Ein weihnachtliches Dorf im Dorf

In Kerzenlicht getaucht und romantisch dekoriert, ist der Zaininger Weihnachtsmarkt Jahr um Jahr ein lauschiger Ort. Genau richtig, um sich auf den Advent einzustimmen und die ersten Geschenke zu finden.

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Kaum jemand ist auf den Straßen. Ruhe. Einzig zahlreiche Autos parken an den Straßenrändern. Doch kaum in der Ortsmitte angekommen, ist "Stille Nacht, heilige Nacht" zu hören. Kinder bauen an der zugefrorenen Hüle vergnügt Schneemänner. Und sobald der Eingang zum Weihnachtsmarkt durchschritten ist, eröffnet sich ein Dorf im Dorf. Lichterketten und Kerzen leuchten überall, die vielen Besucher sind in dicke Jacken eingemummelt, tragen Mützen und Handschuhe, wärmen sich mit Punsch und Glühwein. Stimmengewirr mischt sich in die Musik. Der Nikolaus streift durch den Schnee über den Markt und greift für die Kinder tief in seinen Jutesack, um nach einigem Suchen eine kleine süße Überraschung hervorzuziehen.

"Oh da, guck mal", ruft eine Frau, die an einem der vielen Stände etwas entdeckt hat. Wer auf der Suche nach Schönem fürs Heim oder Geschenken war, hatte die große Auswahl: Selbstgenähte Täschchen, Ketten, Ohrringe, Honig aus dem Biosphärengebiet und reichlich Dekoratives. Vor allen Dingen viel aus Holz, passend für den Tisch oder als Hingucker vor der Haustüre: Sterne, Engel, Krippenfiguren, Nikoläuse, Tannenbäume, sogar Adventskränze. Und wer genau hinschaute, entdeckte eine Schildkröte und Kettensäge. Vor allem aber Tannenbäume aus Holz schienen sehr gefragt, einer nach dem andern wurde im Arm über den Weihnachtsmarkt getragen. Ein hübscher Engel aus Blech, adventliche Teelichter im Glas und der Kalender des CVJM fanden zudem neue Besitzer.

Die Hingucker auf dem Markt waren die Krippe, in diesem Jahr ohne Schafe, und der Adventskranz inmitten des Weihnachtsmarktes, geschmückt mit Lichterkette und Christbaumkugeln, vier dicke rote Kerzen flackerten im Wind. "Das haben sie wieder schön gemacht", loben die Besucher, bleiben stehen und fotografieren die Dekoration von Susanne Egeler und ihrem Deko-Team zwischen den Häuschen, die den Weihnachtsmarkt erst so pittoresk wirken lassen.

Je später der Abend, umso voller wird es im weihnachtlichen Dorf. Lange Schlangen bilden sich auch an den Ständen der Vereine, die wieder mit allerlei Kulinarischem aufwarteten, etwa den Roten und Steaks, Schafswürsten, frischem Flammkuchen aus dem Backhaus, Schupfnudeln und den knusprigen Feuerwehrchips.

Bei den Feuerwehrmännern dampfte es mächtig aus dem Häuschen, die Fritteuse im Dauerbetrieb. Selbst als der Strom gleich zwei Mal ausfiel, blieben sie ruhig. Im Feuerwehrmagazin wärmten sich die Besucher bei Kaffee und Kuchen auf. Hier wurden auch die gut 100 Kilogramm Kartoffeln für die Chips durch den Hobel getrieben, nicht per Hand, sondern mit der Bohrmaschine. Köhlerküsse hatten sie auch wieder parat, die extra aus dem Frankfurter Raum importiert wurden, erzählte Kommandant Steffen Schlotterbeck und nennt sie "kleine Köstlichkeiten am Rande". Denn das ist auch etwas, was den Zaininger Weihnachtsmarkt, organisiert vom Gasthaus "Löwen", von der Feuerwehr, dem Kindergarten, Alb-, Sport- und Musikverein Zainingen, so besonders macht: "Er ist klein aber familiär, mit vielen Dingen, die nicht alltäglich sind."

Info www.zaininger-weihnachtsmarkt.de

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