Eine Frage des Sparens

Die kosmetische Behandlung ist abgeschlossen: Der neue Haushaltsplan für Römerstein wurde nach den Wünschen der Gemeinderäte abgeändert. Im zweiten Anlauf wurde er einstimmig verabschiedet.

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"Der Haushalt wurde in gemeinsamer Klausur aufgestellt, eingebracht, mit Änderungswünschen versehen, die beschlossen wurden, der Haushalt wurde geändert" - und dieses Mal auch verabschiedet. Bürgermeister Matthias Winter fasste noch einmal knapp zusammen, weshalb der Haushalt erst im zweiten Anlauf in einer neuen Sitzung zur Beratung und Verabschiedung stand (wir berichteten). Der gezeigte Sparwille der Gemeinderäte und die geänderten Haushaltszahlen verhindern Winters düstere Prognose nicht: "Die Pro-Kopf-Verschuldung bis 2019 bleibt negativ und besorgniserregend." Positiv ist immerhin: Pro Kopf liegen die Schulden im Jahr 2016 bei 318 Euro, also um 25 Euro niedriger als im Vorjahr. Und es müssen erneut keine Kredite aufgenommen werden.

Kämmerer Sascha Enßlin ging noch einmal die geänderten Zahlen des Haushalts durch, dessen Gesmatvolumen 10,2 Millionen Euro umfasst: Die Bauleitplanung wird aus Haushaltsresten des Vorjahres bestritten, das macht eine Einsparung von 175 000 Euro aus. Die Mittel für die Unterhaltung der Straßen wurden um 50 000 Euro auf 150 000 Euro gekürzt. Auf der Einnahmenseite wurde der Ansatz zur Gewerbesteuer von 1,3 auf 1,4 Millionen Euro angehoben. Somit bleibt der Gemeinde eine negative Zuführung zum Vermögenshaushalt von 167 300 Euro erspart. Stattdessen können dem Vermögenshaushalt noch 133 000 Euro aus dem Verwaltungshaushalt zugeführt werden. Im Vorjahr waren es allerdings noch 627 000 Euro. Aus den Rücklagen werden in diesem Jahr anstelle von 756 000 Euro nur 455 000 Euro entnommen. Übrig bleiben für die folgenden Jahre dennoch nur 888 000 Euro. Stand der jetzigen Planung wird dieses Geld aber bereits im kommenden Jahr aufgebraucht.

All diese Maßnahmen bescheren zwar nun einen ausgeglichenen Haushalt. Sie verhindern eines aber nicht: Die Schulden zum Jahr 2019 werden bei 5,65 Millionen Euro liegen, wenn alle Projekte des mittelfristigen Finanzplans realisiert werden. Pro Kopf macht das 1400 Euro Schulden, nahezu fünf Mal so viel, wie die jetzige Verschuldung. Grund sind zum Beispiel die Sanierungen der Straßen und der kommunalen Gebäude. Kräftig investiert wird in die Schule, allein dafür sind 1,1 Millionen Euro im Jahr 2017 vorgesehen.

Ausgeglichen aber nicht zufriedenstellend empfindet Karl-Heinz Götz den Haushalt. "Ich stimme jetzt zu, so wirklich befriedigend ist er nicht, es ist eine kosmetische Behandlung, gespart worden ist nichts." Ähnlich sieht es Thomas Deuble, der sich mit dem Haushalt so nun einverstanden zeigte. Aber: "Die großen Ausgaben kommen in den nächsten fünf Jahren, die können wir im Vorfeld nicht ansparen. Wir müssen in Klausur gehen und Sparpotenziale finden, in diesem Jahr haben wir sie ausgeschöpft." Albrecht Müller hält es mit dem ehemaligen Kämmerer Dieter Haubensack. "Wir werden die Dinge, die auf der Wunschliste stehen, nicht alle erfüllen, das wissen wir heute schon. Ich kann ruhigen Gewissens zustimmen."

Wichtige Investitionen in diesem Jahr werden sein, die Sanierung der Ortsmitte Börhingen mit 112 000 Euro. Die Konzeption für den Friedhof ist mit 110 000 Euro geplant, um eine Drainage im Friedhof Donnstetten zu verlegen und Rasengräber auf allen drei Friedhöfen auszuweisen. Die Öfen im Böhringer Backhaus sollen für 35 000 Euro saniert werden.

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