Aufbruch in die neue Zeit

Der Stabwechsel ist vollzogen: Florian Bauer wurde am Montag in einer Feierstunde in der Würtinger Gemeindehalle als neuer Bürgermeister St. Johanns vereidigt. Geschenke gab’s und gute Wünsche.

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Die Gemeinde hat einen neuen Bürgermeister. Florian Bauer wurde am Montag feierlich ins Amt gehoben. Gemeinderatsmitglied Helmut Schepper, nahm ihm die Vereidigungs- und Verpflichtungsformel ab. Für Florian Bauer der Startschuss – für zahlreiche Gratulanten Gelegenheit, ihn auf die kommenden Aufgaben einzustimmen.

„Es ist kein einfacher Weg“, merkte etwa Ingrid Eißler-Bimek an. Bürgermeister auf dem Land zu sein, sei ein höchst anspruchsvoller Beruf: „Weil man es mit Menschen zu tun hat.“ 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Um kommende Aufgaben zu meistern, wünscht sie ihm: „Herz, Gespür und Intellekt“. Sie weiß: „Vertrauen und Verlässlichkeit ist das A und O in der kommunalen Welt.“ Eine Welt, in der oft genug nur noch der Mangel verwaltet werden könne.

Landrat Thomas Reumann bereitete ihn auf eine „spannende und faszinierende“ Tätigkeit vor. Dabei gebe zwar zahlreiche Fallstricke, auch „Glocken- und andere Weihen“ gehörten dazu, gute Voraussetzungen sieht er gleichwohl, dass es ihm gelingt, die Zukunft gemeinsam mit den St. Johannern zu gestalten. Die hätten im Übrigen, mit Wahlbeteiligungen von jeweils rund 70 Prozent ein deutliches Zeichen gesetzt und ein klares Demokratie-Bekenntnis abgelegt: „Hut ab!“

„Offene Türen für kollegiale Gespräche“ bot sein Amtskollege aus Bad Urach, Elmar Rebmann im Namen aller Bürgermeister im Kreis an. Das Amt biete so viele Gestaltungsmöglichkeiten, wie kaum ein anderes, aber gerade in der Anfangszeit könne es durchaus schwierig sein. Besonders in einer Gemeinde, die aus sechs Teilorten bestehe und man erwarte, dass er „immer und überall gleichzeitig“ zu sein habe. Er übergab ihm eine Schäferschippe: Um die kommunale Herde beisammen zu halten, und sich, so nötig, das ein oder andere Schäfchen zur Brust nehmen zu können.

War es zuvor also ein Wolf, der die St. Johanner Herde hütete, ist es nun ein Bauer, stellte Pfarrerin Maike Sachs augenzwinkernd fest: „Passt!“ Sie freut sich schon jetzt auf das enge Miteinander zwischen Kirchen- und Kommunalgemeinde. Mit einem „herzlich willkommen“ bedachte Schulrektor Klaus Besch den „neuen Magier auf dem Rathaus“, und überließ ihm ein weiteres Hilfsmittel: Den magischen Rathaus-Zeugenstein. Er übe insbesondere auf ortsinteressierte Firmen und Familien eine anziehende Kraft aus, versicherte er. St. Johanns Vereinssprecherin Uta Seibold wünscht ihm einen Gemeinderat „ohne Ortsteildenken“, dazu Zeit, um anzukommen und sich einzuarbeiten. Schützenhilfe verspricht Personalratsvorsitzender Thomas Binsch.

„Ziehen wir gemeinsam an einem Strang“, wandte sich der mit Gaben und Worten reich Beschenkte an die St. Johanner. Nicht ohne seinem Vorgänger, Eberhard Wolf, Dank zu sagen, für alles was er in St. Johann geleistet habe. Nun aber müsse es darum gehen, ein gemeinsamen Bewusstsein über die Ortsteile hinaus zu entwickeln. Nur so könne es gelingen, die anstehenden Zukunftsaufgaben zu meistern und dem drohenden Teufelskreis aus demografischen Wandel und Landflucht zu entgehen. „Jede gute Idee hilft St. Johann“, rief Florian Bauer zur Mitarbeit auf. „Ich will St. Johann so interessant machen, dass sich mehr Menschen hier niederlassen wollen.“ Mit „Mut, Weitblick und Entschlusskraft“ will er vorangehen: „Packen wir es an.“

Die festliche Gemeinderatssitzung war umrahmt durch Beiträge der Musikvereine Würtingen und Upfingen, durch Musiker der St. Johanner Musikschule und durch den Premierenauftritt der Inklusions-Band „Take it easy“, von der Münsinger Karl-Georg-Haldenwangschule. Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch bot ein anschließender Stehempfang.

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