Eintauchen ins Leben der Kelten

Auf der Vorderen Alb gab es einst die größte keltische Siedlung in Mitteleuropa. Heute aber kann man von den Entdeckungen nicht mehr viel sehen. Das soll sich mit dem "Erlebnisfeld Heidengraben" ändern.

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„Das größte keltische Oppidum in Mitteleuropa“ – klingt toll und historisch bedeutsam. Die Überreste des mehr als 1000 Jahre währenden Siedlungszeitraumes der Kelten im Bereich der heutigen Gemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben zu finden und zu sichern, ist die eine Sache. Die andere ist es, die erlangten Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Genau dies wollen die drei Kommunen nun mit dem „Erlebnisfeld Heidengraben“ angehen. In dieser Woche haben die jeweiligen Gemeinderatsgremien das Projekt auf den Weg gebracht. Veranschlagt sind die Kosten bislang auf insgesamt 4,45 Millionen Euro. 1,3 Millionen Euro davon müssen die Kommunen aufbringen, Zuschüsse sollen in Höhe von zwei Millionen Euro fließen und Sponsoren sollen für die restlichen 1,15 Millionen Euro aufkommen.

Die Kostenschätzung beruht auf einem Konzept des „Büro für Gestaltung Hartmaier und Mangold“ aus Kirchentellinsfurt, das mit der Planung beauftragt ist. Mittelpunkt des Erlebnisfeldes wird das Heidengrabenzentrum in unmittelbarer Nähe zum Burrenhof. Es besteht aus drei kreisrunden Bereichen: einer Hüle für das Element Wasser, einem Forum für das Element Luft und einer Ausstellungshalle für das Element Erde. In Letzterer können die Besucher auf einem 500 Quadratmeter großen, interaktiven Panoramabild in das Leben der Kelten auf der Vorderen Alb eintauchen. Die historischen Informationen beziehen die Besucher über Apps von Tablets, die vor Ort zur Verfügung gestellt werden. Mit entsprechender Licht- und Tontechnik wird der Sinneseindruck keltischen Lebens zusätzlich verstärkt.

Außerhalb des Heidengrabenzentrums werden thematische Rundwege mit Medienstationen angelegt, damit die Besucher auch die Dimension der insgesamt 1700 Hektar Siedlungsfläche erwandern können. Damit die jährlich erwarteten 30 000 Touristen nicht den Wall des Heidengrabens niedertrampeln, soll dieser an einer Stelle für die Besucher mit einer historischen Palisade überbaut werden.

Um sich über die Größe und die Fundstellen einen Überblick verschaffen zu können, wird ein befahrbarer Ballon installiert, aus dessen Korb in 80 Meter Höhe eine einmalige Aussicht bestehen soll.

Mit den nun gefassten Gemeinderatsbeschlüssen ist der kommunale Anteil an der Finanzierung grundsätzlich gesichert, ein „Notausstieg“ besteht bis 2017, falls Zuschüsse und Sponsorengelder nicht wie erhofft fließen. Mit drei beteiligten Kommunen, zwei Landkreisen und zwei Regierungspräsidien sei die Abstimmung nicht immer ganz einfach, wie die drei Bürgermeister verraten. „Aber es stehen alle hinter diesem Projekt“, betonen sie.

Bis Ende 2016 soll die Akquise der Finanzmittel abgeschlossen sein, parallel dazu laufen die archäologischen Voruntersuchungen auf dem später zur Bebauung vorgesehenen Gelände. Bis 2017 müssen ein Bebauungsplan, ein Flächennutzungsplan, Gutachten zu Belangen des Naturschutzes und der Verkehrsinfrastruktur erarbeitet werden. Wenn alles wie geplant verläuft, könnte im Herbst 2017 Baubeginn sein, die Eröffnung ist für Mitte 2019 vorgesehen.

Info Um die Bürger aus Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben genauer über das Projekt zu informieren, soll noch vor der Sommerpause eine gemeinsame Bürgerversammlung stattfinden.

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Das Heidengrabenzentrum

Die Gemeinden Grabenstetten, Hülben und Erkenbrechtsweiler planen den Bau des Heidengrabenzentrums an den Grabhügeln der Kelten beim Burrenhof. Das Zentrum soll Touristen und Einwohnern die Dimensionen des Heidengrabens näher bringen.

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