Lernen darf kein Luxus bleiben

|
Spielsachen müssen nicht teuer sein. Auch Provisorien machen diese beiden Mädchen auf den Straßen Kenias glücklich.  Foto: 

Beim Blättern durch diesen Jahreskalender können wir uns wunderbar wegträumen. Mitten hinein in die Nationalparks Kenia. In die Steppen mit ihrer exotischen Tierwelt, wo Zebras und Geparden unter der Sonne flanieren. Aber die Bilder des Kappishäusers Werner Held rütteln auch auf. Sie zeigen ungeschminkt, wie mittellos die Menschen in dem afrikanischen Land leben. Über die Not in vielen Städten Kenias mögen auch die lachenden Kindergesichter nicht hinwegtäuschen. Auch wenn die ohne Zweifel den besonderen Reiz des neuen Kalenders ausmachen.

Der Reihe nach. Im Juli dieses Jahres ist Werner Held, einer der Haupt-Initiatoren des Kenia-Projekts des CVJM Kappishäusern, erstmals selbst nach Eldoret und Nairobi aufgebrochen. Zur dortigen christlichen Gemeinde „Church on the Rock“ des kenianischen Pastors Geoffrey Mongare pflegen die Kappishäuser bereits seit 1999 enge Kontakte. Mehr noch: Der kleine Verein aus dem Neuffener Stadtteil unterstützt die Projekte des Kenianers seit Jahren mit Sach- und Geldspenden. Und das nicht ohne Grund: Denn Geoffrey Mongare ist Prediger, Seelsorger und Missionar. Und der Mann leitet zwei kirchliche Schulen in Eldoret und in Githurai, dem Armenviertel der Hauptstadt Nairobi. Zudem hat er in seinem ehemaligen Wohnhaus ein Waisenhaus eingerichtet, um elternlosen Kindern ein Dach über dem Kopf zu geben.

Das Besondere an den Schulen, die der afrikanische Pfarrer unterhält: Sie sind auch für die Ärmsten der Armen zugänglich. Die Eltern bezahlen dort nur ein symbolisches Schulgeld – im Gegensatz zu den anderen Bildungsanstalten, die sich viele nicht leisten können. „Und die staatlichen Schulen sind überfüllt und überfordert“, erklärt Werner Held.

Doch das Lernen darf kein Luxus bleiben – da sind die Mitglieder des CVJM Kappishäusern mit dem kenianischen Pastor einig. Und deswegen verkauft der Verein nun bereits zum wiederholten Mal einen Kalender mit Fotos aus Kenia – der Erlös soll wieder direkt in die Partnergemeinde fließen.

Großformatige bunte Fotos, biblische Psalmen und neuerdings sogar fünf Spalten, damit jedes Familienmitglied seinen Platz hat: „Wir haben das Layout etwas überarbeitet“, erzählen Werner Held und Marion Hoff vom CVJM, die vor Jahren selbst mit ihrem Partner Armin Zagst in der Partnergemeinde auf Motivschau war.

Die Bilder des Sommers 2017 hat nun (bis auf eines) Werner Held festgehalten. Und er hofft, dass sich wieder viele Interessenten finden, die das Kenia-Projekt mit dem Kauf des Kalenders unterstützen. Das ist wichtig, denn eben haben die Kappishäuser und die Gemeinde „Church on the Rock“ einen weiteren wichtigen Schritt bewältigt, um die Situation der Kinder in Ostafrika zu verbessern: Dank vieler Spenden aus der Region, darunter denen von SÜDWEST PRESSE-Lesern bei unserer Weihnachtsaktion 2015, hat Geoffrey Mongare in Githurai ein Grundstück erworben. Auf diesem Platz entsteht momentan eine neue Schule für die Kinder, die bislang unter beengten Verhältnissen lernen. Die Lehrer halten den Unterricht in einer Kirche und in einem provisorisch eingerichteten Blechanbau ab. Sonntags wird alles wieder zum Raum für den Gottesdienst.

Nun steht das erste Klassenzimmer, die ersten Kinder sind bereits eingezogen. Werner Held und Marion Hoff freuen sich,.immerhin ist der Anfang gemacht. Geplant sind allerdings elf neue Klassenräume. „Es hängt von unseren Spenden ab, wie schnell wir weiterbauen können“, erläutert Werner Held.

Geld aus dem Neuffener Täle und dem Ermstal ist in Kenia also weiterhin gefragt, zumal die Gemeinde den Schülern auch ein regelmäßiges Mittagessen anbieten will, betont Marion Hoff. Und auch die Lehrer wollen bezahlt sein. Deswegen basteln die Kappishäuser an vielen neuen Ideen, um ihre Freunde in Afrika zu unterstützen. Vielleicht gibt es demnächst einen Weihnachtsmarkt für Kenia.

Der von Werner Held fotografierte Kalender mit Kenia-Bildern (ein Motiv siehe oben) ist in der Region an folgenden Verkaufsstellen erhältlich: In der Geschäftsstelle der SÜDWEST PRESSE in der Hindenburgstraße in Metzingen,  Buchhandlung Litera und Schuhhaus Eberle in Dettingen, bei Raumausstattung Knöll in Grafenberg, HG-Markt Neuhausen, Schreibwaren und Bürobedarf Stümpfle in Neuffen. Internet: kenia-soll-leben.de.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Die letzten Tage der Bäckerei Sautter

Ein Traditionsbetrieb hört zum Monatsende auf. Aus Altersgründen, denn der Chef geht in Rente. Eine Nachfolge scheiterte, weil der Standort zu exklusiv ist. weiter lesen