Kindergarten und Festhalle prägen Haushalt

Zwei Großprojekte prägen den Römersteiner Haushalt in diesem Jahr. In Böhringen will die Kommune einen neuen Kindergarten bauen, in Zainingen soll nach langem Warten die Festhalle saniert werden.

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  • Der Böhringer Kindergarten ist auf drei Standorte verteilt, zwei sind in der Kinderschulstraße zu finden. Foto: Thomas Kiehl 1/2
    Der Böhringer Kindergarten ist auf drei Standorte verteilt, zwei sind in der Kinderschulstraße zu finden. Foto: Thomas Kiehl
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In den vergangenen Jahren hat sich die Gemeinde Römerstein mit Investitionen zurückgehalten. Geschuldet war dies nicht zuletzt der angespannten Haushaltslage in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise. Inzwischen haben sich die kommunalen Finanzen deutlich erholt, die vergangenen beiden Jahre brachten den Römersteinern ziemlich ordentliche Einnahmen. Dasselbe gilt aller Voraussicht nach auch für 2013: Kämmerer Dieter Haubensack rechnet in diesem Jahr allein bei der Gewerbesteuer mit Einnahmen von einer Million Euro. Bei der Zuführungsrate, und damit beim Gewinn aus dem laufenden Geschäft, geht Haubensack von 930 000 Euro aus, die nach Abzug von Zinszahlungen und Tilgung für Investitionen zur Verfügung stehen. "Das", sagte Bürgermeister Michael Donth am Donnerstag im Gemeinderat, "ist eine sehr gute Zahl, auch im Vergleich mit den vergangenen Jahren."

Die steigenden Einnahmen nutzt die Gemeinde dieses Jahr, um Projekte anzupacken, die schon seit geraumer Zeit auf der Agenda stehen oder wie es Michael Donth ausdrückte, die bislang "schubladisiert" wurden. Geschoben hat die Gemeinde zum einen den Neubau eines Kindergartens in Böhringen, zum anderen die Sanierung der Turn- und Festhalle in Zainingen. Für den Kindergarten plant die Gemeinde in diesem Jahr Ausgabe von 375 000 Euro ein. Aufträge für weitere 225 000 Euro können mit Hilfe einer so genannten Verpflichtungsermächtigung erteilt werden. Die restlichen Baukosten in Höhe von rund 1,25 Millionen Euro wollen die Römersteiner über den Haushalt 2014 finanzieren.

Für die Zaininger Halle sind im Etat 450 000 Euro eingestellt. Auch hier besteht die Möglichkeit, Gewerke für weitere 150 000 Euro über eine Verpflichtungsermächtigung auszugeben. Die Gesamtkosten für die Sanierung liegen nach neuen Schätzungen bei rund 900 000 Euro.

Noch steht aber nicht fest, ob die Römersteiner tatsächlich beide Projekte in diesem Jahr anpacken. Klarheit darüber besteht erst im Juli, wenn bekannt ist, ob die Kommune für beide Vorhaben Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock des Landes erhält. Sollten die Zuschüsse nicht in erhoffter Höhe eintreffen, besteht auch die Option, nur ein Projekt umzusetzen. Außerdem hat der Gemeinderat einen Puffer im Etat eingebaut. Auf den vorgesehenen Ausgaben für die Sanierung von Straßen und Feldwegen, zusammen rund 225 000 Euro, liegt ein Sperrvermerk. Das heißt, der Gemeinderat hält sich die Möglichkeit offen, diese Ausgaben ins nächste Jahr zu schieben, sollte es bei der Finanzierung der Hauptprojekte klemmen.

Bürgermeister Donth verteidigte in seiner Haushaltsrede die hohen Ausgaben, die der Etat 2013 vorsieht. Diese dienten im Falle der Zaininger Festhalle dazu, Substanz zu erhalten. Für die Kindergartenarbeit in Böhringen bringe der Neubau deutlich bessere Arbeitsmöglichkeiten und organisatorische Vorteile, da der Kindergarten bislang auf drei Standorte verteilt ist. Überdies stünden ohnehin Sanierungen in zwei Kindergartengebäuden an, die mit dem Neubau entfallen. Gleichzeitig schafft das Projekt Raum für eine Tiger-Gruppe, in der künftig Kinder unter drei Jahren betreut werden sollen.

Auch wenn die Römersteiner in diesem Jahr ordentlich Geld in die Hand nehmen, sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung leicht auf voraussichtlich 438 Euro. Im kommenden Jahr dürfte die Zahl allerdings nach oben gehen.

Mit dem Etat 2013 legte Dieter Haubensack letztmals einen Haushaltsplan im Gemeinderat vor, Ende des Jahres geht er in den Ruhestand. Ob sein Bürgermeister nochmals das Vergnügen hat, den Römersteiner Räten einen Etatentwurf zu erläutern, muss sich noch weisen. Im Falle seines Wechsels nach Berlin hat die Gemeinde allerdings vorgesorgt: 10 000 Euro sind im Etat für Verabschiedung und Neueinsetzung eines Bürgermeisters eingeplant. Sollte das Geld nicht benötigt werden, sagt Michael Donth, "haben wir schon wieder was gespart". Die Gedanken von Gemeinderätin Gabriele Hagmeyer gingen für diesen Fall indessen in eine andere Richtung: "Dann", sagte sie am Donnerstag, "machen wir ein Fest."

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