Jeder Handgriff muss sitzen

Die Freiwillige Feuerwehr hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen. Sehr viele ließen sich informieren, bewirten, auch die Kinder hatten ihren Spaß. Ein Höhepunkt war die Vorführung der Rettung eines Unfallopfers.

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Die Feuerwehr Kohlberg gibt Einblicke in ihr Können im Notfall. Foto: Wieland Lehmann

Tag der offenen Tür heißt es schlicht, doch in Kohlberg standen am Sonntag die Tore des Feuerwehrgerätehauses weit offen. Die Fahrzeuge und Geräte fanden draußen ihren Platz, lockten bereits zeitig viele Gäste an. Die fanden dann im Gerätehaus Platz. Mit einem ökumenischen Gottesdienst, den der Posaunenchor Kohlberg-Kappishäusern begleitete, erhielt der Tag hier seinen festlichen Beginn. Pfarrer Harald Geyer hatte zu seiner Predigt den barmherzigen Samariter zum Thema, ging auf das vielfältige Hilfswerk ein, das ohne die Feuerwehr nicht zu denken ist, fand auch Worte zur Hilfe bei den gegenwärtigen Überschwemmungen. Er zeigte sich erfreut, dass die Initiative zu diesem Gottesdienst hier am Sitz der Feuerwehr von ihr ausgegangen sei, zeige das doch die Bindung der Wehr an die Kirche, an die Gemeinde.

Das Wetter zeigte sich besser als angenommen, die Bierbänke vor dem Gerätehaus füllten sich. Die Jugendfeuerwehr lockte die Kinder an. Da wurde der Wasserstrahl auf eine kleine Holzfassade gelenkt, wo Fenster und Tür vom Strahl aufsprangen, auch mal die dahinter stehenden Kinder ihren Teil abbekamen, was sie gern über sich ergehen ließen. Andere wurden zum Gebrauch von Feuerlöschern angeleitet. Eine Fettexplosion und eine Explosion einer Spraydose zeigte die Gefahren, die davon ausgehen können, wenn man Fett erhitzt oder eine Spraydose unsachgemäß behandelt. Natürlich waren das HLF 10/6 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) und LF 8/6 (Löschgruppenfahrzeug) Anziehungspunkte. Immer wieder stiegen Kinder und auch Erwachsene ein, wollten selbst einmal ein richtiges Feuerwehr-Gefühl spüren, auch mal das Signal ertönen lassen und das Blaulicht einschalten. Und die Ausrüstung von solchen Fahrzeugen interessierte immer.

Derweil hatten die Feuerwehrmitglieder alle Hände zu tun, um die Gäste zu verköstigen. In der nun leeren Fahrzeughalle, die Sonne lockte natürlich nach draußen, hatte die Band California Dreams, ein "Kohlberger Gewächs" mit Franziska Schäfer (Gesang), Peter Hartmann (Cajon, und Holzkiste als Schlagzeug, Gesang) und Jörg Leibfarth (Gitarre und Gesang) Platz genommen, sorgten ab 13.30 Uhr bis in den Abend hinein für Stimmung. Die offenen Tore ließen die Musik bis hinaus hören.

Dann drehte Feuerwehrkommandant Alexander Seidenspinner die Handsirene, die Gäste zog es an den Erscheckweg, an dem ein Auto stand und weiträumig abgesperrt wurde. Lena Held von der Jugendfeuerwehr hatte ihren Platz am Lenkrad eingenommen, sie sollte aus dem Unfallwagen gerettet werden.

Was das Publikum nun erlebte war der realistische Ablauf einer solchen Rettung. Der First Responder, die erste Hilfe bis zum Eintreffen der Retter, ließ sein Signal ertönen, es folgten die Feuerwehr und die DRK-Bereitschaft Neuffen. Die Zuschauer konnten nun erleben, wie die Rettungsaktion verläuft, Steffen Graß, zweiter Stellvertreter des Kommandanten, kommentierte den Ablauf.

Da wurden die hinteren Seitenscheiben eingeschlagen, die Fahrertür wurde aufgeschnitten, die Frontscheibe wurde entfernt, die Säulen durchtrennt, das Autodach von der Karosserie abgehoben. Es war zu sehen, welche Herausforderungen an die Wehrmänner und Rettungssanitäter bei einem solchen Einsatz gestellt werde, wie deren Zusammenwirken funktionieren muss, was alles erforderlich ist, um schnell zu handeln. Schließlich gelang es, das Unfallopfer über den Wagen auf das Rettungsbrett zu legen, und dann auf der Rettungsliege zu platzieren. Schnell waren die Aufräumarbeiten erledigt, nichts deutete mehr auf das Geschehene hin.

Dieser Tag der offenen Tür war sowohl vom Besuch als auch von den Angeboten und Aktionen sehr erfolgreich. Zu fünf Einsätzen rückte die Feuerwehr in diesem Jahr bereits aus. Hier ließ sich ermessen, dass die Gemeinde auf verlässliche, kompetente und engagierte Hilfe im Gefahrenfall zählen kann.

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