Kohlberg klagt gegen Planer

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Aus dem Hartplatz in Kohlberg sollte eigentlich ein Kunstrasenplatz werden. Der Traum endet womöglich mit einer Gerichtsverhandlung, da sich die Gemeinde nicht mit dem bisher zuständigen Planungsbüro einigen konnte.  Foto: 

Auf den gewünschten neuen Kunstrasenplatz statt des vorhandenen Hartplatzes, müssen die Kohlberger Sportler noch warten. Der für diesen Sommer geplante Übergabetermin wird jetzt voraussichtlich durch einen Gerichtstermin ersetzt: Der Kohlberger Gemeinderat hat am Mittwoch einstimmig beschlossen, Schadenersatzklage gegen das Planungsbüro einzureichen. Das Projekt „Umwandlung des vorhandenen Hartplatzes in einen Kunstrasenplatz“ in Kohlberg ist zumindest vorerst gescheitert und der alte Platz nicht mehr nutzbar.

Büro extra beauftragt

Aus einem Gutachten geht nun hervor, dass der Untergrund dafür nicht geeignet war. „Der vorgefundene Aufbau entspricht nicht dem Stand der DIN 18035/6 vom April 1978“, heißt es darin über den vorhandenen Hartplatz. Diese Tatsache hatte der beauftragte Fachingenieur nicht berücksichtigt. Der Platz weist außerdem Schäden durch die vorbereitenden Arbeiten für die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz auf.

Wäre dem Gremium bekannt gewesen, dass der Untergrund nicht geeignet ist, wäre kein Auftrag erteilt worden. „Man hätte tiefgreifende Untersuchungen machen müssen“, erklärte der Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Tilmann Mögle, die Sachlage. Dem Gutachten entsprechend, mache der Kunstrasenplatz wie ausgeschrieben keinen Sinn. Der Gemeinderat hatte extra ein Planungsbüro beauftragt, um ein solches Risiko auszuschließen.

Untersuchen haben gefehlt

„Wir wollten etwas Vernünftiges, haben uns darauf verlassen“, so Gemeinderat Jürgen Maisch. „Wir hätten nichts gemacht, wenn klar gewesen wäre, dass der Untergrund nicht geeignet ist. Dann wäre auch kein Schaden entstanden“, stellte Gemeinderat Dr. Joachim Bloehs klar. „Wir hätten nicht begonnen, wenn Defizite im Untergrund durch die Planung festgestellt worden wären.“

„Wir sind die Gelackmeierten“, brachte Gemeinderat Andreas Queck die Situation auf den Punkt und ergänzte, dass sich die Auseinandersetzung schon lange hinziehe, der Platz nicht genutzt werden könne, Schaden entstanden sei und „wir fast zum Rechtsweg gezwungen sind.“ Eine außergerichtliche Einigung zeichne sich zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt nicht ab, wie Bürgermeister Rainer Taigel als Ergebnis von Gesprächen berichtete. „Ein Vergleich scheint nicht möglich.“

Schadenersatz wird ermittelt

Die genaue Höhe der Schadensersatzansprüche müsse noch ermittelt werden, so Taigel weiter. „Wir haben nichts falsch gemacht. Der Gemeinderat ist unschuldig“, machte er deutlich. Außerdem müsse man nun mit einem anderen Fachingenieur nach einer Lösung suchen. Klar sei, dass eine „richtige Herstellung alles Bisherige in den Schatten stellen würde“, so Taigel. Eine komplette Neuanlegung des Platzes würde einfach jeglichen Kostenrahmen der Gemeinde sprengen.

Wie es weiter geht, ist noch völlig offen. Fest steht nur, dass niemand den alten Platz derzeit mehr nutzen kann. Der bisherige Traum von einem Kunstrasenplatz, wie er laut Planungsbüro möglich schien, ist aber geplatzt.

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