Benefizkonzert für Kinder in Eritrea

|
Vorherige Inhalte
  • Chorprobe_honorarfrei.jpg 1/2
    Chorprobe_honorarfrei.jpg Foto: 
  • Das Akkordeonorchester des Schwäbischen Albvereins bei den Proben zum Kirchenkonzert (oben). Das untere Bild zeigt Beate Schneider bei einem früheren Aufenthalt in Eritrea. 2/2
    Das Akkordeonorchester des Schwäbischen Albvereins bei den Proben zum Kirchenkonzert (oben). Das untere Bild zeigt Beate Schneider bei einem früheren Aufenthalt in Eritrea. Foto: 
Nächste Inhalte

Für Fans der klassischen Musik soll das   Kirchenkonzert des Akkordeonorchesters des Schwäbischen Albvereins Böhringen unter der Leitung von Igor Omelchuk in der St. Gallus Kirche ein Höhepunkt im Konzertjahr werden. Auch  das Jugendorchester des Vereins unter der Leitung von Betina Baum wird ihr Können präsentieren. Es wurde fleißig geprobt, sodass die Jugendlichen über ein ansprechendes und umfangreiches  Repertoir verfügen.

 Ein Jahr nach dem 40-jährigen Jubiläum wird beim diesjährigen Herbstkonzert ein abwechslungsreiches Programm dargeboten.  Unter anderem werden Stücke wie  „Canon in D“, „The Bohemian Rhapsody“  und „Lord oft Dance“ das Publikum begeistern. Ein Kirchenkonzert der besonderen Art verspricht den Zuhörern somit ein abwechslungsreiches Programm  mit dem Charme der großen weiten Welt.

Zum ersten Mal wird diese Veranstaltung  als Benefizkonzert für die Hilfsorganisation „Archemed – Ärzte für Kinder in Not“ stattfinden.  Mit dem Erlös wird die Entbindungs- und Babystation in der Hauptstadt Asmara (Eritrea) unterstützt. Die Böhringerin Beate Schneider, gelernte Kinderkrankenschwester an der Universitätsklinik Tübingen, flog  am 3. November wieder nach Asmara in die Hauptstadt von Eritrea. „Unser Team, bestehend aus zwei Ärzten und zwei Kinderkrankenschwestern aus Tübingen und Zürich  wird schon sehnlichst erwartet: bringen wir nicht nur das Know how mit ins Land, sondern auch die Überseecontainer warten darauf entladen zu werden“, schrieb Schneider vorab der SÜDWEST PRESSE. „Medizinisches Material, Medikamente die vor Ort nicht aufzutreiben sind, Decken und vieles andere mehr – alles wird dringend gebraucht und sehnlichst erwartet.“

Entladen darf die Container nur ein Befugter der seit 1993 regierenden „Übergangsregierung“, zusammen mit einem  Teammitglied. „Alles wird schriftlich festgehalten und dann auf die Stationen verteilt“, betont Schneider, dass die Hilfsorganisation auf den korrekten Gebrauch der gespendeten Materialien achtet. „Dringend wird das Antibiotika gebraucht, so mancher Apothekenschrank ist leer“, hat Schneider bereits auf der Alb von der Not im Land erfahren.

Unter UN-Sanktionen

Obwohl das Land inzwischen auch in  der Lage ist, selber Medikamente herzustellen, fehlen immer wieder die Grundsubstanzen, die aus anderen Ländern wie China oder Japan bezogen werden. Auf Grund der Sanktionen der Vereinten Nationen ist ein Handel mit anderen Ländern, wie denen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten oft schwierig oder gar unmöglich. Die Vereinten Nationen berichten von systematischen Menschenrechtsverletzungen durch die eritreische Regierung, bei der unabhängigen Organisation Reporter ohne Grenzen firmiert Eritrea auf dem vorletzten Platz in Sachen Pressefreiheit – Schlusslicht ist Nordkorea.

Trotz der schwierigen politischen Lage bemüht sich Archemed um Verbesserungen für die Bevölkerung. „Unser Einsatz vor Ort wird zwei Wochen dauern“, berichtet Schneider.  Die einheimischen Kollegen arbeiten unterm Jahr  eigenverantwortlich und werden jährlich von  zwei bis drei Teams unterrichtet und unterstützt.  Die Station ist meist voll belegt mit etwa 40 Kindern und wird von nur zwei bis drei angelernten Pflegerinnen betreut. Das Ziel von Archemed ist es, dieses Pflegepersonal zu schulen und ihnen immer wieder die Grundlagen der Pflege zu vermitteln, Hygienestandards zu nennen, Leitlinien und Informationen an  die Hand zu geben, damit ihnen der Klinikalltag mit der großen Verantwortung und der vielen Arbeit leichter fällt.

„Wir freuen uns auf unsere eritäischen Kolleginnen, alle wieder zu sehen“, sagt Schneider. Weitere Ziele der Besuche sind es, die   Ernährung der Mütter sichern, Stillberatung anzubieten, damit die Babys nicht verhungern, da es keine Säuglingsnahrung im Land gibt.  „Meist werden wir vor Ort noch mit vielen anderen Problemen konfrontiert, die  gilt es dann zügig zu lösen.“ Beate Schneider freut sich, dass ihr Engagement in ihrer Heimatgemeinde Böhringen unterstützt wird: „Es wartet wieder viel Arbeit. Wir freuen uns sehr, dass wir so viel Unterstützung aus der Bevölkerung und wie jetzt, vom Akkordeonorchester, erhalten.“

Am Samstag, 11. November, veranstaltet das Akkordeonorchester und das Jugendorchester des SAV Böhringen ein Benefizkonzert in der St. Gallus-Kirche in Böhringen. „Unsere Dirigenten Igor Omelchuk und Betina Baum haben zu diesem besonderen Anlass ein wunderbares Programm zusammengestellt, das eindrucksvoll die Bandbreite der Akkordeonmusik zeigen wird“, heißt es in einer Mitteilung des Orchesters. Das Konzert beginnt um 19 Uhr. Die Spenden kommen "Archemed – Ärzte für Kinder in Not“ zugute. Anschließend lädt das Akkordeonorchester zu einem Ständerling im Gemeindehaus ein.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Von Kröten und Kompromissen

Die Wahlkreisabgeordneten, der frühere FDP-Wirtschaftsminister Helmut Haussmann und St. Johanns Bürgermeister nehmen Stellung zum Jamaika-Aus. weiter lesen