Im Advent soll St. Gallus wieder strahlen

Pfarrer Albrecht Lächele steht Mitten in der St. Gallus-Kirche in Böhringen. Also Mitten in einer Baustelle. Zum ersten Advent soll alles fertig sein, dann kommt Prälat Professor Dr. Christian Rose zur Einweihung.

|
Heller und freundlicher soll St. Gallus werden: Durch eine neue Farbgebung und LED-Technik. Die Bodenfliesen dagegen blieben fast unangetastet – und machten doch viel Arbeit.  Foto: 

Pfarrer Albrecht Lächele steht mitten in der St. Gallus-Kirche in Böhringen. Also mitten in einer Baustelle, anstelle der Kirchenbänke sind frisch eingezogene Holzbalken am Boden zu sehen, die Orgel ist hinter schützender Folie verpackt und unter den Treppen zur Empore stapelt sich Baumaterial. Und doch ist Lächele begeistert, sieht die Zukunft der Kirche bereits vor sich: „Sie wird viel heller und fröhlicher.“ Zum ersten Advent soll alles fertig sein, dann kommt Prälat Professor Dr. Christian Rose zur Einweihung.

Und spätestens dann können sich auch die Böhringer ein Bild der frisch renovierten Kirche machen – falls sie nicht schon auf der Baustelle mitgeholfen haben. Was nicht wenige der 1250 Mitglieder starken Kirchengemeinde tun. „Der harte Kern sind 20 Helfer, aber bis jetzt haben insgesamt schon 100 Leute bei der Renovierung mitgewirkt“, sagt Pfarrer Lächele dankbar und stolz zugleich. 2800 Stunden ehrenamtlicher Arbeit kamen bisher zusammen. „Damit haben wir sicher 100 000 Euro eingespart“, sagt Lächele.

Nur „ideelle Unterstützung“

Und doch werden die Arbeiten am Ende fast 600 000 Euro kosten. Ein Drittel der Summe finanziert die Landeskirche, der Kirchenbezirk steuert weitere zehn Prozent bei. Von der weltlichen Gemeinde gibt es dagegen nur „ideelle Unterstützung“, wie es Lächele formuliert. So habe die Gemeinde den Ehrenamtlichen etwa mit Geräten unter die Arme gegriffen, Geld für die große Kirche, die vor der Renovierung 800 Gläubigen Platz bot, gab es dagegen nicht. Künftig soll die Kirche 750 Plätze bieten, dafür aber einen Raum für Begegnungen und für Musikgruppen bereit stellen.

Getan wird in der St. Gallus-Kirche eine ganze Menge: Decken und Holzelemente wurden unter der Aufsicht des Restaurators Rüdiger Widmann neu gestrichen, wobei die tragende Farbgebung in der 1884 bis 1886 gebauten Kirche von sechs auf vier Farbtöne reduziert wurde. Zugleich wird der Holzboden auf dem Fundament erneuert, die Kirchenbänke geschliffen und neu lasiert. Dies geschah hauptsächlich im Ehrenamt – ebenso wie der Abbau und der nun anstehende Einbau der Bänke. Auch die Elektrik wird erneuert und die Kirche an die Nahwärme der „Neuen Energie Römerstein“ angeschlossen. Durch die neue Technik erhofft sich die Gemeinde eine Einsparung von einem Drittel der Energiekosten.

Energieeinsparung erhofft

Auch die Bodenfliesen beschäftigten die Bauarbeiter: Nachdem das Landesdenkmalamt einen Austausch des Bodens untersagt hatte, wurden einzelne abgegriffene Fliesen durch nahezu identische Neue ausgetauscht. Im Chorraum, der zum ältesten Teil der Kirche gehört und wohl Ende des 15. Jahrhunderts gebaut wurde, hat Restaurator Widmann die alte Wandbemalung behutsam gesichert und sichtbarer gemacht. Bei allen Arbeiten stimmte sich Pfarrer Lächele mit dem Gemeinderat, dem Restaurator, der Denkmalbehörde und dem Architekturbüro Keller ab. Zum 1. Advent soll alles fertig sein, die Baustelle aus dem Gotteshaus weichen.

Nachdem 2010 bereits die Außensanierung der Kirche für fast 350 000 Euro abgeschlossen wurde, ist die Kirche dann wieder auf der Höhe der Zeit. „Ich habe die begründete Hoffnung, dass nun die nächsten 50 Jahre nichts mehr kommt“, sagt Lächele. Zuversichtlich stimmt ihn, dass die Bausubstanz in einem sehr guten Zustand sei. „Vor 130 Jahren ist schon ordentlich gebaut worden.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gemeinsam zur Top-Wanderregion

18 Kommunen aus zwei Landkreisen haben gestern in Beuren eine neue Zusammenarbeit besiegelt, um Top-Wanderregion zu werden. weiter lesen