Eine Skulptur aus der Zauberkraft der Kettensäge

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Frank Hakh (links) und Thomas Vorwerk am neuen Kunstwerk im Arboretum.  Foto: 

Seit einigen Wochen gibt es im Arboretum im Wald bei Grafenberg eine neue Attraktion – eine  Bärenskulptur.

Nachdem der einstmals zweithöchste Baum des Arboretums im Florianwald morsch geworden  war, hat sich der Grafenberger Revierförster, Thomas Vorwerk,  zurückerinnert, an das Jahr 2012 als man das 100-jährige Bestehen des Arboretums feierte. Damals hatte man von einem Kettensägen-Künstler  aus einem Baumstumpf eine Skulptur anfertigen lassen. Nun ist ein weiterer Baum morsch geworden.  Er ist morsch. Es handelt sich laut Thomas Vorwerk um eine so genannte Große Küstentanne, die immerhin 46 Meter hoch wurde und somit der zweithöchste Baum im Arboretum war. Die Küstentanne ist im westlichen Nordamerika heimisch, wo sie an der Pazifikküste vom südwestlichen Kanada bis nach Kalifornien bis in Höhenlagen von immerhin 1600 Metern vorkommt.

Das Absterben der Küstentanne wurde im vergangenen Jahr bemerkt, worauf Thomas Vorwerk einen Künstler und einen Sponsor suchte. „Es haben sich“, so der Revierförster, „zwar 20 Künstler, aber kein Sponsor gemeldet.“  Daraufhin gingen ungefähr sechs Monate ins Land, bis sich der Grafenberger Unternehmer Frank Hakh bei Vorwerk meldete. Er wollte wissen, wie es um die Skulpturensache steht. Der Förster konnte ihm nur sagen, dass es nichts Neues gibt. Darauf entgegnete Frank Hakh: „Okay, ich bringe eine Künstlerin und ich bin der Sponsor.“  Da waren sich die beiden Männer schnell einig. Die Künstlerin heißt Heike Maier und kommt aus Wangen bei Göppingen. Die einzige Vorgabe für Heike Maier war ein Waldthema: Bären.

Fünf Meter hoch ist der Rest der Küstentanne. Damit die Künstlerin ordentlich arbeiten konnte, ließ man ein Gerüst aufbauen. Und damit sie sich rundum wohl fühlte, wurde eine Waldhütte für sie eingerichtet.  Fünf Tage hat Heike Maier gebraucht, um in den Baumstamm drei Bären hineinzuzaubern. Mit ihrer Kettensäge.  Für die Künstlerin war es nach eigenem Bekunden eine Herusforderung, denn der Baumstamm lässt sich natürlich nicht bewegen. Revierförster Vorwerk gibt zu bedenken, dass es sich bei dem Kunstwerk um ein vergängliches Gebilde handelt. Denn irgendwann verfault auch der Tannenrest. Doch das wird noch zehn bis 15 Jahre dauern.

Dass es sich bei dem neuen Skulpturenbaum auch um eine touristische Attraktion handelt, bestätigt Thomas Vorwerk. „Es kommen“, so der Revierförster, „viele Familien mit ihren Kindern.“

Neue Lust am Wald

Auch ganze Schulklassen hätten schon vorbeigeschaut. Thomas Vorwerk glaubt, dass dadurch die Kinder wieder mehr Lust haben, in den Wald zu gehen. Für den 55-Jährigen ist das Ganze eine faszinierende Sache. Vielleicht entsteht ja sogar eine kleine Tradition im Arboretum. Dazu braucht es halt auch Menschen wie Frank Hakh, die ein solches Projekt finanzieren. Ihn hat die Lust am Wald und an der Kunst zu diesem Schritt bewogen. „Man kann auch sagen“, so Frank Hakh, „es ist Sponsoring aus Liebhaberei.“

Das Arboretum im Florianwald Metzingen ist vom Waldspielplatz Grafenberg in einem etwa 5 minütigen Fußweg gut zu erreichen.

Der auf kleinster Fläche befindliche botanische Garten mit einer Sammlung von rund 140 verschiedenen Baumarten aus aller Welt ist unbedingt sehenswert.

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