Grobanalyse zur Ortskernsanierung liegt vor

Um ein mögliches Sanierungsgebiet abzugrenzen, hat die Gemeinde eine städtebauliche Untersuchung in Auftrag gegeben. Die ersten Ergebnisse wurden dem Gemeinderat am Donnerstag vorgelegt.

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Im Böhringer Ortskern soll ein Sanierungsgebiet ausgewiesen werden. Foto: Thomas Kiehl

Gut 17 Hektar hat das Pfullinger Büro Reik im Böhringer Ortskern unter die Lupe genommen. Dabei handle es sich freilich erst um eine Grobanalyse, wie Stadtplaner Albrecht Reuss den Gemeinderäten am Donnerstag erläuterte. Auch mit den Bürgern seien bislang noch keine Gespräche bezüglich ihrer Wünsche an eine Ortskernsanierung geführt worden.

Dennoch erlauben die Ergebnisse dem Gemeinderat seine Planungen in Bezug auf ein Sanierungsgebiet weiter voranzutreiben. Denn Albrecht Reuss und seine Mitarbeiter haben ermittelt, wie es um die Bausubstanz im Untersuchungsgebiet bestellt ist, wie die Gebäude genutzt werden (Wohnen, Dienstleistung, Handwerk, Landwirtschaft, Scheune), wie die Altersstruktur der Bewohner aussieht und wo Mängel zu finden sind. Wiewohl Albrecht Reuss ausdrücklich betont, die Mängelliste rühre ausschließlich von einer Inaugenscheinnahme her. Ob sich dieser erste Eindruck bestätige, müssten die Gespräche mit den jeweiligen Eigentümern ergeben. Dabei wollen die Stadtplaner auch klären, ob die jeweiligen Besitzer überhaupt den Wunsch oder die Möglichkeit haben, Geld in die Hand zu nehmen. Sicher ist zum jetzigen Zeitpunkt, dass das Gebiet, für das die Gemeinde die Aufnahme ins Landessanierungsprogramm beantragt, keine 17 Hektar betragen wird. Das, sagt Bürgermeister Michael Donth, würde auf keinen Fall genehmigt.

Für einen Ort wie Böhringen sei eine Größe von etwa zwei Hektar Standard, wolle er Geld vom Land. Allerdings bestehe die Möglichkeit, zusätzlich ein Sanierungsgebiet auszuweisen, das zumindest die Chance biete, die Ausgaben für die Modernisierung eines Gebäudes über eine bestimmte Zeit von der Steuer abzusetzen.

Diese Zweigleisigkeit, wie es Bürgermeister Michael Donth formulierte, wollen die Böhringer nun auch realisieren. Ob sie im kommenden Jahr ins Landessanierungsprogramm aufgenommen werden, ist derzeit aber noch offen. Klarheit gibt es im März oder April. Die Chancen stehen aber wohl nicht ganz schlecht, wie Albrecht Reuss durchblicken ließ. Pluspunkte bringen dem Ort unter anderem das Nahwärmeprojekt und der Kindergartenneubau. Für letzteres Vorhaben könnte die Gemeinde rund 200 000 Euro Zuschüsse erwarten, falls sie ins Sanierungsprogramm aufgenommen wird.

Albrecht Reuss hat vom Gemeinderat am Donnerstag einstimmig den Auftrag erhalten, die Pläne fürs Böhringer Sanierungsgebiet weiter voranzutreiben, weitere Details und einen Kostenrahmen können die Römersteiner Räte wohl im September erwarten.

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