Klöppelspitze ziert das Amtszimmer

Mit Können und Geduld haben drei Hülbener Klöpplerinnen einen Beitrag geleistet, um das Rathaus zu verschönern. Ihre Handarbeit ziert nun das Büro von Bürgermeister Siegmund Ganser.

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Irmgard Martin, Waltraud Bock und Ruth Rausenberger (von links) haben für das Dienstzimmer von Siegmund Ganser neue Spitzen und Applikationen für die Vorhänge geklöppelt. Foto: Regine Lotterer

528 Stunden haben Waltraud Bock, Irmgard Martin und Ruth Rausenberger benötigt, um neue Vorhänge fürs Hülbener Rathaus zu klöppeln. Seit kurzem hängen die guten Stücke im Dienstzimmer des Bürgermeisters. Gestern bedankte sich Verwaltungschef Siegmund Ganser mit einem Blumenstrauß und lobenden Dankesworten bei den drei Frauen. "Klöppeln gehört zu Hülben", sagt Ganser, "und deshalb gehört das Handwerk auch ins Amtszimmer des Bürgermeisters."

Schon seit dem Umzug der Verwaltung ins jetzige Rathaus im Jahr 1989 haben Vorhänge mit geklöppelter Spitze und ebensolchen Applikationen die Dienststube des Bürgermeisters geziert. Jetzt, nach 23 Jahren, ist der Vorhangstoff brüchig geworden, weswegen sich die Verwaltung um Ersatz bemühte. Glücklicherweise, sagt Siegmund Ganser, haben sich die drei Frauen bereit erklärt, die Mühe auf sich zu nehmen. Alle drei haben sich das Klöppeln von erfahrenen Kunsthandwerkerinnen zeigen lassen sowie ihr Wissen in VHS-Kursen vertieft. Während Irmgard Martin und Waltraud Bock schon seit gut einem viertel Jahrhundert die alte Hülbener Tradition hochhalten, praktiziert Ruth Rausenberger ihr Hobby erst seit dem Eintritt ins Rentenalter. Schließlich, erklärt sie, brauche eine Klöpplerin ausreichend Muse, um ihr Werk voranbringen zu können: "Wenn man Zeit hat, dann machts auch Spaß", finden die drei Frauen. Für die Gemeinde haben sie die Zeit und ihr Können gerne eingesetzt, sagen alle drei. Ihr Lohn sind nun die bewundernden Blicke, die den Vorhängen gelten, wie der Bürgermeister betont. Die alten Vorhänge sind nun zwar abgehängt, werden aber dennoch in Ehren gehalten. Sie kommen ins Archiv, wo sie für die Nachwelt aufbewahrt werden. Drei Applikationen verbleiben überdies im Dienstzimmer des Bürgermeisters. Sie werden gerahmt, um anschließend eine Wand zu zieren.

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