Doch Schulsozialarbeit im Ort

Trotz mehrfacher kontroverser Diskussion über die Schulsozialarbeit auch an der Grundschule Grafenberg hat der Gemeinderat den einstimmigen Beschluss für eine auf zwei Jahre befristete 30-Prozent-Stelle gefasst.

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Mit ausschlaggebend für die Entscheidung war, dass auch für diese geringe Beschäftigung ein Förderzuschuss möglich ist, der ursprünglich nur für eine Halbtagsstelle vorgesehen war. Die Stundenzahl wiederum wäre vergleichsweise viel für eine kleine Grundschule wie Grafenberg. Darum war die Entscheidung im November vertagt worden, um zu klären, ob ein stundenweiser Einkauf von Schulsozialarbeit grundsätzlich möglich wäre, wie es in der Begründung der Verwaltung heißt.

Das allerdings ist von den Anbietern nicht vorgesehen und Experten raten davon ab. Ein Grund dafür ist, dass Schulsozialarbeit nicht kontinuierlich bei stundenweisem Einsatz sei, wie auch Evelin Eißler-Krause von der Fachstelle Schulsozialarbeit argumentierte. Sie war eingeladen worden, um das Gremium detailliert über Schulsozialarbeit und deren Grundzüge zu informieren.

Elternvertreter und Schulleiterin waren wunschgemäß ebenfalls eingeladen, damit sich der Gemeinderat ein umfassendes Bild machen konnte, nachdem die Grundschule bereits im Dezember 2012 einen Antrag auf Einrichtung von Schulsozialarbeit gestellt hatte und vorsorglich Anträge auf Förderzuschüsse gestellt wurden.

Ein zur Beschlussfassung erforderliches Konzept hatte bisher nicht überzeugt. Die Zusage für Fördermittel war abhängig von der tatsächlichen Stellenschaffung. Im März wurde daraufhin vom Landratsamt der Antrag auf Schulsozialarbeit vom Juni 2013 aufgrund von Nicht-Inanspruchnahme abgelehnt.

Eißler-Krause informierte das Gremium über Grundsätze der Schulsozialarbeit, die "früher ein Makel war und sich gewandelt hat hin zu einem Qualitätsmerkmal". Sie solle sowohl präventiv als auch intervenierend sein. Sie solle nicht nur als Feuerwehr mit Löschfunktion in jeweiligen Konflikten eingesetzt werden, sondern Unterstützung auch für Kinder ohne Probleme sein, betonte sie.

Konkrete Fallbeispiele gab es nicht, trotz der Nachfrage von Gemeinderat Manfred Knöll (CDU), ob man überhaupt schwierige Fälle in Grafenberg habe. Das von Eißler-Krause genannte Beispiel über Probleme bei Kummer über einen gestorbenen Hamster überzeugte ihn nicht von der Notwendigkeit Schulsozialarbeit einzurichten. Man müsse Kleinigkeiten nicht gleich von Spezialisten behandeln lassen. Auch Rudolf Rampf, den "statische Aussagen noch nicht überzeugen", wollte konkrete Beispiele außer kleineren Lappalienfällen wissen. Aber die gab es in der öffentlichen Sitzung wegen der Schweigepflicht nicht.

"Sie werden Bedarf haben. Jede Schule hat Bedarf, so ist die Jugend", sagte Eißler-Krause, die derzeit 74 Schulen betreut. "Auch Grundschüler haben ihre Defizite", entgegnete sie auf das Argument von Thomas Vorwerk (FWV), dass die Grundschule Grafenberg in einem weitestgehend intakten Ort stehe. Wolfgang Vöhringer (SPD) wies darauf hin, dass es nicht darum gehe "irgendwelche kritischen Sozialfälle zu brauchen, um Schulsozialarbeit zu etablieren", sondern es gehe darum, Defizite auszugleichen.

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