Keltenmuseum zeigt neue Funde aus Privatbesitz

Die Saison im Keltenmuseum Heidengraben ist eröffnet. Besucher können Fundstücke betrachten, die der Öffentlichkeit bislang nicht zugänglich waren.

|
Vorherige Inhalte
  • Günther Schwenkel hat Teile seiner Funde ans Museum ausgeliehen. 1/2
    Günther Schwenkel hat Teile seiner Funde ans Museum ausgeliehen.
  • Die Erde am Heidengraben birgt ein reiches Erbe. Fotos: Rena Weiß 2/2
    Die Erde am Heidengraben birgt ein reiches Erbe. Fotos: Rena Weiß
Nächste Inhalte

Ein Drehmühlstein aus der Elsachstadt zählt in der diesjährigen Museumssaison zu den wichtigsten Ausstellungstücken, denn er besteht aus einem besonderen Material: "Bis 2010 war die Verwendung dieses Steines für Mühlsteine unbekannt", erklärten die Mitglieder des Fördervereins Heidengraben. Gefunden hat ihn Günther Schwenkel aus Hülben. Er ist nicht nur langjähriges Mitglied des Vereins, sondern führt Besucher auch durch das Keltenmuseum. In dieser Saison können Gäste hauptsächlich Stücke aus privaten Sammlungen begutachten. Jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr stehen die Pforten des Museums offen.

Seit das Museum vor zwei Jahren vergrößert worden ist, steige die Besucherzahl, sagt Schwenkel. Dazu trage sicher auch bei, dass sich das Biosphärengebiet eines wachsenden Bekanntheitsgrades erfreue. Besonders Gruppen interessierten sich immer öfter für das Keltenmuseum. Das Interesse wächst aus gutem Grund. Mit mehr als 1600 Hektar ist der Heidengraben bei Grabenstetten die größte befestigte Siedlung der Eisenzeit in Mitteleuropa. So verwundert es nicht, dass es dem Verein an Fundstücken nicht mangelt.

Einen weiteren Höhepunkt der Ausstellung stellt ein Nachgeburtstopf dar. Dieses Fundstück wurde zusammen mit mehr als 400 Scherben in einem alten Grabenstetter Haus gefunden. "Die Scherbenfunde gehen von der Latenezeit bis zum 19. Jahrhundert. Außerdem gibt es lasierte und unlasierte Scherben aus der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts." Ein Teil ließ sich sogar wieder zu kompletten Töpfen zusammenfügen, berichtet Schwenkel, so auch der Topf, der anhand von DNA-Proben eindeutig als Nachgeburtstopf bestimmt werden konnte. In den Vitrinen sind nicht nur die Fundstücke zu sehen, es finden sich auch Hinweise zu den Fundorten sowie zu den Findern. Außerdem gibt es Fakten zum Heidengraben. Was das Keltenmuseum in Grabenstetten aber wirklich ausmacht, sind die Vereinsmitglieder, die sich ehrenamtlich für das Museum einsetzen. Jeden Sonntag führen sie mit ihrem Wissen durch das Museum, nicht selten ist es dabei ein Finder selbst, der den Besuchern sein Wissen über die Ausstellungsstücke vermittelt. Das macht das Keltenmuseum interessant für Jung und Alt.

Kaffeestube im Rathaus und Führung im Gelände

Das Keltenmuseum Heidengraben beteiligt sich am morgigen bundesweiten Tag des Museums. Dieser Tag soll die Bedeutung und Vielfalt der Museen ins Bewusstsein rücken. Dieses Jahr lautet das Thema "Sammeln". Die einzelnen Museen können dieses frei interpretieren. Dem Förderverein Heidengraben gelang es in den vergangenen Jahren immer, zum jeweiligen Thema eine Sonderausstellung zu gestalten. Auch 2014 wurden wieder Sondervitrinen bestückt. Die Museumsleiterin und Erste Vorsitzende des Fördervereins Heidengraben, Rose Gruner, hat das Vertrauen vieler privater Sammler gewonnen, die ihre Funde vom Heidengraben und aus der Region nun als Leihgabe für die Sonderausstellung im Keltenmuseum zur Verfügung gestellt haben. Vom Heidengraben selbst sind seit der Eröffnung der diesjährigen Museumssaison vor drei Wochen, vier Vitrinen mit Leihgaben von Günther Schwenkel neu bestückt worden.

Morgen kommen zwei weitere Vitrinen mit neuen Funden vom Heidengraben hinzu. Weitere Funde vom Heidengraben, die jedoch ursprünglich aus dem oberen Donautal stammen, weisen auf die Handelswege und -verbindungen der Heidengraben-Kelten hin. Der Ackerläufer Achim Lehmkuhl hat einen keltischen Zügelring aus Bronze in die Sonderausstellung gegeben, der in seiner Schönheit und perfekten Machart Erstaunen hervorruft. Passend dazu sind die ersten Fundberichte vom Heidengraben mit Bild aus dem Jahre 1909 zu sehen. Weitere Blätter berichten von den Ergebnissen der "Albvereinsgrabung Heidengraben anno 1906". Aus dem Besitz des Grabenstetteners Albert Götz, der viele Ausgrabungen begleitet hat und wichtige Hinweise zu Funden dem Landesdenkmalamt weitergab, sind viele Dokumentationsunterlagen und -materialien in der Ausstellung. Aus der Nachbarschaft des Heidengrabens wurden dem Förderverein Funde durch Waltraud Schmid übergeben. Es handelt sich um besonders schön durch Kerbschnitt verzierte Keramikfunde und Spinnwirtel, gefunden 1936 bis 1946 von Heribert Schmid auf Maulwurfshügeln auf dem Jusi.

Am Sonntag gehts nicht nur im Keltenmuseum Heidengraben rund, sondern auch im Gelände. Wie seit vielen Jahren bietet der Förderverein Heidengraben eine Führung im Gelände mit Frau Dr. Angelika Rüdiger an. Beginn der Führung ist um 14 Uhr vor dem Rathaus in Grabenstetten, Dauer zirka eineinhalb Stunden.

Außerdem lädt der Förderverein Heidengraben ins Sitzungszimmer des Rathauses ein. Es gibt Kaffee und hausgemachten Kuchen, Butterbrezeln und Getränke. Das Keltenmuseum Heidengraben ist am Sonntag von 11 bis 17 Uhr durchgehend geöffnet.

SWP

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gesucht: Ideen und Investoren

Die Stadt will das Areal rund um den Ulrichsturm neu gestalten. Am Montag startet deswegen ein Architekten- und Investorenwettbewerb. weiter lesen