Der Junge mit der lustigen Zahnlücke

Manfred Mai schreibt erfolgreich Bücher. Früher war der Autor Lehrer. Kein Wunder, dass sein Besuch in der Bücherei mehr als eine Lesung war.

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Von witzig und unterhaltsam bis ernst und nachdenklich sind Manfred Mais Bücher: "Weil das Leben doch auch so ist", meint er und gerade das soll sich ja in seinen Büchern widerspiegeln.

Und so steckt hinter (fast) jeder seiner Geschichten, Gedichte oder Kinder- und Jugendromane ein Stück Wahrheit. Dabei haben ihn zum Beispiel ein kleiner Besucher mit einer lustigen Zahnlücke inspiriert, seine eigenen Töchter und einst seine Schüler, als er noch unterrichtete.

Den Dritt- und Viertklässlern der Schillerschule gab er viel von seinem Leben als Schriftsteller preis: "Ihr sollt hinter die Bücher schauen können und erfahren, was hinter meiner Arbeit steckt", hatte der Winterlinger den Schülern gleich zu Beginn der Lesung deutlich gemacht und ausdrücklich dazu aufgefordert, Fragen zu stellen. Und die ließen nicht lange auf sich warten: Wie viele Bücher er denn schon geschrieben habe, meinte ein junger Zuhörer. Um die 150 offiziell, aber: "Ich nähere mich gerade der 200er-Marke."

Darunter fallen Romane für Jugendliche ebenso wie Papp-Bilderbücher für die ganz Kleinen: "Die nagen meistens noch daran herum."

Das macht ihm aber gar nichts aus, denn das alles führt Kinder auf den Weg zu lesen und die Fantasie anzuregen - und das macht er auch in der Dettinger Bücherei: "Ich hab mich doch nicht 18 Seiten angestrengt und es passiert nichts", machte er deutlich, als die Drittklässler seine Geschichte von einem zaghaften und ängstlichen Jungen etwas bedächtig weitersponnen. "Jetzt muss es aufregend weitergehen", meinte Manfred Mai und gab noch einen Rat mit auf den Weg. "So muss auch ein Aufsatz aufgebaut sein."

Lehrer war Manfred Mai bevor er zufällig zum Autor wurde. Seine erste Klasse galt als eine sehr schwierige, die ihn wirklich fast zur Verzweiflung getrieben hätte: "Ich habe angefangen aufzuschreiben, was mir auf der Seele brannte", berichtete er. "Und ich habe gemerkt, dass es mir gut tut, wenn ich schreibe. Ich hätte sonst das erste Lehrerjahr nicht überlebt."

Dabei sei für ihn als Kind Deutsch geradezu ein "Horrorfach" gewesen, bekannte Mai. Und Probleme mit der Rechtschreibung habe er auch gehabt: "Ich wollte immer einen Beruf, bei dem ich nicht Lesen und Schreiben muss. Deshalb habe ich zuerst Maler und Lackierer gelernt."

Gut, dass das Leben manchmal andere Wege geht: Denn ohne Manfred Mais Bücher würde vielen Kindern in der ganzen Welt etwas fehlen. Die Bücher wurden in 25 Sprachen übersetzt. Wie viele er ganz genau verkauft hat, weiß er nicht: "Allein in Deutschland sind es über sieben Millionen Bücher."

Aus einigen davon hat er den Schillerschülern in der Art eines Ein-Mann-Theaters mit verstellten Stimmen vorgelesen. Ein Stück, "Das verkaufte Glück", gibt es noch gar nicht zu kaufen.

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