Klettern an der Upfinger Nordwand

Mit dem Wunsch, Kindern Raum zum Toben, Rennen, Lachen, Experimentieren und Spielen zu schaffen, ist der Verein "Spielplatzfreunde Upfingen" im Mai angetreten. Nun ist das Ziel erreicht.

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Der Verein "Spielplatzfreunde Upfingen" freuen sich gemeinsam mit den Buben und Mädchen über eine Spende der Volksbank über 2500 Euro. Foto: Simon Wagner

Was aus dem Versprechen geworden ist, einen attraktiven Spielplatz im Ort zu schaffen, war am Samstagnachmittag zu besichtigen. Was entstanden ist, hat nicht mehr viel mit dem Platz gemein, der zuvor ein Schattendasein führte und bestenfalls für mitleidige Blicke gut war. Spielende Kinder wurden dort jedenfalls kaum noch gesichtet.

Ganz anders das Bild am Samstag. Zur offiziellen Eröffnung des neuen "Spielis" war dieser bunt bevölkert, der Geräuschpegel so, wie es sich bei quietschfidelem Spielbetrieb gehört. Und der Tag bildete keine Ausnahme, wie Fabian Röken, der Vorsitzende der "Spielplatzfreunde" versicherte. Schon seit gut einer Woche, seit dem der TÜV den Spielplatz abnahm, regt sich neues, quirliges Leben. Seither gibt es unter den jungen Upfingern kein Halten mehr.

Denn das, was der Reutlinger Spielplatzbauer Janko Helmschmidt mit seinem Team von "Holz Spiel Natur" in 14-tägiger Arbeit aufbaute, dürfte die Erwartungen der kleinen, aber auch der großen Spielplatzfans übertroffen haben.

Das Gelände gliedert sich nun in verschiedene Zonen, die dazu einladen, je nach Temperament und Spiellaune ins Geschehen einzugreifen. Werden am Kletterturm, samt der steilen Upfinger Nordwand, gezielt Bewegungsüberschüsse abgebaut, so wird gegenüber gemächlich im Sand gebuddelt und Förmchen befüllt. Wem das wiederum zu kindisch ist, der wirft sich mit Schwung auf die Vogelnestschaukel, geht auf die Rutsche, wippt eine Runde oder beweist Trittsicherheit im Stelzenwald. Der buchstäbliche Renner allerdings ist die Seilbahn am Fuß des Geländes. Hier bildeten sich am Samstag lange Warteschlangen.

Insgesamt hat der Verein 30 000 Euro in den runderneuerten Platz investiert, nachdem 25 000 Euro an Spenden von Bürgern und rund 30 Sponsoren eingesammelt waren. Darunter war auch die Volksbank Metzingen-Bad Urach. Ihr Vorstand, der gebürtige Upfinger Karl Georg Lotz, überreichte am Samstag einen überdimensionalen Scheck in Höhe von 2500 Euro, sieht er doch mit der Initiative der "Spielplatzfreunde" den Gedanken der Selbsthilfe mit Leben erfüllt. Nicht zu Letzt trug auch die Gemeinde St. Johann mit weiteren 5000 Euro zum Projekt bei. Zudem übernimmt sie die Haftung und die Wartung fürs Geländes. Der Gemeinde, wie auch allen Spendern, galt der ausdrückliche Dank des Vereins und der Applaus der mehr als 50 Gäste.

Der Verein mit aktuell 35 Mitgliedern beließ es jedoch nicht dabei, sich im Glanz der Wohltätigkeit zu sonnen, sondern packte tatkräftig mit an. Nachdem die alten Spielgeräte in Eigenregie abgebaut waren, kümmerte sich der Verein darum, das Areal für die Holzarbeiten vorzubereiten oder Holzhackschnitzel zu verteilen. Insgesamt absolvierten die Mitglieder nach Feierabend oder an den Wochenenden zehn mehrstündige Arbeitseinsätze: "Es waren immer Leute da", so Rökens Dank. Der Dank war auch an Ortsvorsteher Helmut Schepper gerichtet, der die Bauarbeiten laufend unterstützte: "Ein Anruf genügte", so Rökens Erfahrung.

Die Befürchtung, dass nun mit der Eröffnung des Spielplatzes das Engagement des Vereins beendet sei, zerstreute Markus Schreiner: "Wir haben einen Verein gegründet, der dranbleibt, um den Spielplatz zu erhalten." Dazu gehören regelmäßige Kontrollgänge ebenso wie künftige Optimierungen. Denn, auch das machte Schreiner klar: "Hier soll ein Upfinger Treffpunkt entstehen. Für Kinder, aber auch für ihre Eltern und Großeltern." Seine Bitte deshalb: "Geht pfleglich damit um."

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