Für ein Wohlsein aller Generationen

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    Die Grafenberger Bürger machen sich als Gemeinschaft fit für die Zukunft. Foto: 
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    Auch Kinderspielplätze sollen in Grafenberg erneuert werden. Foto: 
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    Voll im Einsatz (von links): Bürgermeisterin Annette Bauer, Sara Bode von der Familienforschung des Landes und Dr. Gernot Bohnenberger von der Gesundheitskonferenz Foto: 
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Gesundheitsförderung und -prävention ist längst nicht mehr nur eine individuelle Angelegenheit. So machen etwa immer mehr Firmen ihren Mitarbeitern Angebote zur Gesundheitsförderung. Seit geraumer Zeit gibt es im Landkreis Reutlingen Bestrebungen, Gesundheitsförderung und -prävention auch auf kommunaler Ebene zu etablieren. Die kommunale Gesundheitskonferenz im Landkreis hat sich dieses Themas angenommen.

Im Jahr 2012 hat sie beschlossen, einen Schwerpunkt der Gesundheitsförderung künftig in den Kommunen zu setzen, um die Entwicklung bleibender, gesundheitsfördernder Strukturen im Landkreis zu fördern. Basis des Projekts bilden die 1985 von der WHO festgelegten Handlungsstrategien für Gesundheitsförderung. Die kommunale Gesundheitskonferenz ist ein Zusammenschluss von Personen aus dem Gesundheitsbereich unter der Leitung von Landrat Thomas Reumann. Sie berät über lokale Fragen der Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung. Darüber hinaus stimmt sie Empfehlungen ab und begleitet deren Umsetzung.

Durch die Verleihung eines Qualitätszertifikats  wird die Gesundheitsförderung auf kommunaler Ebene angestoßen. Dabei werden bestehende Strukturen gewürdigt. Im Februar des vergangenen Jahres hat der Grafenberger Gemeinderat beschlossen, dass sich die Gemeinde an der Zertifizierung für die „Gesunde Gemeinde“ beteiligt. Seither hat sich in dem Ort  unterm Grafenberg viel getan. Zu diesem Zeitpunkt war Grafenberg auch bereits Mitglied  im Projekt „Netzwerk für Generationen“ der Baden-Württemberg-Stiftung.

Grafenberg war eine von zwölf Gemeinden, die daran teilgenommen haben. Das Projekt ging über 14 Monate und wurde begleitet von der Familien-Forschung Baden-Württemberg. In Grafenberg ging es darum,  die bestehende Aktivität zu bündeln und deren nachhaltige Umsetzung zu sichern und auszubauen, um damit dem demografischen und sozialen Wandel entgegenzutreten. Ziel des Projekts war die Weiterentwicklung und der Aufbau von Strukturen, um auch in Zukunft ein lebendiges Gemeinwesen zu erhalten, in das Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen. „In den Veränderungsprozess“, so die Familienforschung Baden-Württemberg, „werden Bürger aktiv als Experten in eigener Sache in die Projektplanung und -durchführung eingebunden.“ In Grafenberg hatte sich eine Zukunftswerkstatt gebildet, die Ideen entwickelt hat.  Dahinter stand die Idee, dass durch die gemeinsame Arbeit an der Zukunft die Gemeinschaft und der Kontakt zwischen den Generationen gestärkt werden. Der Effekt, der dabei auch entstehen soll, ist, dass die Verbundenheit zum Wohnort und die Akzeptanz für Veränderungen steigen.

