Hülben nimmt mehr Geld ein

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In der Rietenlauhalle musste die Warmwasserbereitung saniert werden. Foto: Archiv/Thomas Kiehl  Foto: 

Eine prall gefüllte Tagesordnung, abgearbeitet vom Gemeinderat in der rekordverdächtigen Zeit von etwas mehr als einer Stunde: Wenig Diskussionsbedarf gab es am Dienstag in der öffentlichen Sitzung. Hinsichtlich der Finanzen jedenfalls läuft es in Hülben rund – der Nachtragshaushalt erhielt ebenso wie der Rückblick auf die Waldrechnung 2015 und der Waldwirtschaftsplan 2017 ein einstimmiges Votum.

Von einem „recht ansprechenden“ Jahr 2015 berichtete Revierförster Ulrich Wahl: Mit 7000 Euro liege der Betriebserlös höher als der Haushaltsansatz. Verantwortlich hierfür sei der relativ störungsfreie Holzmarkt gewesen, auch sei das vergangene Jahr ohne Stürme, Dürre oder eine Borkenkäferplage insgesamt normal verlaufen. Zu denken gebe indessen das Eschentriebsterben: „Das ist dafür verantwortlich, dass der Vollzug höher war als die Planung. Wir nehmen die kranken Eschen mit, bevor sie kaputt gehen.“

Mit Blick auf den Zehn-Jahres-Plan müsse man dieser Entwicklung gegensteuern und den Hiebsatz nach unten anpassen: Statt der eingeplanten 536 Festmeter dürften bis 2022 deshalb nur 499 Festmeter geschlagen werden. Für 2017 rechne der Forst bei normalem Verlauf mit einem Betriebserlös von rund 5000 Euro.

Situation hat sich entspannt

In Bezug auf das Eschentriebsterben konnte Revierförster Wahl jedoch von einer etwas entspannteren Situation berichten: Wegen des trockenen und warmen Wetters im Sommer 2015 sei „kein so hoher Infektionsdruck“ entstanden: „Das hat zu einer Atempause beim Voranschreiten der Schädigungen geführt, das Triebsterben wird aber weitergehen.“ Im hauptsächlich von Buchen geprägten Hülbener Wald sei wegen des recht langsamen Verlaufs des Eschentriebsterbens kein extra Hieb notwendig: „Wir haben hier kein wirtschaftlich fühlbares Problem.“

Positiv wirkt sich laut Kämmerer Arthur Kazmaier die unverändert gute Finanz- und Wirtschaftslage auf den Nachtragshaushalt für 2016 aus: „Gegenüber dem vorsichtig kalkulierten Planansatz kann nun mit erheblichen Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer gerechnet werden“, berichtete er den Gemeinderäten. Insgesamt steige sie um voraussichtlich 440 000 Euro.

 Zwar würden sich auf der Ausgabenseite Mehrausgaben vor allem bei der Gewerbesteuerumlage und hinsichtlich des „Erlebnisfeldes Heidengraben“ ergeben, dennoch konnte der Kämmerer von einer „erfreulichen Erhöhung“ der Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt um rund 243 000 Euro berichten. Dadurch steige die Zuführungsrate auf rund 572 000 Euro: „Dieser Betrag steht somit aus jetziger Sicht für die diesjährigen Investitionen im Vermögenshaushalt zur Verfügung“, so die zufriedenstellende Nachricht.

Rücklagen sind angewachsen

Im Vermögenshaushalt selbst ergibt sich laut Kazmaier eine Erhöhung des Volumens um etwa 250 000 Euro, was auf der Ausgabenseite vor allem folgende Gründe habe: Es fallen für Grunderwerb höhere Kosten als eingeplant ein, die Beschaffung eines neuen Kleintraktors für den Bauhof verursacht erhebliche Mehrkosten gegenüber dem – „allerdings auch zu niedrigen“ – Planansatz und nicht eingeplant war bisher die überraschend notwendige Sanierung der Warmwasserbereitung in der Rietenlauhalle. Trotz dieser Erhöhung, und das sei die gute Nachricht, gehe er davon aus, dass keine Kreditermächtigung für 2016 notwendig wird: „Das heißt, die im Etat bisher mit 200 000 Euro enthaltenden Kredite können auf Null reduziert werden. Trotzdem wird sich die eingeplante Rücklagenentnahme zum Haushaltsausgleich sogar noch geringfügig reduzieren.“

Eine weitere Mitteilung erfreute die Räte: Die Rücklagen haben sich dank des Abschlusses 2015 um fast 700 000 Euro auf rund 2,2 Millionen Euro erhöht: „Deshalb ist die in diesem Jahr notwendige Rücklagenentnahme von voraussichtlich 636 000 Euro völlig unproblematisch.“ Nicht zuletzt werde sich der Schuldenstand Ende 2016 ohne Kreditaufnahme durch Tilgung in Höhe von 15 000 Euro weiter reduzieren und nur noch bei  640 000 Euro liegen. Des Bürgermeisters Resümee: „Das stimmt uns positiv und lässt uns ebenso in die Zukunft blicken.“

Wegen des Eschentriebsterbens haben die Forstleute mehr Holz eingeschlagen als geplant. Deshalb reduzieren sie die Menge für Hülben bis 2022 auf 499 Festmeter pro Jahr.

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