Ex-Model Kera Cook beeindruckt

Von Rauchen und Räuschen, Medien und Körperkult: Vier Schultage tauchten Siebtklässler des GEG in die Welt der Süchte ein.

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Von Rauchen und Räuschen, Medien und Körperkult: An vier Schultage tauchten Siebtklässler des GEG in die Welt der Süchte ein und versuchten sich dabei mit Rauschbrillen, welche die Wahrnehmung unter Alkohol simulieren.  Foto: 

Ob Alkohol oder Nikotin, der Einstieg vollzieht sich immer früher. Deshalb sei es laut Inge Beck wichtig, das Bewusstsein von Jungen und Mädchen gerade für diese Problematik immer früher zu wecken. „Und zwar bevor es zum Problem wird und möglichst auch vor dem ersten Kontakt“, erklärt die Schulpsychologin des Graf-Eberhard-Gymnasiums. Früh heißt in der heutigen Zeit, das Thema Sucht ab der siebten Klasse anzusprechen: „Wenn wir damit in der zehnten Klasse beginnen, ist es viel zu spät. Da hatten die meisten bereits ihren ersten Rausch“, weiß Inge Beck.

Ein erster Baustein einer nachhaltigen Prävention am Gymnasium sind die Suchttage für die siebten Klassen, vier Tage setzten sich die Schüler intensiv mit vier Themenbereichen auseinander – unter anderem mit den Medien: In dieser Altersklasse sei es laut Beck üblich, ein Smartphone zu besitzen. Deshalb sei bei einigen Jungen und Mädchen die Bitte um ein einwöchiges Handyfasten gar nicht gut angekommen. „Schon beim Austeilen des Briefes gab es empörte Reaktionen, für manche war dies unvorstellbar“, berichtet die Schulpsychologin angesichts des zum Teil exzessiven Medienkonsums. „Es ist wichtig zu lernen, auch einmal eine Pause zu machen.“

„Bodytalk“ hieß ein weiterer Themenschwerpunkt – ein Bereich mit vielen Facetten, wie etwa den Essstörungen, Muskelwahn oder der Tätowiersucht. In zum Teil kleinen, intimen Runden hatten die Jungen und Mädchen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen. Vor allem die Schülerinnen hat der Besuch der ehemaligen „Germanys Next Topmodell“-Kandidatin Kera Rachel Cook beeindruckt: Sie berichtete laut Beck authentisch von ihrer Bulimie und ihren Erfahrungen als Model. Trotz ihres Normalgewichts war ihr Körper nicht perfekt genug für eine Karriere in diesem Metier. „Nach ihrem Ausstieg hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, darüber aufzuklären“, so Beck.

Die Augen öffnen und die Schüler sensibilisieren kann man zum Teil durch vermeintliche Kleinigkeiten. Etwa mit einer frisch eingesäten Kresse, die einerseits mit Wasser oder auch mit Alkohol „gegossen“ wurde – die Auswirkungen waren verblüffend, das Erstaunen groß über die Folgen von Alkohol. Mit ihm sind bereits einige der Schüler aus den siebten Klassen in Kontakt gekommen, wie bei einem Spiel deutlich wurde: „Ich bin überrascht“, meinte Carolin Fischer. „Nach dem aktuellen Stand des Jugendschutzgesetzes dürftet ihr nicht auf dieser Seite stehen und bereits Alkohol getrunken haben“, bedauerte die Lehrerin, beim GEG für die Suchtprävention verantwortlich und gemeinsam mit Inge Beck Organisatorin der Suchttage.

Alkohol darf demnach erst ab 16 Jahren konsumiert werden, die einen Schüler griffen aus Versehen bei einer Hochzeit zu einem Glas Sekt-Orange statt zum Saft, andere wollten bei einem Grillfest unbedingt ein Schluck Bier versuchen. „Mein Papa hat gesagt, dass ich ruhig probieren darf, es würde mir aber sowieso nicht schmecken“, gibt eine Schülerin zu. „Ich wollte ihm das Gegenteil beweisen, es war aber auch nicht gut.“

Torkelnde Nachbarn und pöbelnde Menschen: Die meisten Kinder haben bereits Kontrollverluste nach Alkoholkonsum miterlebt. Nun konnten sie es selbst erfahren wie es ist, zu viel Promille im Blut zu haben: Mit Rauschbrillen hatten sie verschiedene Aufgaben zu erfüllen, bei den meisten brauchten sie Hilfe oder scheiterten.

Wenn auch nach den Suchttagen die Themen nachhaltig von den Schülern reflektiert werden, dann ist ein Ziel erreicht. Und eines wurde auch deutlich: Gefeiert werden kann auch mit alkoholfreien Cocktails – die gab es zum Abschluss für alle beteiligten Schüler.

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