ Haag aus Dettingen schon am Freitag zusammen mit den beiden Hobbyköhlern Patrick Schmid aus Kohlberg und Jochen Buck aus Dettingen, die von ihm gelernt haben, „gebaut“. Er gab informativen Einblick in das Köhlerhandwerk und zeigte, wie Holzkohle entsteht. „Ohne Hintergrundwissen geht gar nichts“, sagt er zur traditionellen Entstehung von Holzkohle. Mehr als sieben Raummeter Holz wurden zu einem Kegelstumpf „mit möglichst wenig Hohlraum dazwischen“ aufgeschichtet und vorher aus Latten alles für eine gute Unterlüftung zu konstruiert. Danach wurde alles mit „Lösche“, das ist eine Mischung aus Erde, Asche und kleinen Holzkohlestücken abgedeckt.   Wenn alles richtig gemacht ist,  „kann der Zellstoff verbrennen und der Kohlenstoff bleibt erhalten“, so Haag.

 Kohlbergs Bürgermeister Rainer Taigel setzte am Samstag den Kohlenmeiler in Brand unter Beobachtung vieler Zuschauer. Am Sonntag dampfte es dann aus dem Meiler und Haag stach immer wieder neue „Pfeifen“, das sind die Löcher zum Entweichen des Dampfs. Bis Mittwoch macht er das alle paar Stunden, bis aus dem Holz hochwertige Holzkohle geworden ist.

 Mehr als 1000 Besucher kamen schon innerhalb der ersten Stunden zum Köhlermarkt am Sonntag, der vor allem auch von ortsansässigen Marktbeschickern gestaltet wurde. Überhaupt schien fast ganz Kohlberg am bunten Geschehen beteiligt zu sein. Vom Sportverein über Landfrauen bis zum Musikverein machten alle mit, Asylbewerber genauso wie örtliche Betriebe.

 Für alle Aktivitäten im Laufe der Zeit dankte Taigel dem Verein. „Unser schöner Hausberg, der Jusi, verdankt Ihnen, dass er heute immer noch so attraktiv ist wie vor 125 Jahren. Mit der Pflege und Unterhaltung unserer ganz besonderen Wanderwege tragen Sie zum guten Ruf von Kohlberg und Kappishäusern bei.“ Als Initiator des Ziegenprojekts ernannte er den Vereinsvorsitzenden Stefan Tremmel in Anlehnung an ein beliebtes Kinderbuch über die „Kuh Mama Muh“ beim Festabend zum „Papa Määh“.

 Der brachte es mit, „es sind nicht die großen Worte, die in der Gemeinschaft Grundsätzliches bewegen. Es sind die vielen Taten der Einzelnen“, auf den Punkt, warum der Verein so erfolgreich ist. „Unzählige dieser scheinbar kleinen Taten haben unseren Verein aufgebaut und ihm das Gesicht gegeben, das er heute hat.“ Nur durch ständige Weiterentwicklung könne ein Verein auf Dauer überleben und erfolgreich sein. „Unser Stolz auf die Heimat und unser Gemeinschaftssinn sind unser Kapital für die Zukunft.“

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