Bildung vor Ort ermöglichen

Die Werkrealschule Vordere Alb soll Gemeinschaftsschule werden. Einen entsprechenden Antrag stellt die Gemeinde Römerstein. Als Co-Schulträger hat nun auch Hülben seine Zustimmung erteilt.

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Zwei Herzen schlagen ganz offensichtlich in der Brust des einen oder anderen Gemeinderatsmitglied in Hülben. „Die Sinnhaftigkiet der Gemeinschaftsschule wird uns doch aufgenötigt“, hält zum Beispiel Peter Jaeger nicht viel von dem neuen Schultyp. „Beileid an ihre Kollegen, die dieses Konzept umsetzen müssen“, sagte er in Richtung Schulleiter Jörg Bizer, der dem Gremium zuvor die Konzeption für die künftige Gemeinschaftsschule erläutert hatte. Doch selbst, wenn er dem durch die Landesregierung forcierten Wandel in der Schullandschaft kritisch gegenüber steht, auch Peter Jaeger stimmte letztlich dem Antrag auf Umwandlung der Werkrealschule Vordere Alb in eine Gemeinschaftsschule zu. „Wir haben die Wahl zwischen dieser oder keiner Schule“, meinte Jaeger schließlich.

Bei der Werkrealschule in Böhringen mit Außenstelle in Hülben sind die Anmeldezahlen überraschend stark eingebrochen, sodass für das kommende Schuljahr nur noch eine fünfte Klasse auf den Weg gebracht werden kann. Wie berichtet, haben sich die Kommunen und die Schule daher entschlossen, früher als ursprünglich geplant einen Antrag zur Einführung der Gemeinschaftsschule schon ab dem Schuljahr 2016/17 zu stellen. „Mit guten Aussichten“, wie Jörg Bizer und Bürgermeister Siegmund Ganser vermuten.

Grundvoraussetzung sei aber eine theoretisch anzunehmende Schülerzahl pro Jahrgang von 40 Kindern, wofür 100 Geburten pro Jahrgang notwendig wären. Weil Römerstein und Hülben alleine auf diese Zahl nicht kommen, soll ein Zweckverband künftig als Schulträger auftreten. In diesen Verband könnten auch andere Kommunen eintreten, sodass die rechnerischen Anforderungen erfüllt werden würden. Wie dieser Zweckverband personell besetzt wird, wie die Finanzierung etwa bei der Sanierung von Schulgebäuden exakt läuft, müsse im Detail noch verhandelt werden, sagte Ganser. Er sehe sich in diesem Punkt aber mit seinem Amtskollegen Matthias Winter auf einer Wellenlänge.

Gemeinderat Jochen Dümmel sieht gute Ansätze in dem vorgestellten Konzept und plädiert „unbedingt dafür, die Chance auf einen mittleren Bildungsabschluss auf der Vorderen Alb zu erhalten.“ Einen kleinen Seitenhieb hatte angesichts der zwingend erforderlichen Einrichtung einer Ganztagesschule (7.20 bis 15.35 Uhr) aber doch: „Mancher, der in der Metallindustrie nach Tarif arbeitet, wird dann künftig vor seinem Kind zu Hause sein.“

Jörg Bizer allerdings betonte, dass die Schüler nach Schulende tatsächlich „fertig“ seien und somit die zahlreichen Vereinsangebote weiterhin wahrnehmen könnten. Die Einbindung der Vereine in den Ganztagesbetrieb, für die sich Claudia Rabuser interessierte, sei zwar oftmals nur ein Wunschdenken. Er denke jedoch bereits an konkrete Projekte. Außerdem könnten ältere Schüler jüngere betreuen und zudem würden die Lehrerdeputate aufgestockt. Die Ganztagesbetreuung sei somit gewährleistet.

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