Den Traumberuf täglich aufs Neue leben

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    Man sieht es ihr an: Melanie Gollert ist mit Leib und Seele Bürgermeisterin. Foto: 
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    Die Bürgermeisterin residiert im alten Rathaus von Neckartenzlingen. Foto: 
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Im November vergangenen Jahres wurde sie mit der überwältigenden Mehrheit von 65,59 Prozent der Stimmen zur neuen Neckartenzlinger Bürgermeisterin gewählt. Mittlerweile ist Melanie Gollert seit gut 100 Tagen im Amt. Ihr erstes Fazit fällt durchweg positiv aus. Bereits im Wahlkampf hat die 29-Jährige betont, dass Bürgermeisterin zu sein ihr Traumberuf sei. Im Interview sagt sie, dass sich daran nichts geändert hat, ganz im Gegenteil.

Frau Gollert, Sie sind nunmehr seit gut 100 Tagen als Bürgermeisterin von Neckartenzlingen im Amt. Wie fällt Ihre erste Bilanz aus?

Melanie Gollert: Zum einen bin ich sehr gut aufgenommen worden sowohl von den Mitarbeitern im Rathaus, als auch  vom Gemeinderat. Ich wurde in den ersten Wochen schon über viele Themen informiert. Das hat also gut angefangen. Dabei hatte ich aber nicht nur die Beobachterrolle, ich konnte schon agieren.

Das erleichtert natürlich den Start.

Absolut. Das betrifft übrigens auch die Amtsleiter. Man musste mich ja erst abholen und mitnehmen.

Konnten Sie in den ersten Wochen schon etwas bewegen?

ich konnte einiges anstoßen, ja. Auch, was die Verwaltung betrifft. Wir haben angefangen, die Strukturen zu überprüfen. Dabei geht es darum zu schauen, wo wir etwas optimieren können. Gibt es vielleicht Doppelstrukturen? Auch müssen wir überlegen, wie wir vakante Stellen optimal besetzen können.

Haben Sie vor, Stellen, die etwa aus Altersgründen  frei werden, zu streichen?

Eben das wird zurzeit überprüft.

Es geht also nicht vordergründig darum, Stellen einzusparen?

Nein. Es geht darum, diese Stellen optimal zu besetzen. Und wenn sich dabei herausstellen sollte, dass die eine oder andere Stelle nicht mehr benötigt wird, dann wird sie wohl nicht wieder besetzt.

Wie gehen Sie vor?

Wier reden mit den Mitarbeitern, und dabei kommt ziemlich schnell zum Tragen, ob jemand mit dem, was er arbeitet, zufrieden ist oder nicht. Dann muss man überlegen, woran es liegt. Das muss man Ganzheitlich betrachten und ein Gesamtkonzept erarbeiten.

Und das funktioniert nur zusammen mit den Mitarbeitern?

Genau so machen wir das. Die Meinung der Mitarbeiter ist absolut wichtig. Sie sollen auch Änderungsvorschläge machen, denn sie merken ja selbst am besten, wo es nicht passt.

Können die Mitarbeiter auch Wünsche äußern?

Ja. Sie bekommen einen Fragebogen, mit dem alles abgefragt wird. Auch die Stimmung im Team und das Verhältnis zum Vorgesetzten.

Der Fragebogen ist aber anonym?

Selbstverständlich. Der Fragebogen wurde von einem externen Büro erstellt. Ich bekomme die Fragebogen beispielsweise gar nicht zu Gesicht.

Aber wenn es um die betreffende Stelle geht, um Aufgaben des Mitarbeiters, müssen Sie doch wissen, um wen es sich handelt?

Ja natürlich. Wenn es um die Stellenbeschreibung geht, um Wünsche und Vorstellungen, kann es nicht mehr anonym gehen.

Ist es nicht ein heikles Thema, wie man mit den Ergebnissen des Fragebogens umgeht?

Selbstverständlich ist es das. Da brauchen wir Fingerspitzengefühl. Und natürlich müssen wir auch den Gemeinderat mit ins Boot nehmen.

Sie machen das, damit die Gemeindeverwaltung für die Zukunft optimal aufgestellt ist?

So ist es. Wir machen das Ganze, damit wir für die künftigen Aufgaben gerüstet sind. Doch ich möchte betonen, dass das nicht heißt, dass bisher alles schlecht war, aber wir müssen das Ganze optimieren.

