Der Dichter und die gläsernen Berge

Die Landschaft ist das eine. Zwei Burgen, ein lauschiges Bad, Weine und Vulkane sind das andere: Das Wandern entlang der Blauen Mauer hat viel zu bieten - darunter vier Dörfer mit all ihren Schönheiten.

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Dieser Ausblick. Er muss Balsam gewesen sein für Eduard Mörike, während der seine "Vikariatsknechtschaft" in Ochsenwang durchlitt. Ständig war er von Krankheiten geplagt, die er auf die "raue Albluft" zurückführte. Und der Sonntagspredigt in dem Dorf bei Bissingen sah der Dichterpfarrer als "unumgängliches Gespenst" entgegen. Nein, behaglich fühlte sich Mörike auf der Albhöhe anfangs nicht. Aber es war der schwäbische Erzähler, der sich später die Urheberschaft für die literarische Bezeichnung des Albtraufs sicherte: Die Blaue Mauer. Als junger Vikar soll Mörike diesen Begriff geprägt haben - auf der Bempflinger Höhe stehend und gen Südosten blickend. Nun führt ein ausgewiesener Weg am Rande der "schönen blauen Glasberge" die Wanderer von Owen nach Kohlberg. Von der Teck bis zum Jusi.

Klar, das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist eine gute Adresse für alle, die ihre Schritte durch die Landschaft lenken wollen. Doch die 16 Kilometer lange Strecke hat weit mehr zu bieten als schöne Aussichtspunkte und gute Wanderwege (viele davon taugen übrigens auch für Kinderwagen und Fahrrad). Wer von Owen, über Beuren und Neuffen, nach Kohlberg marschiert, der hat einerseits den Albtrauf vor Augen - andererseits die Leuchttürme der Region im Blick. Die gibt es auf dieser Route reichlich. Vornedran die Burgen Teck und Hohenneuffen. Gleich in Owen schlendern wir über blühende Streuobstwiesen und streifen den "Feuerbölle", einen ehemaligen Vulkan. Dort wachsen noch seltene und geschützte Kräuter.

Wandern und Geschichte atmen, das lässt bei einem Abstecher ins Freilichtmuseum Beuren verwirklichen. Auch das Modelldorf mit seinen alten wieder aufgebauten Bauernhäusern liegt auf der gut ausgeschilderten Strecke, die sich prima in Etappen erwandern lässt.

Von Beuren nach Neuffen etwa. Über der Kleinstadt flanieren wir durch die Weinwanderwege und goutieren bei einer Rast im Ort einen Tropfen der heimischen Täleswinzer. Ach, das lauschige Neuffener Höhenfreibad. Auch einen Abstecher wert.

Schließlich Kohlberg mit seinem Hausberg, dem Jusi. Der Albverein weidet dort Ziegen, die die Landschaft pflegen und sich gerne von kleinen Ausflüglern streicheln lassen. Und wer einmal auf dem Gipfel des Jusi ins Erms- und Neckartal geblickt hat, will das immer wieder tun. Kein Wunder, dass die vier Biosphären-Gemeinden Owen, Neuffen, Beuren und Kohlberg für Touren entlang der Blauen Mauer trommeln. So hat die Tourismus-Initiative um Geschäftsführerin Verena Grötzinger, die Owener Verwaltungschefin, eine umfangreiche Homepage (www. entlang- der- blauen-mauer.de) zur Wegstrecke erarbeitet. Dort werden nicht nur verschiedene Wandertouren zwischen den vier Orten vorgestellt, sondern auch Attraktionen in den Gemeinden beworben. Infos zur Historie gibt es inklusive.

Aber auch mit Radtouren durch die Region, Einkehr-und Einkaufsmöglichkeiten und vielen Tipps für Familien wartet die neue Internetseite auf. Unter anderem verweist sie auf Spielplätze und Grillstellen.

Info www.entlang-der-blauen-mauer.de

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