Gemeinderat für Erhalt der letzten Waage

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Unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ verbarg sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Römerstein ein Thema, das zumindest kurzzeitig für Diskussionen im Gremium sorgte: Die Zukunft der gemeindeeigenen Waage in Böhringen. Diese ist unrettbar kaputt, Landwirte und die Mühlengenossenschaft können ihre Ladungen derzeit dort nicht wiegen. Auch die Waage des Steinbruchs sei keine Alternative, wie Bürgermeister Matthias Winter erklärte. Denn der Steinstaub vertrage sich nicht mit Lebensmitteln – auf Römersteiner Gemarkung gibt es also keine Alternative.

Vor einigen Jahren hätte es diese in Zainingen noch gegeben: Damals entschied sich der Römersteiner Rat aber gegen eine Reparatur der dortigen Waage. Was zumindest Gemeinderat Markus Class nun mächtig ärgerte. „Die Waage in Zainingen haben wir geschlossen. Da will ich meine Entscheidung jetzt rechtfertigen können“, sagte der Gemeinderat und Zaininger Ortsvorsteher. Eine neue Waage in Böhringen würde rund 20 000 Euro kosten, hinzu kämen weitere Eigenleistungen der Gemeinde, etwa bei Arbeiten am Fundament und beim Rückbau der alten Wiegeeinrichtung, erklärte Schultes Winter. Zwei Angebote von Fachfirmen lagen der Verwaltung hierzu vor.

Landwirte bieten Hilfe an

Bürgermeister Winter nannte die damalige Entscheidung eine „strukturelle Einsparung“, nun müsse man aber tatsächlich über die letzte Waage in Römerstein entscheiden. Zudem hätten Landwirte ihre Unterstützung bei der Erneuerung zugesagt, auch die Mühlengenossenschaft bot sich an, sich mit einem zinslosen Kredit über 10 000 Euro an den Arbeiten zu beteiligen. Zurückzuzahlen sei das Darlehen etwa durch kostenfreies Wiegen.

Gemeinderat Jürgen Tröster sprach von 220 bis 240 Wiegungen, die pro Jahr in Böhringen durchgeführt würden – eine neue Waage, die statt der bisherigen 20 Tonnen maximal 40 Tonnen wiegen könnte, würde wohl noch besser ausgelastet werden. Anton Bayer pflichtete ihm bei: „In Zainingen hat man die Waage nicht mehr gebraucht, in Böhringen braucht man sie fast täglich.“

Am Ende war die Entscheidung des Gemeinderates ein klares Statement zu Gunsten der Böhringer Waage: Bei der Enthaltung von Markus Class sprach sich der Gemeinderat ohne Gegenstimmen für den Neubau der Waage aus, wobei auf den Kredit der Mühlengenossenschaft aus abrechungstechnischen Gründen verzichtet wird. Stattdessen hoffen die Räte, die Mühlengenossenschaft könnte sich noch mit einer einmaligen Spende beteiligen. Der Auftrag für die neue Waage ging an die Firma Lulay aus Leutkirch. ath

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