Halbzeit für die Segelflieger

Die Flieger aus Grabenstetten blicken auf eine erfolgreiche erste Hälfte der Flugsaison zurück. Zu Beginn des Jahres sind sie in die zweite Bundesliga aufgestiegen. Derzeit liegen sie in der vorderen Tabellenhälfte.

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In der zehnten Runde der Segelflug-Bundesliga am vergangenen Wochenende bewies die Alb wieder einmal, dass sie eine hervorragende Rennstrecke für Segelflieger ist: Reichlich Aufwinde und Thermik-Wolken mit einer Untergrenze in über 2000 Metern über dem Meeresniveau ließen die Geschwindigkeiten in die Höhe schießen. Mit durchschnittlich 102 Stundenkilometern gelang Robert Häußler der schnellste Flug. "Ich bin erst um 12 Uhr gestartet, das war eigentlich deutlich zu spät", kommentiert er seine Leistung. "Mit einem früheren Start wäre heute mehr drin gewesen." Trotzdem schaffte er 470 Kilometer.

Auch Emanuel Ladner und Hermann Neuffer nutzten die Aufwinde der Schwäbischen Alb und erreichten beide knapp 90 Stundenkilometer für die Bundesligawertung. Der weiteste Flug von Grabenstetten aus gelang Christian Fisahn: Bis ins Schweizer Jura bei Neuchâtel führte ihn die Reise. Am Ende waren es 690 Kilometer. Den Einzug in die Liga-Wertung, bei der nur die schnellsten drei Flüge eines Vereins gewertet werden, verpasste er allerdings knapp.

Das vergangene Wochenende brachte zwar nicht ganz so viele Punkte wie das vorherige, aber Rundenplatz zehn reichte, um den elften Platz in der Gesamtwertung zu verteidigen. Auch die anderen baden-württembergischen Vereine spielten ihre Stärken aus: Die Fliegergruppen Schwäbisch Hall und Freudenstadt waren die schnellsten im bundesweiten Vergleich.

Bis zum dritten Augustwochenende läuft die Saison in der Segelflug-Bundesliga, an der 30 Vereine aus ganz Deutschland teilnehmen. Die ersten sieben Vereine aus der zweiten Bundesliga steigen in die erste Liga auf. Auch für Grabenstetten auf Platz elf liegen die Aufstiegsränge noch in Reichweite.

Bereits in der neunten Runde war es den Grabenstetter Fliegern geglückt, wertvollen Boden gut zu machen. Einfach war das freilich nicht: Eine warme und ziemlich stabile Luftmasse brachte die thermischen Aufwinde nicht so richtig in Schwung. Aber durch geschickte Wahl des Flugweges konnten die Grabenstetter Piloten am Samstag der Konkurrenz davonfliegen: "Es gab nur einen ganz schmalen Streifen mit guter Thermik und Cumulus-Wolken", erklärt Fluglehrer Patrick Kutschat. Die blumenkohlartigen Cumulus-Wolken zeigen den Fliegern an, wo warme Luftpakete aufsteigen. Dieser Streifen führte von Aalen bis etwa nach Nürnberg, und fast alle Grabenstetter Piloten sind dort ihre Strecken geflogen. Kutschat ritt ihn gleich mehrfach entlang und flog knapp 500 Kilometer mit einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von 86 Kilometern in der Stunde.

Auch Nico Walker und Marc Schneider flogen in Richtung Nordosten, bis der gesperrte Luftraum um den Nürnberger Verkehrsflughafen sie zur Umkehr zwang. Sie erreichten 79 beziehungsweise 78 Kilometer pro Stunde. Doch die Aufwinde über der Alb ließen am späten Nachmittag deutlich nach: Wer nicht rechtzeitig zurück in Grabenstetten war, der hatte das Nachsehen. Schneider war nicht schnell genug daheim und musste bei Westerheim auf einer Wiese außenlanden. Außenlandungen sind ein Teil des Flugsports und sind in der Regel völlig ungefährlich.

Die Mühe der Segelflieger wurde diesmal reichlich belohnt. Die Grabenstetter waren nicht nur der schnellste baden-württembergische Verein in der zweiten Liga, sondern auch im bundesweiten Vergleich gut dabei: Rundenplatz fünf war der Lohn für die richtige Flugtaktik. Noch schneller waren hauptsächlich Vereine aus dem südlichen Bayern, wo die starken Aufwinde der Alpen rasante Flüge erlaubten.

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