Jeder kann Neues wagen

Engagiert und motiviert sind die Frauen in den Vereinen, nicht anders beim TSV Dettingen: Zum Weltfrauentag gibts seit vielen Jahren ein ganz besonderes Dankeschön in Form eines ausgiebigen Frühstücks.

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Gaby Stanger (links) machte den Zuhörerinnen beim Weltfrauentag Lust auf Bewegung. Foto: Kirsten Oechsner

Ohne Frauen geht schon lange nichts mehr: Sie beleben das sportliche Miteinander im Verein, übernehmen Verantwortung bis hinauf in ehrenamtliche Führungspositionen und sind immer da, wenn sie auch außerhalb der Sporthallen gebraucht werden - als Fahrerin der Kinder, Spenderin von Kuchen oder Helferin bei Festen. Schon vor vielen Jahren organisierte TSV-Frauenbeauftragte Sabine Wörner am Weltfrauentag als kleines Dankeschön eine Veranstaltung nur für die weiblichen Mitglieder: Im Alten Rathaus trafen sie sich in lockerer Runde bei Sekt und Häppchen, das Sportangebot und neue Trends wurden vorgestellt. Im Lauf der Jahre wurde ein Frühstück daraus, zunächst in der Aula der Schillerschule und seit dem Sportheimbau dort - die von vielen ehrenamtlichen Helferinnen gestemmte Veranstaltung ist beliebt, das Zusammensein generationenübergreifend locker.

Denn Sport zu treiben und etwas für seine Gesundheit zu tun, ist nicht ans Alter gebunden. Entsprechend breit ist auch das Angebot im TSV, vor allem Breitensportlerinnen finden eine Fülle an Möglichkeiten: Ob sie nun bereits seit vielen Jahrzehnten im TSV aktiv oder als Neumitglied erst eingestiegen sind und noch Kontakt suchen.

Manche Mitesserinnen werden durch das Angebot am Welttag der Frauen auch zum sportlichen Wiedereinstieg motiviert, dazu beigetragen hat gestern sicherlich auch der Vortrag von Sportpädagogin Gabi Stanger. Die Dettingerin ist im TSV als Übungsleiterin aktiv, war einst Handballerin und später Profi-Mountainbikerin. 2009 hat sie das Bike-Projekt "Von Null bis Obermarchtal" initiiert und ist selbst überrascht von dem nachhaltigen Erfolg einer im Prinzip ganz einfachen Idee: "Neueinsteigern und untrainierte Radfahrer in einem halben Jahr für die Langstrecke fit zu machen", so die Referentin. Und, so eine ihrer Motivationen für das Projekt: "Ich wollte meine Begeisterung für den Sport mit anderen teilen."

Inzwischen ist die Sportpädagogin auch begeistert von den Leistungen der Biker, unter ihnen viele Frauen: Verzagte Radlerinnen fahren plötzlich mutig steile Berge hinunter, die älteste Teilnehmerin traute sich mit 60 Jahren mitzumachen und die ein oder andere hat tatsächlich das Ziel erreicht, erheblich abzunehmen.

Klar sei das individuell ausgetüftelte Trainingsprogramm inklusive Krafttraining, Ernährungsberatung und Technikeinführung anstrengend bishin zur Qual: Doch der Moment, wenn man in Obermarchtal über die Ziellinie fahre, entschädige für vieles.

Auch Gabi Stanger genießt den Erfolg "ihrer" Projektteilnehmer: "Ich kann es schwer in Worte beschreiben, wie das für mich ist, wenn es jemand geschafft hat." Das Bike-Projekt steht jedoch stellvertretend für sportliches Engagement überhaupt, es muss nicht gleich die Teilnahme an einem Mountainbike-Marathon sein.

Erfolg stärke das Selbstbewusstsein - den könne man auch in einer ganz normalen Sportstunde haben. Und jeder könne sich Ziele setzen, seis die Teilnahme als Nordic Walker am Ermstalmarathon oder eine bestimmte Anzahl von Situps.

Da zähle weder das Alter und erst recht nicht das Geschlecht - jeder sei ein individuelles Wesen und deshalb würden ganz persönlichen Erfolgserlebnisse zusätzliche Motivation schaffen.

Denn, so Gabi Stangers Erkenntnis: "Jeder kann Neues wagen."

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