Die finanzielle Eiszeit ist passé

Die finanzpolitische Fastenzeit in Riederich ist vorbei: Nach Jahren des Jammerns und Sparens hat die Verwaltung jetzt einen Haushalt eingebracht, der wieder Raum lässt zum Investieren. Sogar die Schulden schmelzen.

|
In den kommenden Jahren ein Millionenprojekt: Die Arbeiten in der Industriestraße in Riederich.

Ein fast traumhaftes Ergebnis im Vergleich zu den Vorjahren". Oder: "Heute können wir wieder aufatmen." "Der Etat ist eine gute Basis, wir schauen optimistisch in die Zukunft."

Kurz: Die Zeiten der Schwarzmalerei in Riederich sind vorbei, Bürgermeister und Kämmerer geizen nicht mit positiven Urteilen über den Haushalt Jahr 2012. Anders als in Zeiten der Wirtschaftskrise (die Riederich eines der schlechtesten Finanzergebnisse seit dem Zweiten Weltkrieg brachte) zeigt das neue Zahlenwerk wieder Lust am Investieren. Das ist einerseits den fast durchweg steigenden Einnahmen zu verdanken - andererseits sehen sich die Riedericher in den kommenden Jahren auch getrieben von Notwendigkeiten: "Wir haben große Aufgaben vor uns", sagte Bürgermeister Klaus Bender.

Wichtige Bauprojekte in naher Zukunft sind für den Rathauschef die energetische Sanierung etlicher gemeindeeigener Gebäude, besonders die der Gutenbergschule, und die technische Renovierung des Lehrschwimmbeckens. Außerdem wollen einige Straßen wieder auf Vordermann gebracht werden, wobei vor allem die Arbeiten in der Industriestraße in die Millionen verschlingen werden..

Bender geht davon aus, dass die Gemeinde diese Vorhaben stemmen kann, ohne neue Schulden zu machen. Das gilt auch für das größte Investitionsprojekt im Jahr 2012: Riederich baut, wie gestern ausführlich berichtet, ein Kinderhaus für 1,2 Millionen Euro, 600 000 Euro sollen heuer finanziert werden. Wie es der Rechtsanspruch will, bietet die Kommune so bald ausreichend Plätze für die unter Dreijährigen. Und zur Freude des Verwaltungschefs einigten sich die Kommunalen Spitzenverbände unlängst drauf, dass das Land ab 2014 knapp 70 Prozent der jährlichen Kosten für die Betreuung der Jungen und Mädchen unter drei Jahren übernimmt.

Riederich indes sei auf halbem Weg, die lückenlose Betreuung für Kinder bis zum zehnten Lebensjahr anzubieten, so der Bürgermeister weiter. Das ist dann so weit, wenn das Kinderhaus gebaut und die Gutenbergschule Ganztagesschule ist. "Das ist ein wichtiges Signal an die Eltern", sagte Klaus Bender mit Blick auf junge Familien, die sich in Riederich niederlassen möchten.

Aber zurück zum Etat 2012, den Kämmerer Tobias Pokrop in seiner Haushaltsrede ausführlich vorstellte. Weitere Ausgaben: das Kleinspielfeld an der Gutenbergschule wird für 140 000 Euro saniert, Baumaßnahmen im Sanierungsgebiet Baldauf-Areal kosten die Kommune rund 150 000 Euro, die freiwillige Feuerwehr bekommt einen neuen Kommandowagen (90 000 Euro) und in der Gemeindestraße "im Sai" werden die Abwasserkanäle erneuert.

Unterm Strich investiert die Gemeinde 2012 gut 1,7 Millionen Euro. Die "Basis für ein sorgenfreies Jahr" liefert laut Tobias Pokrop unter anderem die Gewerbesteuer. Im vergangenen Jahr noch auf 1,8 Millionen Euro hochgerechnet, klettert sie nun auf für Riedericher Verhältnisse stolze 2,5 Millionen Euro.

Zweithöchste Einnahmequelle des Haushalts 2012 : Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer ("ein ganz wichtiger Eckpfeiler") , der bei gut 2,1 Millionen Euro liegt.

Und noch eine gute Nachricht hatte der Kämmerer für das Gremium parat: Die Gemeinde Riederich kann einen knapp 1,2 Millionen Euro hohen Kredit tilgen, den die Verwaltung zum Ausgleich des schlechten Rechnungsjahres 2009 aufgenommen hatte. Bei all den "guten Zahlen" (Klaus Bender) - dass die Situation der kommunalen Finanzen einem Auf und Ab gleicht, ist Bürgermeister und Kämmerer bewusst. Hohe Steuereinnahmen lösen spätestens ab 2013 auch in Riederich wieder hohe Umlagenzahlungen aus. Für Euphorie ist deswegen kein Platz, sagte Klaus Bender.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kletterer tödlich verunglückt

Ein 55-jähriger Kletterer ist am Montagnachmittag am Wiesfels beim Glemser Roßfeld abgestürzt und dabei tödlich verletzt worden. weiter lesen