DETTINGER DEBATTEN · Neuwiesenhalle: Schnell wie das Katzenmachen

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Katzen sind flink, klettern behende auf Bäume und kokettieren mit einem gewissen Kuschelfaktor. Das steht fest. Wie zügig die Tiere allerdings bei der Produktion des eigenen Nachwuchses zur Sache schreiten, das entzieht sich der Kenntnis der meisten Zeitgenossen ohne Zoologie-Diplom. Dennoch halten die Schwaben ein schönes Sprichwort hoch: "Das geht ja wie das Katzenmachen" - so urteilen wir, wenn etwas flott und zügig abgewickelt wird.

Hand aufs Herz: Auf die Debatte rund um die Sanierung der Neuwiesenhalle im Dettinger Gemeinderat trifft das keinesfalls zu. Da haben die Räte die einzelnen Bauschritte und das Für und Wider für einen späteren Start zäh und penibel durchpalavert. Dabei gilt der Dettinger Gemeinderat als effektives Gremium, das oft mit raschen Entscheidungen überrascht. Aber nun: erst ein Antrag, der doch nicht zur Abstimmung kommt, dann eine Endlos-Diskussion und schließlich der Einwurf von Dr. Rolf Hägele. Er beantragte die Sitzung zu unterbrechen, da sich seine Fraktion erneut beraten müsse. Manch einer atmete auf, weil gewisse körperliche Zwänge ihren Tribut forderten, wie Bürgermeister Michael Hillert einwarf. Andere grinsten: "Was ist denn heute los?" fragten sich die Herren rechts der Pressebank. Sicher, die Demokratie hat ihre Gepflogenheiten - und das ist auch gut so. Warum soll ein Gremium ein Millionenprojekt nicht drehen und wenden. Am Ende blieb dem Bürgermeister aber nur noch die Ironie: Hillert, Kenner schwäbischer Bonmots, feixte: "Meine Damen und Herren, das geht hier ja wie das Katzenmachen".

Für alle, die nicht wissen, ob sein Urteil auch politisch korrekt ist: Ins "Schwäbische Wörterbuch" nach Keller und Pfleiderer hat es der schöne Satz längst geschafft.

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