Der Weg ist jetzt sicherer

Lange genug hat man darauf gewartet - aber als es endlich beschlossen war, ging es mit dem Bau zügig voran. Die neue Radwegbrücke wurde gestern offiziell eingeweiht und sorgt für mehr Sicherheit.

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Die neue Geh- und Radwegbrücke ist fertig (von links): CDU-MdL Thaddäus Kunzmann, Neckartenzlingens Bürgermeister Herbert Krüger, Bempflingens Gemeindeoberhaupt Bernd Welser, Bauleiter Konrad Bader, Grünen-MdL Andreas Schwarz und Leitender Baudirektor Einar Dittmann vom Regierungspräsidium. Foto: Eva Focht-Rabel

Die Brücke über die Erms an der L 1208b zwischen Neckartenzlingen und Bempflingen verfügte zwar über einen Gehweg für Fußgänger - aber nicht für Radfahrer. Denn beim Bau hatte niemand daran gedacht, dass dieser Weg in späteren Jahren vor allem von den Bempflinger Schülern genutzt werden wird, die mit dem Rad in das Schulzentrum in Neckartenzlingen fahren. Für diesen Verkehr war der enge Gehwegbereich auf der Brücke deshalb nicht ausgelegt, und das Schild "Radfahrer bitte absteigen" wurde permanent missachtet.

Eine Initiative von Gemeinderäten beider Gemeinden, allen voran Eva Voss in Bempflingen und Walburga Duong in Neckartenzlingen, brachte die Sache dann aber ins Rollen, auch wenn etliche bürokratische Hürden überwunden werden mussten. Dabei setzten sich auch die Bürgermeister Bernd Welser und Herbert Krüger für eine neuen Radweg ein und wandten sich schriftlich direkt an die Landesregierung.

Nach der Zusage dauerte es noch ein knappes Jahr, bis man mit der Ausschreibung beginnen konnte, wie Einar Dittmann, Leitender Baudirektor beim Regierungspräsidium Stuttgart, erinnerte. "Dass die Maßnahme dringend war, wussten wir schon lange - aber dazu braucht man Geld und Manpower." Als sicher war, dass das Geld zur Verfügung stand, wurde auf dem "kleinen Dienstweg" gehandelt und die Brücke vom Baureferat selbst entworfen. Nachdem man sich mit den Trägern öffentlicher Belange abgesprochen hatte, konnten die Bauarbeiten dann ausgeschrieben und an die Metzinger Firma Brodbeck vergeben werden. Die Brücke wurde Anfang Dezember eingebaut und nachdem gestern noch asphaltiert wurde, kann der neue Radweg jetzt benutzt werden.

Dass es eine "parteiübergreifende" Fleißarbeit war, die jetzt mit Erfolg gekrönt wurde, betonte Thaddäus Kunzmann, CDU-MdL des Wahlkreises Nürtingen-Filder. Er sei von Bürgermeister Welser in Bempflingen auf die Problematik angesprochen und sah ein, dass für so eine kleine Brücke kein langes, umständliches Planfeststellungsverfahren notwendig ist. Gemeinsam habe man nun erreicht, dass die Bempflinger Schüler sicher den Radweg benutzen können.

MdL Andreas Schwarz von den Grünen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher seiner Partei, informierte, dass die Brücke aus einem Fertigteil besteht, 18 Meter lang ist und rund 300 000 Euro teuer war. Insgesamt hat die Bauzeit etwas über sechs Wochen gedauert. Dass die Fußgänger und die Radfahrer nun eine eigene Brücke erhalten, sei ein weiterer Mosaikstein, um das Land fahrradfreundlicher zu machen. Schließlich soll der Radverkehrsanteil an den Verkehren bis zum Jahr 2020 von acht auf 20 Prozent erhöht werden.

Zufrieden sind auch die beiden Bürgermeister, dass an diesem strategischen Punkt endlich auch Verkehrssicherheit nicht nur für die radelnden Schulkinder, sondern für alle Radler und auch die Fußgänger geschaffen wurde.

Bernd Welser, Bempflingen, stellte fest, dass die Brücke auch zum übergeordneten Ermstalradweg zählt und diesen mit dem Neckartal-Radweg verbindet. Zudem erinnerte er daran, dass der Wunsch nach dem Brückenausbau sicher "schon zehn Jahre alt ist". Herbert Krüger aus Neckartenzlingen sah es als "großen Gewinn" an, dass die Straße jetzt über einen Begleitweg verfügt. "Das ist ein umfassendes Zeichen, dass die Radfahrer Vorfahrt haben."

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