Hammellauf entschädigt für fehlende Aussicht

Mitten in der Landschaft und weit weg vom Ort lässt es sich gut feiern: Wieder einmal war der Lauberg Ziel vieler Böhringer und zahlreicher Gäste , bei Lammbraten und Musik ließen sie sich gerne nieder.

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Der logistische Aufwand ist enorm und fordert von Donnerstag bis zum Abbau am gestrigen Montag den Einsatz von mehr als 50 Personen. Denn dort, wo der Gesangverein Frohsinn sein Festzelt aufschlägt, ist sonst nichts - außer einer Wiese. Strom kommt von einem Aggregat im Wald, ein Toiletten-Wagen muss angekarrt werden und jedes weitere Utensil ebenso. Doch der Aufwand lohnt sich und wird entsprechend honoriert, was sich in den Besucherzahlen niederschlägt. "Am Samstag war das Festzelt komplett voll", freut sich Vorstandsmitglied Frank Mack. Kein Wunder, spielte mit der "Boiz Band" doch eine lokale Gruppe und sorgte für beste Stimmung unter Jung und etwas älteren.

Klassisch und in bewährter Manier dann der Sonntag: "Wir halten an unserem altbewährten Festablauf fest", meint Mack. Das heißt: Auf einen Festgottesdienst folgt am Nachmittag der Auftritt des Musikvereins Zainingen und dann der traditionelle Hammellauf.

Paarweise marschieren die Besucher zu Marschmusik auf einer Wiese um und auf einer Treppe herum und wer oben steht, wenn die Musik endet, hat gewonnen - einen Hammel als Hauptpreis, für das zweitplatzierte Paar gibts einen Hasen und für die dritten eine Flasche Wein.

Weil in den vergangenen Jahren Gesangverein-Mitglieder ganz oben auf dem Treppchen standen, gibts für die Frohsinn-Sänger im September im Anschluss an einen Ausflug ein Grillfest mit Hammel. "Der wird dann dafür geschlachtet", berichtet Mack aus dem Vereinsleben. Am Montag wird ebenfalls gefeiert, die Helfer vom Laubergfest treffen sich zum Resteessen und läuten so die Sommerpause nach dem arbeitsintensiven Wochenende ein. Erst wieder am 2. Oktober ist der Gesangverein traditionell am Vorabend des Bräu-Oktoberfestes in der Brauerei zu hören.

Der Tradition verpflichtet ist der Gesangverein auch beim Laubergfest, der Lammbraten steht seit Ewigkeiten auf der Speisekarte: "Er kommt sehr gut an", weiß Frank Mack aus Erfahrung. "Es ist relativ einmalig, dass so etwas auf einem Fest angeboten wird." Neu dagegen sind Kümmel- und Rahmkuchen, hergestellt von einem komplett neuen Backteam: "Die älteren Damen haben die Arbeit im Backhaus aus Altersgründen in jüngere Hände übergeben."

Aus dem ursprünglichen Fest von Sängern für Sänger ist längst eine über Böhringen hinaus beliebte Veranstaltung geworden - dieses Jahr fand das Laubergfest zum 40. Mal statt.

Bei vielen Familien blieb die Küche am Sonntag kalt, einige der Gäste machten sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Richtung Lauberg auf und ließen sich vom Wettermix aus Sonne mit gelegentlichen Regenschauern nicht von einem Besuch abbringen. Nur auf eines mussten die Festgäste verzichten, weils keine Außenplätze gab: auf den Panoramablick rund über Böhringen und die Albhochfläche.

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