Doch ein zweiter Bewerber

Weil die Verwaltung ihrer Informationspflicht nicht nachgekommen ist, hat unsere Zeitung gestern vermeldet, dass es nur einen Bewerber für das Kohlberger Bürgermeisteramt gibt. Dem ist jedoch nicht so.

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    Auch Marcus Holder möchte Bürgermeister in Kohlberg werden. Foto: 
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    Reiner Taigel hat seine Bewerbungsunterlagen als erster eingereicht. Foto: 
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Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt! Am Montag um 18 Uhr endete die Bewerbungsfrist für das Amt des Bürgermeisters in Kohlberg (wir haben berichtet). Als Bürgermeister Klaus Roller gegen 17 Uhr in den Briefkasten am Rathaus schaute, war noch keine weitere Bewerbung eingegangen. Also hat es zu diesem Zeitpunkt nur einen Bewerber gegeben, Rainer Taigel (wir haben berichtet).

Zu diesem Zeitpunkt haben alle Beteiligten nicht mehr damit gerechnet, dass noch eine weitere Bewerbung eingehen wird. Als der noch amtierende Bürgermeister und Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, Klaus Roller, fünf Minuten vor 18 Uhr nochmal in den Briefkasten schaute, lagen dort die Bewerbungsunterlagen von Marcus Holder aus Kirchentellinsfurt.

Unsere Zeitung hatte mit Roller vereinbart, nach Ablauf der offiziellen Bewerbungsfrist um 18 Uhr nochmal in telefonischen Kontakt zu treten. Doch der Bürgermeister war nicht erreichbar. Auch von ihm aus gab es keinen Telefonanruf und keine Nachricht per E-Mail. Bürgermeister Roller machte dafür gestern gegenüber unserer Zeitung "unglückliche Umstände" verantwortlich.

Es sei irgendwie nicht mehr möglich gewesen, die Presse zu informieren. Der Gemeindewahlausschuss habe die Bewerbung von Marcus Holder zugelassen. Nach der Sitzung habe er niemanden mehr erreicht. Per E-Mail habe er es gar nicht versucht, eine Nachricht zu übermitteln, weil er dachte, dass dies untergehen würde. "Außerdem", so Klaus Roller, "habe ich es falsch eingeschätzt. Ich dachte nicht, dass die Presse dies noch aktuell veröffentlichen würde." Tatsache ist jedoch, dass die Redaktion unserer Zeitung bis 19.30 Uhr permanent versucht hat, Bürgermeister Klaus Roller zu erreichen . Doch alle Versuche gingen ins Leere.

Der zweite Bewerber um das Amt des Bürgermeisters in Kohlberg heißt Marcus Holder. Er ist aus Kirchentellinsfurt, ist 42 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Beruflich ist er stellvertretender Leiter des Polizeipostens Nord in Tübingen. An der Polizeihochschule in Schwenningen hat Marcus Holder den Abschluss zum Diplom-Verwaltungswirt gemacht.

Während des Studiums hat ein Kommilitone eine Arbeit mit dem Titel "Vom Polizeibeamten zum Bürgermeister" geschrieben. Da wurde auch ihm klar, dass der Polizeiberuf auch für ihn nicht die Endstation sein muss.

Der Bürgermeisterposten reizt den 42-Jährigen wegen der Vielfalt an Aufgaben, das das Amt mit sich bringt und deshalb, weil er als Bürgermeister viel mit Menschen zu tun hat. "Das", so Holder, "kenne ich aus dem Polizeidienst."

Die Vorbereitungen auf den Wahlkampf laufen laut Holder auf Hochtouren. Kohlberg reizt ihn, weil die finanzielle Situation der Gemeinde nicht schlecht sei. Sein Ziel ist, eine gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Gemeinderat zu erreichen, um Projekte anzustoßen, die die Gemeinde voranbringen. Außerdem möchte er in guten Kontakt zu den Bürgern kommen. Die Nähe zu ihnen möchte er freilich auch schon im Wahlkampf suchen, um deren Sorgen und Nöte zu erfahren.

Als erster hatte Reiner Taigel seine Bewerbung um das Amt des Kohlberger Bürgermeisters abgegeben (wir haben berichtet). Er ist Diplom-Verwaltungswirt (FH) und arbeitet derzeit als Hauptamtsleiter der Stadt Aichtal. Im Ermstal ist der Bewerber kein ganz Unbekannter. Begonnen hat er seine Laufbahn Ende der 1980er-Jahre bei der Stadtverwaltung in Metzingen.

Dort wirkte er als stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes sowie als Leiter des Sozialamtes.

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