Ein großes Thema ist seit Jahren in Neckartenzlingen das Schulzentrum. Sie haben das ja auch in ihrem Wahlkampf angesprochen. Zum einen muss viel Geld in eine Sanierung gesteckt werden, zum anderen geht es darum, die schülerentsendenden Gemeinden an der Finanzierung  mehr als bisher zu beteiligen. Wie ist die Sachlage?

Erst mal ging es für mich darum, mich noch besser darüber zu informieren, was bisher in dieser Sache gelaufen ist. Zwei dicke Ordner habe ich durchgearbeitet.

Haben Sie auch schon Gespräche geführt mit ihren Amtskollegen?

Ja, es hat bereits erste Sondierungsgespräche gegeben. Und ich habe den Kollegen den neuen Masterplan für das Schulzentrum vorgestellt. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten und Varianten, um das Schulzentrum zu sanieren.

Haben Sie auch schon mit Vertretern des Regierungspräsidiums Stuttgart gesprochen?

Das habe ich. Und demnächst wird es auch Gespräche mit Vertretern der Landesregierung geben.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass diese Gespräche zum erwünschten Erfolg führen?

Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich etwas tut. In welche Richtung, kann ich freilich noch nicht sagen. Die Haltung der Landesregierung muss ausgelotet werden.

Gab es schon Reaktionen seitens Ihrer Amtskollegen der umliegenden Kommunen?

Sie haben mir ihre Bereitschaft  zugesichert, dass wir gemeinsam überlegen, wie es in der Sache vorangehen könnte.

Ein weiteres wichtiges Thema in Neckartenzlingen ist die Hochwassergefahr

Wir sind mit der Sache im Gemeinderat. Die Angelegenheit muss europaweit ausgeschrieben werden. Da tut sich also einiges. Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass das Regierungspräsidium den Zuschuss in Höhe von 70 Prozent bewilligt.

Das hört sich ja sehr erfreulich an.

Prinzipiell ja. Zu beachten sind  freilich immer noch die nicht zuwendungsfähigen Kosten.

Wie sieht es in der Flüchtlingspolitik aus?

Die Unterkunft für die Erstunterbringung seitens des Landkreises hat sich ja erledigt. Um so mehr Flüchtlinge müssen wir im nächsten Jahr in der Anschlussunterbringung aufnehmen.

Müssen Sie dafür extra ein Gebäude bauen?

Ja. Zunächst haben wir uns zur Überbrückung auf dem privaten Wohnungsmarkt umgeschaut. Immerhin wurde uns eine Wohnung angeboten.

Neu gebaut wird ja in der Metzinger Straße. Wie weit sind Sie da?

Die Baugenehmigung liegt mittlerweile vor, Baubeginn ist demnächst.

Wie viele Menschen werden darin Platz finden?

Es wird Platz für rund 65 Personen geben.

Gibt es die Option, das Gebäude später irgendwann als normale Sozialwohnungen zu verwenden?

Die gibt es, aber wann das sein wird, weiß niemand.

Was machen die Pläne für das Gewerbegebiet „Weidach“?

Ich musste mich erst mal über den aktuellen Stand informieren. Zurzeit geht es um den Naturschutz, die Pläne, und das Gewerbegebiet zu realisieren, sind aber in Arbeit.

Ihre Bilanz nach 100 Tagen fällt ja ganz gut aus. Gibt es sonst noch etwas zu berichten?

Momentan planen wir, die Außenwirkung der Gemeinde zu verbessern.

Was bedeutet das?

Zurzeit entwerfen wir zusammen mit dem Gemeinderat ein neues Logo für die Gemeinde. Auch die Homepage muss modernisiert werden.

Holen Sie sich dafür Hilfe von außen?

Ja. Wir haben verschiedene Angebote von einigen Büros eingeholt. Die Ergebnisse werden heute Abend dem Gemeinderat vorgestellt. Die Verwaltung wird jedoch einen entsprechenden Beschlussvorschlag machen.

Sie können also nach 100 Tagen alles in allem ein positives Fazit ziehen?

Auf jeden Fall. Bürgermeisterin zu sein, ist für mich immer noch ein Traumjob. Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit. Und so warte ich auf noch viele weitere 100 Tage im Amt.

Tage ist Melanie Gollert als Bürgermeisterin von Neckartenzlingen im Amt. Nach den ersten Monaten als Verwaltungschefin zieht die 29-Jährige ein durchweg positives Fazit.

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