Aus Kostengründen nur die kleinere Variante

Eine intensive Debatte lieferte sich der Gemeinderat von St. Johann um die Kanalsanierung in Bleichstetten. Beschlossen wurde die "kleine" Variante.

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Entlang der Bleichstetter Ortsdurchfahrt will St. Johann Kanal- und Wasserleitungen erneuern und der Kreis den Straßenbelag. Wegen der Kosten für die Gemeinde wird aber, anders als vom Kreis gewünscht, nur ein kleiner Teilbereich in Angriff genommen.

Beschlossen hat der St. Johanner Rat die Arbeiten an einem Teilstück der Bleichstetter Ortsdurchfahrt. Betroffen ist die Upfinger Straße und ein kleiner Bereich der Friedensstraße. Auf einer Strecke von 270 Metern sollen 2016 Arbeiten zur Erneuerung und Aufdimensionierung des Kanal- und Wasserleitungssystems durchgeführt werden.

Wie die Gemeinde Anfang des Jahres mit dem Landratsamt vertraglich fixierte, übernimmt der Kreis in der Folge die Kosten für die Sanierung des Straßenbelags. Am liebsten aber hätte der Kreis neben der Upfinger Straße nicht nur ein Teilstück, sondern die Friedensstraße in ihrer ganzen Länge in Angriff genommen. Die Sanierungsstrecke würde dann allerdings nicht 270 sondern 480 Meter betragen.

Zu viel für die Gemeinde St. Johann. Denn zu den Kosten, die für die Kanalsanierung entlang der Upfinger Straße anfallen (685 000 Euro), kämen für die gesamte Friedensstraße noch einmal 425 000 Euro hinzu. Neben der Kanalsanierung muss die Gemeinde auch die Wiederherstellung der Gehwege und der Beleuchtung stemmen. Vorstrecken müsste St. Johann zudem den Kreisanteil von 390 000 Euro. Macht zusammen 1,5 Millionen Euro, die die Gemeinde trotz einer Förderzusage durch das Regierungspräsidium zunächst berappen müsste. Etwas über eine Millionen Euro liegt der Betrag bei der mittlere Variante. Sie beliefe sich auf eine Strecke von 330 Metern.

Aber vor dem Hintergrund der Haushaltsdebatten konstatierte Bürgermeister Florian Bauer: "Damit würden wir exorbitant viele Mittel binden, die anderswo fehlen." Und mit dieser Ansicht stand er nicht alleine da, wenngleich Bleichstettens Ortsvorsteher Siegfried Unruh ein Plädoyer für die Instandsetzung der ganzen Strecke hielt. Schon viel zu lange habe man die Arbeiten auf die lange Bank geschoben. Er sieht in Zeiten der Niedrigzinsen zudem die Gelegenheit, günstig an Geld zu kommen: "Es gehört jetzt gemacht, weil es richtig ist."

Contra gab Timo Herrmann. Nur weil Kredite derzeit günstig sind, sollte man nicht über seine Verhältnisse leben, mahnte er. Schützendeckung erhielt er von Helmut Schepper. Er erinnerte an die steigende Pro-Kopf-Verschuldung und an die zahlreichen Ausgabeposten im allgemeinen Haushalt: "Mehr als die kleine Lösung geht nicht", folgerte er. Einen Kompromiss ins Spiel brachte Claus Dollinger. Er schlug vor, die Arbeiten so zu strecken, dass die Kosten bis ins Jahr 2017 aufgeteilt werden können. Das hätte den Vorteil, dass man es mit einer fortlaufenden Baustelle, ohne Kosten für ihre Neueinrichtung zu tun habe.

Letztlich einigte sich der Rat am Mittwoch zunächst auf die kleine Lösung, die einen Finanzbedarf von zunächst 880 000 Euro erfordert. Mit dem Beschluss sichert sich die Gemeinde die Zuschüsse für die Arbeiten an der Upfinger Straße. Sie sollen Ende Januar ausgeschrieben werden. Ob und in welchem Umfang es im Jahr 2016 dann weitergeht, das sollen die anstehenden Haushaltsberatungen und der damit verbundene Blick in die Gemeindekasse zeigen. Der mit der Maßnahme betreute Planer, Frank Ludwig, fasste es so: "Der Kreis kann wollen, aber die Kommune muss auch können."

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