Dieses Projekt der Baden-Württemberg-Stiftung war eingebettet in das große Gesundheitskonzept des Landkreises Reutlingen. Mittlerweile ist das „Netzwerk für Generationen“ aufgebaut, die „Gesunde Gemeinde“ wird weiterentwickelt. Laut Bürgermeisterin Annette Bauer kann man das, was bisher erarbeitet wurde, in fünf Leitsätzen zusammenfassen. „Ich muss aber zugeben“, so Bauer, „dass es aufgrund der Fülle des Materials schwierig ist, das so zu begrenzen.“

Der erste Leitsatz lautet: „Hand in Hand in Richtung Zukunft, gemeinsam für Grafenberg – gemeinsam für uns.“ Unter diesen Punkt fällt beispielsweise die Beteiligung von Jugendlichen. Dazu hat es im Frühsommer die „Action Days“ gegeben. An einem Wochenende konnten die Jugendlichen aus Grafenberg ihre Persönlichkeit entfalten, ihre Selbstsicherheit stärken und gleichzeitig Wünsche äußern. Die „Action Days“ waren der Startschuss für eine weiterführende Jugendarbeit in dem 2500-Einwohner-Ort.  Laut Bürgermeisterin Bauer hat sich aus diesem Wochenende heraus eine Gruppe gebildet, die in regelmäßigem Kontakt mit der Gemeindeverwaltung steht. Für die Gruppe der Jugendlichen soll es im nächsten Jahr auch ein spezielles Sommerferienprogramm geben.

Zu diesem Leitsatz gehört jedoch auch ein verbessertes Sportangebot etwa des TSV für Senioren, die Gründung eines neuen Orchesters 50+ oder eine Vernetzung von Vorlesepaten in Kindergärten und Schule.

Der zweite Leitsatz lautet: „Gesund sein, leben und bleiben in Grafenberg.“  Hierzu gehört der Ausbau der Angebote zur Gesundheitsbildung sowie eine attraktives Ortszentrum, in dem Gesundheit Platz hat.  Geplant ist laut Annette Bauer etwa die Ausweisung einer Joggingstrecke mit GPS, ein Nordic-Walking-Parcours, gemeinsames Kochen oder eine „bewegte Woche“ der musiktreibenden Vereine.

Der dritte Leitsatz: „Mobilität erleben.“ Hier geht es darum, durch Mobilitätskonzepte für Jung und Alt die Lebensqualität zu steigern. Beispielsweise soll durch ein neues Konzept der Bürgerbus eine neue Chance erhalten. Er soll insbesondere bei Seniorennachmittagen und ähnlichen Veranstaltungen eingesetzt werden. Ein Bürgerbusteam könnte hier die Lösung sein. Weitere Projekte sind ein barrierefreies Ortszentrum und neue Radwegekonzepte. Für Jüngere wäre ein Nachttaxi denkbar.

„Mit der Natur achtsam sein“, lautet der vierte Leitsatz.  Die Grafenberger Bürger sollen Landschaft und Natur erhalten. Beispielsweise soll in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Streuobst ein Gemeindegärtchen angelegt werden, in dem alte Sorten angebaut werden. Das wäre auch etwas für die Kindergärten. Der Imkerverein hat sich laut Annette Bauer bereit erklärt, einen Bienenschaukasten  anzubauen.

Im fünften Leitsatz heißt es: „Engagement lohnt sich für Dich und mich.“  Engagierte Arbeitskreise und Vereine sorgen für vielfältige Kultur und Spaß an Sport und Freizeit. Dafür soll eine ehrenamtliche Vernetzungsstelle eingerichtet werden. Voraussichtlich im Juni des nächsten Jahres soll der Antrag auf die Zertifizierung Grafenbergs zur „Gesunden Gemeinde“ beim Landratsamt gestellt werden.

Eine gesunde Gemeinde betrachtet Gesundheit als wichtige Aufgabe und nimmt Bedingungen und Ressourcen für Gesundheit in Augenschein.

Eine gesunde Gemeinde hat einen Ansprechpartner für Gesundheit vor Ort für ihre Bürger.

Sie betrachtet Gesundheit als Querschnittsaufgabe bei allen Prozessen und Entscheidungen, die sie trifft.

Sie zieht alle Beteiligten und Interessierten mit ein (Netzwerkbildung), schafft Transparenz für alle und zielt bewusst darauf ab, Gesundheit in allen Lebensphasen und Lebenswelten zu erhalten und zu fördern.

Sie integriert Gesundheit in den Gemeindeentwicklungsplan und entwickelt gesundheitliche Zukunftsperspektiven, die auch allen Bürgern zugute kommen können.

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