HG-Markt in Gefahr

Rappelvoll war es am Montagabend in der Dettinger Schillerhalle. Und Vorsitzender Bernd-Dieter Reusch blickte bei der Vertreterversammlung der Volksbank auf ein "gut zufriedenstellendes Jahr" zurück.

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Das Gerücht gehe um, dass der HG-Markt in Neuhausen geschlossen werde, meldete sich der Neuhäuser Gerhard Fritz am Montagabend bei der Vertreterversammlung in der Dettinger Schillerhalle zu Wort. "Der Markt ist seit jeher ein Aushängeschild für die Volksbank." Ob an dem Gerücht was dran sei, fragte Fritz den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Metzingen-Bad Urach. "Ja", bestätigte Bernd-Dieter Reusch, "Überlegungen sind im Gange, Hintergründe kann und darf ich aber nicht erläutern." Nur so viel: "Wenn es irgendwie machbar ist, werden wir den Markt erhalten, aber das hängt auch von handelnden Personen ab", so der Volksbank-Chef.

Und die geplante Fusion mit der VR Bank Alb? Die Gespräche sind laut Reusch "ganz am Anfang", das beabsichtigte Zusammengehen sei "eine Möglichkeit, um Kosten zu sparen". Für den Kunden werde sich wohl kaum etwas ändern, "wir sind uns insgesamt aber sicher, dass wir Synergieeffekte nutzen können". Auch die neue Bank werde "in der Fläche bleiben und keine Stellen schließen", versprach Reusch.

Wichtig bei diesen Überlegungen sei gewesen, dass keine regionalen Überschneidungen von Geschäftsstellen vorhanden seien. "Wir müssten also keine fusionsbedingte Schließungen vornehmen." Ob aber "jede noch so kleine Stelle" gehalten werden könne, hänge letztendlich vom Kunden ab. Die VR-Bank Alb habe etwa ein Drittel der Größe der Metzinger-Bad Uracher Volksbank und sei gut aufgestellt, so Bernd-Dieter Reusch. Zum 1. Januar kommenden Jahres sollen die Vorbereitungen so weit sein, dass beide Banken fusionieren können. Beschlossen werde der Akt aber erst in der Vertreterversammlung im Mai 2015 - wofür eine Dreiviertel-Mehrheit der Vertreter notwendig ist.

Der Rückblick auf das vergangene Jahr 2013 kam am Montag nicht zu kurz: Der Vorstandsvorsitzende der Bank erläuterte die Zahlen, verwies auf eine Bilanzsumme von 1,059 Milliarden Euro (Vorjahr 1,039 Milliarden). "Damit stehen wir unter den 220 Genossenschaftsbanken in Baden-Württemberg auf Rang 37." Das betreute Kundenvolumen lag gar bei gut zwei Milliarden Euro. Dabei sind die an die Kunden vergebenen Kredite um 5,3 Prozent auf 662 Millionen Euro "sehr erfreulich gestiegen", so Reusch.

Ebenfalls erhöht haben sich die Kundeneinlagen und zwar um 4,6 Prozent auf 857 Millionen Euro. Erwirtschaftet hat die Volksbank im Ermstal im vergangenen Jahr mit all ihren Tätigkeiten einen Bilanzgewinn von rund 2,3 Millionen Euro, im Jahr zuvor lag der noch bei etwa 2,9 Millionen. Insgesamt bezeichnete der Volksbank-Chef das Ergebnis der Geschäftstätigkeit im Jahr 2013 als "gut zufriedenstellend" und für die Zukunft bestens aufgestellt. Die Dividende für die Mitglieder der Genossenschaftsbank können also wieder im gewohnten Rahmen von fünf Prozent ausgeschüttet werden.

Die Mitgliederzahlen sind im Vergleich zu 2012 allerdings leicht gesunken, was laut Reusch vor allem daran liege, dass Kunden, "die in keiner aktiven Verbindung zu uns stehen, ausgeschlossen worden sind". Dabei habe sich die Bank zunächst bemüht, "die Geschäftsbeziehungen wieder zu aktivieren". Die mehrfach Angeschriebenen hätten aber "nicht oder ablehnend reagiert". Laut Satzung sei der Ausschluss dann vollzogen worden.

Diese ehemaligen Mitglieder konnten sich nun am Montag dann auch nicht mehr den Vortrag ansehen "des bekannten Fotografen, der die ganze Welt bereist hat", so Reusch. Karl-Heinz Ranz zeigte aber nicht etwa exotische Bilder aus fernen Ländern, sondern quasi die faszinierende Welt vor der eigenen Haustür - Fotos aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

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