Barrierefreiheit im Bürgerhaus

Mit dem barrierefreien Eingang für das  Dorfgemeinschaftshaus packt der Bempflinger Gemeinderat ein größeres Projekt an.

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Das Dorfgemeinschaftshaus Bempflingen erhält einen neuen, barrierefreien Zugang zu den Veranstaltungsräumen im Obergeschoss über eine zwei Meter breite Rampe von den oberen Parkplätzen her. Dem wird der ohnehin sanierungsbedürftige Treppenaufgang an der Seite weichen. Über eine auf gesamter Baulänge überdachte Rampe in massiver Sichtbetonbauweise mit eingebauter Beleuchtung soll ein attraktiver Vorplatz entstehen. Die Anlage ist mit brutto 52 800 Euro Bausumme veranschlagt. Davon müssen 20 000 Euro im kommenden Haushalt nachfinanziert werden. Der Gemeinderat diskutierte in seiner Sitzung am Montag sehr gegensätzlich über die Ausführung: Architekt Klaus Hess hatte in seinen Skizzen ausdrücklich auf die marode Waschbetontreppe verzichtet, aus optischen und aus Gründen der Sicherheit. 20 Meter Fußweg mehr bis zum nördlich ausgerichteten Rampenansatz seien den Besuchern der Veranstaltungsräume, die vom unteren Parkplatz her kommen, zuzumuten. Eine billigere Variante in Stahlausführung – ähnlich einer Feuertreppe – wollte sich Hess für das Dorfgemeinschaftshaus beileibe nicht vorstellen: „Eine Metallrampe wird dem Gebäude nicht gerecht“. Mit „kleinkariert“ bis „repräsentativ“ wurden die Alternativen benannt.

Die Rampe wird mit einem Gefälle von sechs Prozent auf 7,5 Metern längs der Gebäudeseite vom oberen Parkplatz her geführt. Sie schließt mit der Wandkante ab.

Die Rampe nach hinten verschieben, um die Treppe zu erhalten, war nur ein Vorschlag aus dem Gremium. Gemeinderat Jens Hartlieb fehlten die Varianten in der vorgestellten Planung. Dagegen sprach sich deutlich Gemeinderätin Eva Voß aus: Die Absturzgefahr für Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten sei zu groß. Allerdings: „Zum barrierefreien Zugang gehört auch eine barrierefreie Tür“. Derzeit klafft am Seiteneingang ein Türstoß von vier Zentimetern Höhe.„Ich habe Verständnis für die Argumente eines Neubaus der Treppe. Das kostet einen Batzen Geld, der einem Umweg von 20 Metern entgegensteht“, nordete Bürgermeister Bernd Welser die Diskussion ein: „Die Planung ist schlüssig. Sie bietet eine deutliche Verbesserung des Zugangs zu den oberen Veranstaltungsräumen“. Bei einer Enthaltung und jeweils sieben Stimmen dafür und dagegen lehnte der Gemeinderat eine Neuvorlage mit einer alternativen Ausführung in Stahl ab. Die Beton-Rampe wie vorgesehen erhielt letztlich bei zwei Enthaltungen knappe sieben Zustimmungen. „Damit haben wir eine schwere Kuh vom Eis geschoben“, so Bernd Welser.

Auch aus Sicht des Bürgermeisters wäre es allerdings „ein Schildbürgerstreich“, den Zugang barrierefrei zu gestalten und an der Außentür aufzuhören. Den zusätzlichen Kosten  von rund 18 000 Euro, die eine neue, barrierefreie und elektrifizierte Außentür kostet, stimmte das Gremium bei einer Enthaltung zu.

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