Bewahrenswertes gezeichnet

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Viele Details, die Hans Helferstorfer gezeichnet hatte, sorgten für Gesprächsstoff.  Foto: 

Es war geradezu ein Glück für die Gemeinde, dass der einstige Hülbener Bürgermeister Fritz Herter seinem Nachfolger im Amt, Hans Notter, ans Herz legte, das künstlerische Schaffen von Hans Helferstorfer im Auge zu behalten und zu fördern. Der nämlich hatte die Gebäude und das Leben der Albgemeinde zeichnend und malend in Bildern bewahrt. Im Rathaus hängen 60 Werke von Helferstorfer, doch sie geben noch keinesfalls Aufschluss über das gesamte Schaffen des Künstlers. Viele seiner Bilder befinden sich in Privatbesitz.

So haben die Trachtenfreude im Alten Schulhaus zu einer einmaligen Ausstellung eingeladen. Zu verdanken war dies dem  Wirken von Notter, der die Einwohner, die Bilder von Helferstorfer besitzen, dafür gewinnen konnte, solche auch einmal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und was am Sonntag hier zu sehen war, das setzte nicht nur Erinnerungen frei, sondern gab Aufschluss über die künstlerische Meisterschaft von Helferstorfer und berührte auch durch seine in seinen Werken erkennbare Liebe zum Leben in dieser Albgemeinde.

Die Reutlinger Künstlerin Monika Geiselhart, deren Werke auch in Hülben zu finden sind, gab eine einfühlsame Einführung in Leben und Schaffen von Hans Helferstorfer. „Glauben Sie, dass es irgendwo in unserer Gegend noch einen verborgenen Winkel gibt, den Hans Helferstorfer nicht zeichnerisch erfasst hat?“, fragte sie eingangs. Mit dem „verborgenen Winkel“ war zugleich der Blick aufs Detail gerichtet, auf die Präzision dieses „Meisters der Linie“. Der 1908 in Österreich geborene Helferstorfer sei bereits in der Schule durch sein zeichnerisches Talent aufgefallen, sei als Kartenzeichner im Zweiten Weltkrieg tätig gewesen, habe danach, in Bad Urach wohnend, als technischer Zeichner bei Magura gearbeitet.

Monika Geiselhart sprach von der Lust, Gesehenes festzuhalten, von der Leidenschaft und dem Fleiß sowie der tiefen Liebe zu den Schönheiten der Heimat, die Helferstorf bewegten. Er habe die Augen öffnen wollen für den Zauber, der den einfachsten Dingen innewohnt. Er habe den Betrachter auf der Suche nach dieser Faszination mitgenommen. Der Künstler hatte seinen Skizzenblock immer bei sich. Ihn zeichnete die Liebe zum Detail aus. Und schließlich sei es der unschätzbare dokumentarische Wert, den seine Werke auszeichnen.

Geiselhart ging auf die Mal- und Zeichentechnik ein, auf das Spiel mit der Leichtigkeit dünner Linien, dicht gesetzte Schraffuren, die Art, „dreidimensionale Plastizität aus der Fläche des Papiers herauswachsen zu lassen“. Auch bei  der Arbeit mit Ölfarbe habe Helferstorfer über einen erstaunlich gekonnten Pinselstrich verfügt. Man stehe „mit großem Respekt und voller Bewunderung“ vor seinem Schaffen.

Kunst im ländlichen Raum

Bürgermeister Siegmund Ganser dankte den Trachtenfreunden für diese eindrucksvolle Ausstellung. Sie sei ein Beleg dafür, welche Kraft in der Kunst auch im ländlichen Raum liegen würde. Und dann konnten sich Anwesende selbst den einzelnen Bildern zuwenden, konnten die Häuser betrachten, die es längst nicht mehr gibt, konnten Veränderungen entdecken zum heutigen Aussehen. Und sie nahmen Einblick in die Schnapsbrennerei eines Küferhauses, betrachteten die Hüle vor und hinter der Kirche, nahmen auch die aufgehängte Wäsche in einem Hof wahr, konnten die Schwere der Last der Wasserträgerinnen erahnen und konnten sich an so manche Gasthäuser erinnern.

Ausstellung und Geselligkeit: Nachdem die Bilder in Augenschein genommen waren, gab es dann auch Zeit zu Gesprächen bei Schmalzbrot und Most, bei Kaffee und Kuchen. Schade, dass die Ausstellung nur an diesem Tage zu sehen war, doch bei der Verantwortung für die Bilder, die Hans Notter und die Hülbener Trachtenfreunde damit übernommen hatten, war eine längere Dauer nicht möglich: Dann wäre eine Versicherung der Werke notwendig geworden. So bleibt es bei einem vorerst einmaligen Einblick in die Bilder aus Privatbesitz. wl

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